Was Sie bei 3-Monats-Koliken tun können

Da die Ursachen für die heftigen Bauchkrämpfe beim Baby nicht eindeutig geklärt sind und sich vermutlich auch von Baby zu Baby unterscheiden, hilft nur ausprobieren, was Ihrem Kind Linderung verschafft. Wir geben Tipps dafür.


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Was dem Baby bei Bauchweh hilft
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    Schmusen, schmusen, schmusen

    Egal, was Ihrem Baby zu schaffen macht: Schmusen macht gleich alles ein wenig besser. Viel Körperkontakt ist es, was Ihr Baby jetzt besonders braucht. Nehmen Sie es auf den Arm, tragen Sie es herum, wiegen Sie es sanft. Auch, wenn das Schreien dadurch nicht aufhört, gibt es Ihrem Baby dennoch ein gutes und sicheres Gefühl. Sanfte Musik, leises Singen oder Summen wirkt dabei zusätzlich beruhigend.

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    Bauchmassage und Fliegergriff

    Reiben Sie den Bauch des Säuglings sanft mit der flachen Hand im Uhrzeigersinn rund um den Nabel herum. Damit die Hand besser gleitet und die Wirkung unterstütz wird, können Sie dafür auch Babyöl, Kümmelöl oder Windsalbe verwenden. Die Massage entspannt und hilft dem Kind dabei, die Blähungen loszuwerden. Lesen Sie dazu auch unsere Babymassage-Anleitungen.

    Manchen Kindern hilft bei Blähungen der Fliegergriff. Legen Sie Ihr Baby dafür bäuchlings auf ihren Unterarm und tragen Sie es ein wenig herum. Die Wärmer Ihres Armes und der sanfte Druck auf den Bauch können ebenfalls dabei helfen, die lästige Luft aus dem Darm zu bekommen.

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    Wärme und Tee gegen die Bauchkrämpfe

    Wärme wirkt entkrampfend und kann auch bei Bauchweh-geplagten Säuglingen helfen. So können eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen sowie ein warmes Bad kleine Wunder wirken.

    Ebenfalls entkrampfend wirken bestimmte Tees, insbesondere Kümmel- und Fencheltee. Nach Absprache mit der Hebamme können Sie Tee unter die abgepumpte Muttermilch oder Pre-Milch mischen und mit der Flasche füttern. Verweigert Ihr Kind das Fläschchen, können Sie den Muttermilch-Tee-Mix auch behutsam in den Mund löffeln.

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    Wenn Hausmittel nicht helfen

    Führen diese Methoden alle nicht zur Besserung, können Sie Ihrem Kind nach Rücksprache mit Arzt und Hebamme auch (homöopathische) Medikamente verabreichen. Tropfen mit den Wirkstoffen Dimeticon oder Simeticon zum Beispiel wirken gegen Gasblasen im Darm.



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Blähungen und Bauchweh beim Baby vorbeugen
Um das Risiko bzw. die späteren Folgen von Bauchschmerzen möglichst gering zu halten, können Sie diese Tipps einmal ausprobieren:

➤ Darauf schon beim Füttern achten

Ihr Baby darf nicht zu schnell trinken.  Hastiges Trinken führt dazu, dass viel Lust geschluckt wird. Übereifrige Flaschenkinder werden zum Beispiel mit einem kleineren Saugerloch zu langsamerem Trinken angehalten. Auch darf die angerührte Milch in der Flasche nicht zu schaumig sein, wenn sie gefüttert wird.

Manchen Kindern kann eine sehr aufrechte Haltung beim Füttern vorbeugend helfen. Probieren Sie auch, Ihr Kind häufiger, dafür aber mit kleineren Portionen zu füttern, die besser verdaut werden können.

Das Bäuerchen ist wichtig, besonders für Säuglinge mit 3-Monats-Koliken. Legen Sie schon nach einer Minute füttern eine kurze Pause ein, damit Ihr Kind aufstoßen kann. Auch beim Brustwechsel und nach der Mahlzeit sollten Sie Ihr Kind ausgiebig aufstoßen lassen.

Nehmen Sie sich viel Zeit zum Füttern und sorgen Sie dabei für eine ruhige Umgebung ohne Radio- und TV-Lärm.

➤ Speziell bei Stillkindern

Achten Sie beim Stillen auf die richtige Haltung des Babys und darauf, dass es die Brustwarze ganz in den Mund nimmt.

Sie als stillende Mutter können ausprobieren, ob Ihrem Baby der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel besser bekommt. Generell sollten Sie keine blähenden Lebensmittel wie Kohlgemüse und Hülsenfruchte essen. Deren blähende Wirkung geht nämlich direkt über die Muttermilch zum Kind über. Aber auch Tees, Kaffee, Schokolade, Gewürze, Hefeteigwaren und bestimmte Obstsorten können bei empfindlichen Kindern zu Blähungen führen. Da selten auch eine Milcheiweißallergie für die Koliken verantwortlich ist, können Sie in Absprache mit Ihrem Arzt auch mal eine Woche lang auf Kuhmilchprodukte verzichten. ➤ Vermeiden Sie Stress und Reizüberflutung

Weil auch Stress im Verdacht steht, für die 3-Monats-Koliken verantwortlich zu sein, sollten Sie sich und Ihrem Baby zu Liebe alles ganz in Ruhe angehen. Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf. Feste Rituale helfen dem Baby beim Entspannen und geben ihm Sicherheit. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby tagsüber nicht zu vielen Reizen ausgesetzt ist, damit es abends besser zur Ruhe kommt.
Und zuletzt: Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen
Ewiges Schreien geht an die Substanz, das wird niemand abstreiten. Lassen Sie sich aber niemals dazu hinreißen, das Kind zu schütteln! Leider ist das Schütteltrauma immer noch eine der häufigsten Todesursachen bei Säuglingen. Merken Sie, dass Sie die Nerven verlieren, legen Sie Ihr Kind ab und verlassen Sie den Raum, um sich zu beruhigen und neue Kraft zu sammeln! Scheuen Sie sich nicht, angebotene Hilfe anzunehmen und Ihr Baby in Schreiphasen auch mal an den Partner, die (Schwieger-)Eltern oder willige Freunde abzugeben.

Professionelle Hilfe bei Schreibabys bieten die Schreiambulanzen. Adressen für regionale Initiativen finden Sie zum Beispiel hier.

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