Zika-Virus: Gefährlich für Schwangere

Der Zika-Virus breitet sich in Lateinamerika noch immer ungebremst aus - zugleich kommen dort immer mehr Babys mit Schädel- und Hirnfehlbildungen auf die Welt. Was es mit dem Zika-Virus auf sich hat und was Schwangere jetzt beachten sollten.


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Reisende bringen das Zikavirus auch nach Deutschland


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Das Zikavirus verbreitet sich in Brasilien und anderen tropischen Ländern noch immer rasant - auch in Deutschland gibt es erste Fälle von infizierten Urlaubsrückkehrern. Das Virus selbst gilt als relativ unproblematisch, gesunde Erwachsene leiden meist nur unter harmlosen, erkältungsähnlichen Symptomen. Inzwischen gilt es aber als erwiesen, dass der Zikavirus in direktem Zusammenhang mit Mikrozephalie steht. Bei dieser Fehlbildung kommen Babys mit einem zu kleinen Kopf und nicht ausgereiftem Gehirn auf die Welt. Allein in Brasilien liegt die Zahl der Kinder, die mit der Missbildung auf die Welt gekommen sind inzwischen bei ca. 1.700 bestätigten Fällen. In Europa (Spanien) kam jetzt erstmals ein Baby auf die Welt, das durch das Zika-Virus unter Fehlbildungen leidet. (Quelle: Spiegel.de).

Dürfen Schwangere noch nach Brasilien reisen? Wird das Virus auch bei uns zur Gefahr? Wir haben in unseren FAQs die wichtigsten Fragen zusammengefasst:
Wie sollen sich Schwangere verhalten?
Da ein hundertprozentiger Schutz vor den Aedesmücken, die das Virus übertragen, kaum unmöglich ist, ist die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin klar und eindeutig: "Schwangere sollten Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen möglichst vermeiden. Sollte eine Reise nicht zu vermeiden sein, ist auf einen konsequenten Mückenschutz zu achten". Gesundsheitsbehörden warnen Schwangere allerdings schon immer und grundsätzlich vor Reisen in tropische Regionen, auch eine Infektion mit Malaria, Gelbfieber und Hepatitis E zählen zu den Risiken, denen Schwangere sich nicht unnötig aussetzen sollten.
Da es bislang keine Medikamente und keine Impfung gegen das Zikavirus gibt, ist eine Übertragung der infizierten Schwangeren auf ihr Kind nicht zu verhindern. Auch über ungeschützten Sex und Blutkonserven kann das Virus übertragen werden, so die Aussagen des Robert Koch Instituts.

Eine aktuelle Untersuchung zeigt allerdings, dass die Schwangeren, die sich erst in den letzten drei Monaten ihrer Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infiziert haben, gesunde Babys zur Welt bringen. (Quelle: Spiegel.de)

Was ist das Zikavirus?



Mücken der Aedes-Gattung haben das Virus schon in 21 Ländern übertragen.


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Das Zikavirus gehört zur Familie der Flaviviren, die auch Denguefieber und Gelbfieber auslösen. Diese Viren werden durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Das Zikavirus ist kein "neuer" Virus, es wurde bereits vor gut 60 Jahren bei Rhesusaffen in Uganda nachgewiesen. Der einzige Schutz vor der sogenannten Tigermücke: Helle Kleidung, Insektenschutzmittel und Moskitonetze. Tipps zum Mückenschutz finden Sie hier:  ➤ www.dtg.org/238.html
Was ist Mikrozephalie?
Mikrozephalie ist eine Schädel-Hirn-Schädigung, bei der Neugeborene mit zu kleinem Kopf und dadurch bedingt häufig auch mit einer geistigen Behinderung auf die Welt kommen. Diese Fehlbildung kommt auch bei normalen Schwangerschaften vor: Sie kann entweder erblich bedingt sein oder durch Infektionen und Hirnverletzungen ausgelöst werden. Wenn Schwangere beispielsweise an Röteln, Windpocken oder Toxoplasmose erkranken, kann das ebenfalls zu einer Mikrozephalie führen. Auch die Strahlenbelastung bei einer Krebsbehandlung kann das Hirn des Embryos in dieser Form schädigen.

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Wo kommt der Zikavirus überall vor?

Die WHO hat den Erreger bislang in 21 Ländern registriert und es wird befürchtet, dass er sich überall dort ausbreitet, wo die Aedes-Mücken heimisch sind: In Süd- und Mittelamerika und in Teilen der USA. Der Karneval in Brasilien und die Sommer-Olympiade werden wohl ebenfalls dazu beitragen, dass sich das Virus in alle Welt verbreitet.
Kann sich das Virus auch bei uns ausbreiten?
Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin gibt hier Entwarnung: Eine Ausbreitung im großen Stil sei hierzulande nicht zu befürchten. Die Tigermücke kommt erstens bei uns kaum vor - und zweitens ist die Übertragung von Mensch zu Mensch selten. Nach Zahlen des Robert Koch Instituts sind seit Oktober 2015 in Deutschland mehrere Dutzend Zikavirus-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert worden.
Wie äußert sich das Virus?
Auf den ersten Blick ist eine Zika-Infektion erstmal relativ harmlos: Zu den Symptomen zählen schmerzende Gelenke, Fieber, Hautausschlag und teilweise Kopf- oder Muskelschmerzen. Ein Großteil der Infizierten ist völlig symptomfrei, und auch bei den Infizierten mit Symptomen verschwinden die Beschwerden nach einigen Tagen meist wieder. Sollte der Zusammenhang zwischen den schweren Schädel-Fehlbildungen und dem Virus bestätigt werden, steigt damit die Gefährlichkeit des Virus allerdings immens.

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