So steht es um die Gesundheit von Kindern

Das Robert Koch-Institut hat zum dritten Mal eine umfassende Studie zur Jugendgesundheit durchgeführt. Die Ergebnisse sind alarmierend und zeigen: Kinder werden immer fauler.


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Übergewicht und Bewegungsmangel sind das größte Problem


Die Ergebnisse der Gesundheitsstudie beruhen auf der Selbsteinschätzung von 25.000 Kindern, wie gesund sie sich selbst fühlen. Zusätzlich fließen Untersuchungen und Befragungen der Eltern über drei Jahre in die Studienergebnisse mit ein.

So gesund sind unsere Kinder


© iStock
Was die allgemeine Gesundheit betrifft, sieht es in Deutschland gut aus: Fast 96 Prozent der Kinder erfreuen sich guter oder sehr guter Gesundheit. Nach wie vor ein Problem ist das Übergewicht, das sich in den letzten zehn  Jahren nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert hat.

Obwohl die vor zehn Jahren vorhergesagte Übergewichtsepidemie nicht eingetroffen ist, leiden viel zu viele Kinder in Deutschland an Übergewicht: Mehr als jedes siebte Kind wiegt zu viel oder gilt sogar als fettleibig. Das entspricht prozentual aber dem gleichen Bild wie vor zehn Jahren. Und das, obwohl Kinder deutlich weniger zuckerhaltige Getränke trinken, nämlich 16 statt 28 Prozent bei den Mädchen und bei den Jungen 22 statt 38 Prozent wie vor zehn Jahren. Das ist ein Erfolg – doch immer noch viel zu hoch, finden die Experten des Robert Koch-Instituts. Übergewicht im Kindesalter erhöht das Risiko, als Erwachsener an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Nicht zu unterschätzen ist laut der Untersuchung auch, welche Auswirkungen Fettleibigkeit darauf hat, wie beliebt Kinder sind. Statistisch gesehen werden dicke Kinder häufiger gemobbt als normalgewichtige Kinder.

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Grundsätzlich bewegen sich Kinder viel zu selten. Die Kinder- und Elternbefragungen zeigen, dass sich weniger als 30 Prozent der Kinder zwischen drei und 17 Jahren täglich mehr als eine Stunde bewegen. Mindestens 60 Minuten Radfahren, Rennen, Toben oder Sport empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation – doch vor allem Teenager zwischen 14 und 17 Jahren bewegen sich deutlich unter der empfohlenen Einheit. Gerade bei den Mädchen haben sich die Ergebnisse im Vergleich zu den Werten vor zehn Jahren deutlich verschlechtert.

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In punkto Bewegung und Übergewicht zeigt die Studie einen deutlichen Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozioökonomischen Status: 25 Prozent der Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen sind übergewichtig, während bei Gleichaltrigen aus besseren Verhältnissen nur sieben Prozent zu dick sind. Die Hälfte aller Kinder, die schon als Kind zu viel wiegen, haben die Gewichtsprobleme bis ins Jugend- und Erwachsenenalter.
Die Psyche – wie gut geht es unseren Kindern?
Jedes fünfte Kind in Deutschland leidet unter emotionalen Problemen, Hyperaktivität oder Verhaltensauffälligkeiten. Diese Zahl ist seit zehn Jahren gleich geblieben. Bei Mädchen werden die Probleme eher in nach innen gerichteten Problemen wie Depressionen oder Angstzuständen sichtbar, während Jungen nach außen gerichteten Auffälligkeiten wie Aggression zeigen.
Die Untersuchung hat gezeigt, dass auch hier der sozioökonomische Status, also Einkommen und Bildungsabschluss der Eltern, große Auswirkungen auf psychische Probleme bei Kindern hat. Aufwachsen in sozial schwachen Verhältnissen und ein ungünstiges Familienklima tragen dazu bei, dass Kinder häufiger unter psychischen Problemen leiden oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

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Die gute Nachricht: Alles in allem sind Kinder gesünder als früher
Trotz der alarmierenden Zahlen im Bereich der Fettleibigkeit und Allergien ist das Gesamtbild der Untersuchung positiver als bei der letzten Untersuchung. Fast 96 Prozent der Kinder in Deutschland sind „sehr gesund“ oder „gesund“. Das ist mehr als bei der Untersuchung vor zehn Jahren. Am gesündesten sind die Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Am wenigsten gesund fühlen sich Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren – dort fühlen sich weniger als die Hälfte gesund oder sehr gesund.

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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