Sonnenbrillen für Kinder: Mehr als ein modisches Accessoire

UV-Strahlen greifen nicht nur die Haut an, sondern können auch die Netzhaut im Auge schädigen. Und da Kinderaugen dafür besonders anfällig sind, sollte Ihr Nachwuchs bei Sonnenschein immer eine Sonnenbrille tragen.


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Gefahren von UV-Strahlen für Kinderaugen nicht unterschätzen



Kleinkind mit Sonnenbrille


© Thinkstock
Keine Frage, Sonnenlicht hat viele positive Auswirkungen auf uns Menschen. Es regt die Zellbildung an, stärkt das Immunsystem und verbessert die Leistungsfähigkeit. Aber ohne ausreichenden Sonnenschutz setzt die UV-Strahlung der Sonne unserer Gesundheit zu. Nicht nur die Haut ist davon betroffen, sondern auch die Augen. Blendung und UV-Strahlung können langfristig Ursachen vieler Augenbeschwerden sein.

Kinder sind davon noch mehr gefährdet als Erwachsene, da ihre Augen noch nicht voll entwickelt sind. Sie haben zum Beispiel größere Pupillen und hellere Augenlinsen als Erwachsene, wodurch mehr UV-Strahlen ins Augeninnere gelangen und dort die Netzhaut schädigen können.

Nathalie Gümmer von Apollo-Optik sowie Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen e.V. fassen die wichtigsten Punkte zum Thema Sonnenschutz für Kinderaugen in sieben Punkten zusammen:

➤ Warum müssen Kinderaugen vor der Sonne geschützt werden?


UV-Strahlen im Sonnenlicht sind zwar für Menschen unsichtbar, werden jedoch spürbar, wenn sie ungehindert auf Haut und Augen treffen. Werden unsere Augen längerfristig höheren Lichtdosen ausgesetzt, sind wichtige Strukturen im Auge gefährdet – oft sind Erkrankungen die Folge.

Unsere Augen verfügen zwar über Selbstschutzmechanismen, wie die Verkleinerung der Pupille bei Lichteinfall, diese allein schützen jedoch nicht ausreichend. Das gilt ganz besonders für Kinderaugen, da diese noch nicht ausreichend ausgebildet sind, durch Pupillenveränderungen die sensible Netzhaut zu schützen. Entsprechend müssen Kinderaugen geschützt werden und bei starker Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz tragen, da sie gegenüber dieser Strahlung besonders empfindlich sind.
➤ Brauchen schon Babys eine Sonnenbrille?
Babys kommen normalerweise ohne Sonnenbrille aus, da ihre Eltern sie ohnehin nicht der direkten Sonne aussetzen sollten. Sie sind durch eine leichte Mütze mit Schirm oder das Dach des Kinderwagens ausreichend geschützt. Kleinkinder, die zum Beispiel am Strand spielen, sollten dagegen mit Sonnenbrille und Mütze ausgestattet werden.

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Da die empfindliche Babyhaut noch nicht über einen Eigenschutz gegenüber UV-Strahlung verfügt, muss sie vor zu viel Sonne geschützt werden.


➤ Wann sollte eine Sonnenbrille getragen werden?

Es ist zu empfehlen, im Freien immer eine Sonnenbrille zu tragen, wenn die Sonne scheint. Denn konzentrierte, von der Seite einfallende Strahlung ist schädlicher als jene UV-Strahlen, die von vorn auf die Hornhaut auftreffen. Somit können besonders UV-Strahlen, die von Wasser, Sand, Schnee oder Straßenbelag reflektiert werden, ungehindert ins Auge gelangen und dieses schädigen.
➤ Was zeichnet eine gute Sonnenbrille für Kinder aus?
Beim Kauf einer Sonnenbrille sollten Sie im ersten Schritt immer darauf achten, dass sie den grundlegenden Sicherheitsanforderungen europäischer Richtlinien entsprechen. Das ist der Fall, wenn die Sonnenbrille ein CE-Zeichen aufweist.


Mädchen mit Sonnenbrille


© Thinkstock
Darüber hinaus sollten Sie sich grundsätzlich von einem Augenoptiker beraten lassen, denn man sollte auch auf die Qualität der Gläser und den UV-400-Schutzfilter achten. Filter, die ein Etikett mit dem Hinweis UV-400 tragen, blockieren alle UV-Strahlen der Bereiche UVA, -B und -C und bieten deshalb einen besonders guten Schutz.

Auch die Passform ist beim Brillenkauf entscheidend: Achten Sie darauf, dass die Brille gut sitzt und nicht vom Kopf rutscht. Die Bügel sollten das Ohr sicher umfassen, ohne jedoch zu drücken. Anatomisch geformte Nasenstege und Nasenpads mit großer Auflagefläche sorgen für sicheren Sitz auf kleinen Nasen. Die Kindersonnenbrille sollte zudem groß genug sein, dass kein Licht von oben oder von der Seite einfallen kann. Bei ganz kleinen Kindern ist zudem das Tragen eines Hutes / einer Cap empfehlenswert.
➤ Wie dunkel sollten die Gläser der Sonnenbrille getönt sein?
Getönte Brillengläser schützen die Kinderaugen vor Blendung durch die Sonne. Wie viel Licht abgehalten wird, lässt sich an der Blendschutzkategorie erkennen. Für unsere Gefilde sind mäßig dunkle Gläser der Kategorie 2 ausreichend. Geht es in den Urlaub in die Berge oder an den Strand, sollten Eltern dunklere Gläser der Blendschutzkategorie 3 wählen. Ist keine entsprechende Angabe auf der Brillenbügelinnenseite vorhanden, kann der Augenoptiker weiterhelfen. Aber Achtung: Der Grad der Tönung sagt nichts über den UV-Schutz aus!
➤ Müssen gute Kindersonnenbrillen teuer sein?
Der Preis ist nicht immer ausschlaggebend. Wichtig ist, dass die Sonnenbrille das CE-Zeichen und den UV-400-Aufkleber aufweisen kann. Es gibt auch günstige Sonnenbrillen, die für weniger als 20 Euro erhältlich sind und einen optimalen Schutz bieten.
➤ Gibt es aktuelle Trends bei den Kindersonnenbrillen?
Der Trend geht auch bei Kinderbrillen zum Colour-Blocking. Auffallen ist die Devise. Von Mädchenrosa bis hin zu knalligen Farben in blau, grün und rot ist alles tragbar. Auch dezentere Modelle mit verspielten Details sind gefragt.

Bei Kindersonnenbrillen ist oft nicht nur der Rahmen der Sonnenbrille bunt, auch die Gläser gibt es verspiegelt oder in den verschiedensten Farben. Hier ist jedoch Folgendes zu beachten: Nur mit braunen, grünen oder grauen Sonnengläsern können die Kinder auch mit Sonnenbrille noch Ampelfarben und Verkehrsschilder erkennen.

Beim Kauf einer Kindersonnenbrille sollte es aber immer heißen: Qualität vor Design. Daher ist man hier bei einem ausgebildeten Augenoptiker stets am besten beraten.



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