(Spastische) Bronchitis: Das müssen Sie wissen

Wenn das Kind hustet und vielleicht ein bisschen verschnupft ist, kann das eine normale Erkältung sein. Bekommt das Kleine aber regelrechte Hustenkrämpfe, kann auch eine (spastische) Bronchitis dahinterstecken. Das müssen Sie darüber wissen.


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Bronchitis, spastische Bronchitis, Bronchiolitis: Was versteht man darunter?


Eine akute Bronchitis (akut im Gegensatz zu chronisch) betrifft, wie der Name schon sagt, die Bronchien. Es tritt eine Entzündung der unteren Atemwege (= Bronchien) mit den Begleiterscheinungen Husten, Schleim und Fieber auf. Da die Bronchien an die Luftröhre anschließen, ist bei einer Bronchitis auch die Luftröhre oft betroffen, dann spricht man von einer akuten Tracheobronchitis.

Durch die Entzündung und die dadurch angekurbelte Schleimproduktion verengen sich die Bronchien. Mit Hilfe von Husten versucht der Betroffene sich von dem Schleim zu befreien, doch durch das heftige Husten kommt es zu einer Verkrampfung der Muskulatur. Die Folge sind heftige Hustenanfälle, die bisweilen auch zu Atemnot führen können.

Ist von einer spastischen Bronchitis die Rede, treten zusätzlich zu den herkömmlichen Symptomen einer Bronchitis Zuckungen des Lungengewebes auf, die die Hustenanfälle noch verstärken können. Dies ist vor allem bei Kindern der Fall, wenn die Bronchialwand so stark gereizt wird, dass sich die dort eingelagerten Muskeln verkrampfen. Wegen dieser Verengung der Atemwege tritt bei der spastischen Bronchitis nicht nur Husten, sondern häufig auch ein pfeifendes oder röchelndes Atemgeräusch auf. Das sogenannte Giemen ist vor allem beim Ausatmen zu hören. Der Husten dieser Betroffenen klingt meist heiser und bellend. Dies hat zur Folge, dass den Betroffenen – in den meisten Fällen Kindern – das Atmen noch schwerer fällt.

Eigentlich ist „spastische Bronchitis“ ein veralteter Ausdruck, der von Medizinern nur noch selten verwendet wird. Die offizielle Bezeichnung für diese Form der Bronchitis lautet heutzutage obstruktive Bronchitis (= verengende Bronchitis).

Sind vor allem die kleinsten, knorpellosen Bronchien (= Bronchiolen) entzündet, spricht man von einer Bronchiolitis. Dabei erinnert das Erkrankungsbild an einen akuten Asthmaanfall, also einer spastischen Verengung der Bronchiolen. Da die Bronchiolen so klein sind, führt die entzündungsbedingte Schwellung der Schleimhaut zu einer deutlichen Einschränkung der Lungenbelüftung. Typischerweise tritt die Bronchiolitis bei Kleinkindern in den ersten zwei Lebensjahren auf. 

Bronchitis

Wozu brauchen wir unsere Bronchien? Kurz gesagt: Sie sind dazu da, die eingeatmete Luft aus der Luftröhre in die Lungenbläschen zu leiten


© iStock
Was sind die Auslöser für diese Formen der Bronchitis?

Die meisten Formen der Bronchitis werden durch Viren verursacht. Dabei sind vor allem RS (Respiratory-Syncytial)-, Parainfluenza-, Adeno- und Rhinoviren die Hauptverursacher. Diese Viren werden leicht durch Tröpfcheninfektionen, zum Beispiel durch Niesen, übertragen. In seltenen Fällen kann Bronchitis auch durch spezielle Bakterienstämme ausgelöst werden.

Meist führt eine Infektion mit den genannten Vieren nur zu einer leichten Erkältung, doch vor allem Babys sind anfällig für eine spastische Bronchitis oder eine Bronchiolitis, da ihre Bronchien noch so klein sind. Durch den Wachstum der Bronchien verringert sich auch die Anfälligkeit für krankhafte Entzündungen.

Eine Frühgeburt oder der früher Kontakt mit Viren und Schadstoffen (beispielsweise durch Geschwister oder die Betreuung in einer Kindertagesstätte) gelten als Risikofaktoren für eine Bronchitis. Auch Rauchen in der Schwangerschaft oder später in der Nähe des Kindes erhöht das Risiko der Kinder für eine obstruktive Bronchitis. Studien zeigen außerdem, dass Kinder die nicht gestillt werden, anfälliger für die Entzündungen der Atemwege sind.
Ist eine (spastische) Bronchitis ansteckend?

Ja, liegt eine akute und keine chronische Bronchitis vor, ist die Ansteckungsgefahr relativ hoch, da die Auslöser, wie bereits gesagt, Viren sind und über Tröpfcheninfektionen übertragen werden können. Gefährdet sind vor allem Personen mit einem geschwächten Immunsystem, also zum Beispiel  Kinder, Schwangere und ältere Menschen.

Handelt es sich um eine chronische Bronchitis, ist diese meist nicht ansteckend
. Da diese in 90 Prozent der Fälle durch Rauchen – und nicht durch Viren –  hervorgerufen wird.
Warum sind vor allem Kleinkinder betroffen?

Ungefähr jedes zweite Kleinkind muss in den ersten drei Lebensjahren eine Form von Bronchitis durchmachen. Die zwei wichtigsten Gründe dafür haben wir weiter oben schon angeschnitten: Babys und Kleinkinder sind besonders anfällig für solche Atemwegsentzündungen, weil ihr Immunsystem noch schwächer ist und ihre Bronchien noch sehr klein und weich sind. So können die Atemwege besonders schnell blockiert werden. Durch das angestrengte Husten werden die eh schon engen Atemwege noch weiter verengt und eine spastische Bronchitis entsteht. Weil die obstruktive Bronchitis so häufig bei Kindern auftritt, wird sie auch Baby- oder Kleinkind-Bronchitis genannt.
Wie lange dauert eine Bronchitis?

In den meisten Fällen klingt eine akute Bronchitis nach ungefähr zwei Wochen wieder ab. Eine spastische Bronchitis braucht typischerweise etwas länger.

Verengen sich die Atemwege allerdings weiter, kann sich aus einer spastischen Bronchitis Asthma bronchiale entwickeln. Das ist die Angst vieler Eltern, ist aber nur sehr selten wirklich der Fall. Gefährdet sind hierfür vor allem Kinder, bei denen Erkrankungen der Atemwege, Neurodermitis oder Allergien in der Familie bekannt sind.

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Bronchitis erkennen

Viele Eltern haben Angst, dass hinter einem harmlosen Husten eine Bronchitis stecken könnte oder dass sich ein Schnupfen in eine Bronchitis verwandeln könnte. Diese Symptome weisen auf eine (spastische) Bronchitis hin:

• Schwerer, trockener Husten in der Anfangsphase
• Danach folgt die Schleimbildung; der Husten wird feuchter, doch der Schleim kann schlecht abgesondert werden
Starke Hustenanfälle können zum Erbrechen des Mageninhalts oder des Schleims führen
• Charakteristisch ist auch ein morgendliches, intensives Husten, da sich über Nacht Schleim gebildet hat, der einen starken Hustenreiz auslöst und abgehustet werden muss
• Der Schleim ist meist weißlich bis gelblich, nur sehr selten blutig
Fieber, Abgeschlagenheit und Kopf- und Gliederschmerzen treten häufig als Begleiterscheinungen auf

Hat ihr Kind also Hustenanfälle, ist verschleimt und/oder ist das für die spastische Bronchitis typische pfeifendes oder quietschendes Geräusch bei der Atmung zu hören, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Vor allem bei Babys sollten Sie lieber einmal mehr zum Arzt gehen, da ihre Atemwege noch sehr klein sind und eine Verengung deswegen schnell zu Atemproblemen oder Atemnot führen kann. Der Arzt wird durch Abhören, eine Blutabnahme und gegebenenfalls Röntgenbilder feststellen, was Ihrem Kleinen fehlt.

Plötzlich auftretende Hustenanfälle und röchelnde Atmung können bei Kindern auch auf das Verschlucken oder Einatmen eines Fremdkörpers hindeuten. Haben Sie den Verdacht, sollten Sie sofort einen Rettungsdienst rufen. Außerdem sollten Sie die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verschlucken kennen.
Behandlung einer Bronchitis – Wie können Sie Ihrem Kind bei den Hustenanfällen helfen?

Der Arzt wird Ihnen in der Regel schleimlösende Medikamente zum Inhalieren oder Einnehmen verschreiben, die die Symptome lindern. Hat Ihr Kind Probleme beim Abhusten des Schleims, können Sie es bäuchlings auf den Schoß nehmen und ihm sachte auf den Rücken klopfen. Zusätzlich können folgende Hausmittel helfen:

Wadenwickel, um Fieber zu senken
Inhalieren mit einer Kochsalzlösung oder Tropfen vom Arzt, um den Schleim zu lösen
Viel trinken, um den Schleim zu verdünnen
Feuchte Raumluft, um das Atmen zu erleichtern
Zusätzliches Kissen, denn eine erhöhte Liegeposition des Oberkörpers erleichtert das Atmen und Abhusten

Achtung! Während Sie bei einer akuten Bronchitis auch auf ätherische Öle oder Salben zurückgreifen können, um den Brustkorb einzureiben, sollten sie bei einer obstruktiven Bronchitis besser darauf verzichten. Denn die Öle und Salben können die Bronchialschleimhaut reizen und die Hustenanfälle noch verstärken. Für Babys sind ätherische Öle jedoch immer tabu! Ebenfalls tabu sind hustenstillende Medikamente, denn das Sekret muss dringend abgehustet werden! Vorrübergehend verzichten sollten Sie außerdem auf Milchprodukte, da diese die Schleimbildung verstärken können.

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von Nicole Metz




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