Dauerstress gefährdet das Ungeborene

Diese Ergebnisse geben uns zu denken. Stress in der Schwangerschaft kann dem Baby mehr schaden als gedacht. Das Wichtigste kurz zusammengefasst.


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Auswirkungen Stres sin der Schwangerschaft

Dauerhafter Stress in der Schwangerschaft kann dem Ungeborenen schaden.


© iStock
Stress in der Schwangerschaft beeinflusst das Ungeborene mehr, als bisher angenommen. Stehen werdende Mütter über längere Zeit unter starker Belastung, verändert sich dadurch auch das Fruchtwasser. Das hat ein interdisziplinäres  Team rund um Forschende der Universität Zürich jetzt herausgefunden. Sie gehen davon aus, dass der Dauerstress die körperliche und geistige Entwicklung des Fötus negativ beeinflusst.

In verschiedenen Tests konnten die Forschenden der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich und dem Max Planck Institut München nachweisen, dass die Plazenta auf anhaltenden Stress direkt reagiert und seinen Stoffwechsel verändert. Sie setzt selbstständig das Stresshormon CRH in das Fruchtwasser ab. Von hier gelangt es auch in den Kreislauf des Ungeborenen. 

Auswirkungen Stress in der Schwangerschaft


Wie genau der Stress im fötalen Kreislauf wirkt, ist noch nicht im Detail untersucht worden. Doch aus Tierstudien ist bekannt, dass das Stresshormon die Entwicklung der Ungeborenen ankurbeln kann. Bei widrigen Bedingungen für Mutter und Kind wird dieses verstärkt ausgeschüttet. Dadurch sollen die Überlebenschancen bei einer möglichen Frühgeburt erhöht werden. Was sich zunächst gut anhört, kann unter Umständen negative Folgen haben: "Wird das Wachstum zu sehr beschleunigt, kann dies auf Kosten einer ausdifferenzierten Reifung der Organe geschehen", so Studienleiterin und Psychologin Ulrike Ehlert. Das Risiko einer späteren Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer psychischen Störung steigt. Zudem erleiden Schwangere, die dauerhaft stark unter Stress stehen, häufiger eine Fehlgeburt.

Eine Entwarnung gibt es aber trotzdem. Die Studienergebnisse des Forscherteams gelten nur für eine dauerhafte Stressbelastung. Kurze stressige Phasen in der Schwangerschaft können dem Ungeborenen nicht schaden. Dennoch führen einem diese Ergebnisse wieder vor Augen, dass es als Schwangere enorm wichtig ist, sich regelmäßige Auszeiten zu gönnen. Glauben Sie den Empfehlungen von Ärzten und Hebammen und schalten Sie einen Gang herunter. Nehmen Sie Hilfe von anderen öfter an, als Sie es vielleicht gewohnt sind. Sie müssen sich nicht um alles alleine kümmern. Auch zu viele Sorgen und unnötige Ängste stressen natürlich. Vertrauen Sie also auf sich und Ihren Körper, dass es dem kleinen Bauchbewohner gut geht.

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