Therapeutisches Reiten: Erfahrungsbericht


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Therapeutisches Reiten: Erfahrungsbericht

Auch die kleine Lisa hat dank Grace, der sie gerade gewissenhaft die dunkle Mähne kämmt, viel von ihrer alten Lebensfreude zurück gewonnen. Ihre Eltern hatten sich getrennt, Lisas Leistungen in der Schule sich seither verschlechtert. Die Lehrerin sprach von Konzentrationsproblemen. Lisa wurde immer verschlossener und hatte kaum noch Lust, sich mit ihren Freundinnen zu treffen. Ihre Mutter befürchtete, dass Lisa sich die Schuld an der Trennung gibt. Eine Kinderpsychologin fand kaum Zugang zu dem Mädchen. Da entschied Lisas Mutter, es mit dem Therapeutischen Reiten zu versuchen. „Schon nach ein paar Stunden war Lisa ganz verändert,“ erinnert sich Lisas Reittherapeutin Jenny Renner. „Lisa und Grace verstanden sich von Anfang an. Lisa war von der Stute fasziniert, von ihrer Größe und ihrer Kraft. Und Grace ging neugierig auf sie zu und gab ihr das Gefühl, gemocht zu werden so wie sie ist - auch mit ihrer Traurigkeit.“ Bei den Reittherapiestunden und im Stall vergaß das Mädchen seine Sorgen und wirkte nicht mehr so in sich gekehrt. Da sie das Pferd bald selbstständig reiten konnte, wurde ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Lisas Mutter berichtete von besseren Schulnoten, davon, dass ihre Tochter fröhlicher sei und sich wieder für andere Kinder interessiere. „Auch auf dem Reiterhof hat Lisa Freundschaften geschlossen,“ erzählt Jenny Renner. Die 45-Jährige ist staatlich anerkannte Physiotherapeutin und arbeitete acht Jahre lang in diesem Beruf, bis sie 1993 ihr eigenes Hippotherapiezentrum gründete. Nach zahlreichen Weiterbildungen gehört sie zu den wenigen Therapeutinnen, die sowohl Heilpädagogisches Reiten als auch Hippotherapie anbieten können. Das macht Sinn, schließlich gibt es viele Patienten, bei denen körperliche und seelische Probleme zusammenhängen.