SSPE als Spätfolge der Masern-Infektion im Säuglingsalter

In vielen Fällen heilen die Masern bei älteren Kindern ohne Komplikationen aus. Sind jedoch Babys betroffen, sieht dies leider anders aus. Zwar überstehen auch Säuglinge die Erkrankung meist recht gut, jedoch besteht bei ihnen das Risiko, Jahre später an der subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) zu erkranken.


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Je jünger das Baby zum Zeitpunkt der Infektion ist, desto größer ist auch die Gefahr der SSPE. Laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kann dieses Risiko bei Kindern unter einem Jahr bei 1:5.000 liegen. 


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Was ist SSPE?


Masernviren gelangen nach der Infektion in das Gehirn und rufen fünf bis sieben Jahre nach der akuten Erkrankung eine Gehirnentzündung hervor. Hirngewebe wird zerstört und das Kind entwickelt sich motorisch und geistig zurück, verlernt laufen, sprechen, sitzen und essen. Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) führt in jedem Fall zum Tod und ist nicht behandelbar. "Wir wissen nicht, weshalb bei manchen Menschen diese Erkrankung ausbricht und bei anderen nicht. Jungen scheinen häufiger betroffen zu sein als Mädchen - eine Therapie gegen die SSPE gibt es leider nicht", so Prof. Heinz-J. Schmitt, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) und Infektiologe an der Universitätsklinik in Mainz.

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Warum sind Babys so gefährdet?

Über die Muttermilch bekommt das Baby alle wichtigen Abwehrstoffe von der Mutter. Ist die Mutter gegen Masern geimpft, werden auch diese Antikörper weitergegeben. Bis zu einem halben Jahr hält der sogenannte Nestschutz an, dann muss der Organismus des Säuglings selbst mit Bakterien und Viren fertig werden. Die Masern-Impfung erfolgt jedoch erst nach dem vollendeten 1. Lebensjahr. In der Zeitspanne dazwischen können sich Babys leicht mit dem Erreger anstecken. Da die Masern hoch ansteckend sind, reicht ein Besuch beim Kinderarzt, wenn gleichzeitig ein an Masern erkranktes älteres Kind im Raum war, aus.

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