Wie gesund sind Lebensmittel „nur für Kinder“?

Lebensmittel „nur für Kinder“ versprechen oft viele Vitamine, Mineralstoffe oder die Extraportion Milch. Was wirklich dahinter steckt.


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Sind Lebensmittel "nur für Kinder" wirklich so gesund?


Bei uns zu Hause gab's früher Zwieback, Rotbäckchensaft und irgendwann dann auch die berühmte Schokolade mit der „Extraportion Milch“ - das war's auch schon zum Thema „Kinderlebensmittel“. Ein kleines, überschaubares Sortiment also. Wenn meine Kinder heute ihren Mini-Einkaufswagen durch die Gänge des Supermarkts schieben, sind die Regale und Kühltruhen rappelvoll mit Lebensmitteln speziell für die kleinen Kunden. Alles bunt verpackt, in Kinderhöhe aufgestapelt und oft auch noch mit einem Spielzeug drin. Da gibt es Extra-Pudding, Extra-Brotaufstriche, Extra-Drinks. Fast könnte man meinen, dass kleine Körper ganz anders funktionieren als große.
   
Sind Kinderlebensmittel denn nun besser als ganz normale Lebensmittel? „Nein“, stellt Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) klar. „Kinderlebensmittel bieten keinerlei gesundheitlichen Vorteil.“ Die meisten enthalten sehr viel Zucker und damit auch viele Kalorien. „Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Süßigkeiten“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Auch der Fettgehalt ist in vielen Produkten sehr hoch, wie Stiftung Warentest herausgefunden hat (Infos dazu im Internet unter www.test.de). Kinder, die über den Tag verteilt nur Kinderfertigprodukte bekommen, haben am Ende des Tages durchschnittlich über 300 Kalorien mehr gegessen als solche, die nur zu Hause zubereitete Speisen zu sich nehmen. Kinderlebensmittel sind fast immer hoch verarbeitete Produkte, die sich ohne ein ausgeklügeltes System an diversen Zusatzstoffen kaum verkaufen ließen. Was in den gängigsten Kinderlebensmitteln enthalten ist, zeigt ein Blick auf die Internetseite des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund (www.fke-do.de, erst „Ernährungsempfehlungen“, dann  „Kinder-Lebensmittel“ anklicken). Für den immer gleich bleibenden Geschmack sorgen meist Aromastoffe. So lassen sich Kinder auf bestimmte Produkte prägen. Ist das erst mal passiert, hat ein selbst gemachter Erdbeerjoghurt gegen das Industrieprodukt kaum noch eine Chance. Auch sind Kinderlebensmittel fast immer wabbelig-weich. Wer braucht da eigentlich noch gesunde, kräftige Zähne?




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