Infektion mit Soor: Babys zu Beginn anfällig für Windel- und Mundsoor

Weißlicher Belag auf der Zunge oder roter, schuppiger Ausschlag im Windelbereich – häufig ist eine Infektion mit dem Hefepilz „Candida albicans“ dafür verantwortlich. Und weil bei Neugeborenen die eigene Immunabwehr noch nicht ausgereift und das bakterielle Gleichgewicht noch nicht hergestellt ist, sind sie besonders anfällig für den sogenannten Mund- oder Windelsoor.


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Candida albicans“ – so heißt der Übeltäter


Der Hefepilz Candida albicans liebt es warm, dunkel und feucht. Er siedelt sich deshalb gern auf den Schleimhäuten in Mund- und Rachenraum, im Darm oder im Genitalbereich an. Bei den meisten Menschen würde man den Pilz nachweisen können, würde man sie darauf testen. Doch von der Besiedelung werden die Betroffenen im Normalfall nichts spüren. Denn bei einem gesunden Menschen hält die Immunabwehr Krankheitserreger problemlos in Schach. Zum Ausbruch von Symptomen kommt es erst, wenn das Immunsystem der Person geschwächt ist oder wenn das natürlich bakterielle Gleichgewicht der Darmflora aus der Balance geraten ist. Bei Kindern oder Erwachsenen können beispielsweise eine Erkrankung oder längerfristige Behandlungen mit Antibiotika oder Kortison ursächlich dafür sein.

Baby gähnt, Mundsoor


© iStock
Bei Neugeborenen ist das Immunsystem noch unterentwickelt und auch die Darmflora muss erst noch reifen. Deshalb sind Säuglinge besonders anfällig für eine Soor-Infektion. Und zum ersten Mal in Kontakt mit dem Hefepilz kommen Babys häufig schon auf dem Weg ins Leben – nämlich im Geburtskanal.
Daran erkennen Sie Soor beim Baby
Vor allem in den ersten zwei Lebensmonaten leiden viele Babys deshalb unter Mundsoor. Mundsoor erkennen Sie an diesen Symptomen:


Baby mit Mundsoor

Baby mit typischen Mundsoor-Symptomen


© Doc James via Wikimedia Commons
➤ Ein weißer bis gräulicher, teilweise
    krümeliger Belag auf der Zunge, den
    Wangeninnenseiten, dem Gaumen
    oder dem Zahnfleisch
➤ Der Belag lässt sich nur schlecht
    entfernen.
➤ Schabt man mit einem Zungenreiniger
    oder Gaze-Tuper vorsichtig (!) etwas
    Belag herunter, ist die Haut darunter
    rau und gerötet.
➤ Eventuell hat Ihr Baby leichtes Fieber.

Mundsoor bereitet vielen Baby Schmerzen, wodurch sie nur schlecht trinken können und – total nachvollziehbar – sehr weinerlich sind. Aber das ist kein Muss. Einigen Babys macht der Pilzbefall so gut wie nichts aus. Trotzdem muss er natürlich behandelt werden. Übrigens: Mundsoor kann sich vom Baby auf die Brustwarze der stillenden Mutter übertragen und andersherum. Eine mit Soor infizierte Brustwarze ist wund, schuppig oder verkrustet, brennt und juckt und muss ebenfalls behandelt werden.

Windelsoor tritt vor allem bei Babys unter sechs Monaten. Das sind die typischen Anzeichen für Windelsoor:

➤ Roter bis tiefroter, scharf begrenzter Ausschlag am Po, der auch auf
    die Genitalien, die Oberschenkel, den Bauch und den Rücken streuen kann.
➤ Es bilden sich rote, zum Teil weißliche Pusteln.
➤ Die Ränder des Ausschlags sind schuppig.
➤ Die einzelnen Ausschlagflecken können ineinander übergehen.
➤ Die betroffenen Hautstellen können nässen.

Windelsoor juckt und verursacht große Schmerzen. Er muss deshalb zügig behandelt werden.

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Mundsoor und Windelsoor behandeln

Sollten Sie den Verdacht auf Mund- oder Windelsoor bei Ihrem Baby haben, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Kinderarzt aufsuchen. In der Regel erkennt er sofort, ob es sich wirklich um einen Pilzbefall handelt oder ob der Ausschlag eine andere Ursache hat. Eventuell macht er aber auch erst einen Abstrich, bevor er eine sichere Diagnose stellen kann.

Gegen Soor helfen pilztötende Medikamente (Antimykotika) in Form von Salben oder Lösungen, die Ihnen der Arzt verschreiben wird. Wichtig: Halten Sie sich strikt an die Anweisungen des Arztes, was die Dosierung und die Dauer der Anwendungen betrifft, um den Pilz auch wirklich zu 100 Prozent los zu werden.

Bis zum Arzttermin können Sie Ihrem Baby bei Mundsoor Linderung verschaffen, indem Sie ihm verdünnte Myrrhe-Tinktur aus der Apotheke auf die entzündeten Stellen tupfen. Das gilt auch für Ihre Brustwarzen, sollten sie infiziert sein.

Bei Windelsoor helfen Sitzbäder mit Eichenrindenextrakt. Das Beste, was die bei Windelsoor tun können: Die Windel so oft wie möglich weglassen, denn Pilze mögen weder frische Luft noch Licht. Sollte es gerade nicht möglich sein, Ihr Baby nackig strampeln zu lassen, dann wechseln Sie die Windel wenigstens in kürzeren Abständen als gewohnt. Der Babypo sollte jetzt nur so lang wie unbedingt nötig in Kontakt mit einer nassen Windel kommen.
Soor vorbeugen: So beugen Sie einer Ansteckung mit Soor vor
Das A und O bei der Vorbeugung vor Pilzinfektionen ist eine gute Hygiene. Säubern und sterilisieren Sie regelmäßig die Schnuller und Flaschensauger und lecken Sie diese nicht ab, um eine Infektion Ihres Babys zu vermeiden. Waschen Sie sich häufig die Hände und reinigen Sie Ihre Brustwarzen nach dem Stillen.



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