Vorzeitige Plazentaablösung: Gefahr für Mutter und Kind

Im Normalfall wird die Plazenta nach der Geburt des Babys als Nachgeburt vom Körper ausgestoßen. Es kann aber vorkommen, dass sie sich schon während der Schwangerschaft löst. Warum eine vorzeitige Plazentaablösung für Mutter und Kind so gefährlich ist.


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Die Plazenta


Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, ist ein Organ, das das Ungeborene über die Nabelschnur mit Nährstoffen versorgt, seine Abfallprodukte entsorgt und Schwangerschaftshormone produziert. Es bildet sich zu Beginn der Schwangerschaft, je nachdem, wo sich die Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Meistens ist das im oberen Bereich der Seiten-, Hinter- oder Vorderwand der Gebärmutter. 

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Liegt die Plazenta zu nahe am Muttermund oder bedeckt ihn, spricht man von einer Placenta praevia. Was das für Mutter und Kind bedeutet.



Manchmal liegt die Plazenta aber auch tiefer (Placenta praevia) und reicht an den Muttermund heran, bedeckt ihn teilweise oder ganz. Besonders dann besteht vor allem gegen Ende der Schwangerschaft die Gefahr einer vorzeitigen Plazentaablösung, die sich durch heftige Schmerzen und Blutungen zeigt.

Abruptio placentale: Vorzeitige Plazentaablösung


Zunächst sei gesagt: Eine vorzeitige Plazentaablösung kommt sehr selten vor, kann für Mutter und Kind aber sehr gefährlich werden. Die Plazenta löst sich in diesem Fall randständig oder großflächig von der Gebärmutter. So werden Versorgungswege von mütterlichem zu kindlichem Kreislauf abgeschnitten. Löst sich die Plazenta zu mehr als einem Drittel vom Gebärmuttergewebe, wird die Sauerstoffzufuhr zum Baby derart eingeschränkt, dass es daran sterben kann. 


Vorzeitige Plazentaablösung


© Thinkstock
Eine Plazentaablösung geht zudem oft mit starken Blutungen einher, die nicht nur für das Kind sondern auch für die Mutter lebensbedrohlich werden können. Im Fall einer Plazentaablösung, die die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet, muss umgehend ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden.

Hat sich die Plazenta teilweise gelöst, aber die Blutungen halten sich in Grenzen und das Baby wird noch ausreichend versorgt, muss nicht sofort ein Kaiserschnitt gemacht werden. Eine strenge Bettruhe der Mutter unter ärztlicher Beobachtung kann dann dafür sorgen, dass sich das Baby im Mutterleib noch weiterentwickeln kann. Zumindest so lange, bis der Arzt nach Abwägung des mütterlichen und kindlichen Zustands zum Kaiserschnitt rät.

Ursachen sind noch nicht klar


Liegt eine Plazenta praevia vor, können schön geringe Wehentätigkeiten eine vorzeitige Plazentaablösung verursachen. Warum es in macnhen Fällen aber auch ohne einen zu tief liegenden Mutterkuchen zu einer vorzeitigen Plazentaablösung kommt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Nach Meinungen von Experten könnte es sein, dass sich bestimmte Blutgefäße verändern, wodurch es zu einer Trennung der Haftflächen zwischen Plazenta und Gebärmutter kommt. Aber auch Verletzungen und Druckveränderungen könnten einer Plazentaablösung vorausgehen.




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