2. Schulhalbjahr: diese Rechte haben Eltern

Als Eltern müssen Sie sich darauf verlassen, dass Lehrer ihren Beruf nach bestem Wissen und Gewissen ausüben. Falls es doch Probleme geben sollte und Sie Ihre Kinder ungerecht behandelt fühlen, haben Sie als Eltern Einflussmöglichkeiten: Teil 2: die Rechte der Eltern.


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Wegen des durchwachsenen Halbjahreszeugnisses habe ich nächste Woche einen Termin bei der Klassenlehrerin. Wie kann ich mich darauf vorbereiten?

Lassen Sie sich von Ihrem Kind vorher umfassend informieren, damit Sie beim Gespräch mit der Lehrerin keine Überraschungen erleben. Sie sollten informiert sein über alle Noten, Erfolge, Versäumnisse und besondere Vorfälle. Sehen Sie sich alle Klassenarbeiten an und die Lehrer-Kommentare darunter. Wie steht es mit der mündlichen Beteiligung Ihres Kinds im Unterricht? Mündliche Noten können genauso wichtig oder sogar wichtiger sein bei der Notengebung! Schreiben Sie sich alle Fragen und Wünsche auf und nehmen Sie diese mit zum Lehrergespräch.


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Mit dem Halbjahreszeugnis bin ich nicht einverstanden. Muss ich es trotzdem unterschreiben?

Zeugnisse sind Verwaltungsakte, die Sie nicht unterschreiben müssen, wenn Sie mit ihrem Inhalt nicht einverstanden sind. Sie können formlos gegenüber der Schulleitung Widerspruch einlegen. Letztlich können Sie mit einem Anwalt das Zeugnis sogar vor einem Verwaltungsgericht anfechten. Doch dafür müssen Sie Beweise sammeln, aus denen hervorgeht, dass sich die Schule entweder verrechnet hat (dann brauchen Sie alle mündlichen und schriftlichen Einzelnoten) oder dass die Noten ungerecht zustande kamen, etwa wegen eines längeren Unterrichtsausfalls.

Um jetzt noch zu einem Notendurchschnitt von etwa 2 zu kommen, können Sie mit Ihrem Kind Hausaufgaben durchgehen, das Kind abends abhören, mit ihm für die Klassenarbeiten lernen und das Kind ermuntern, sich im Unterricht stärker zu beteiligen. Wenn Ihr Kind immer laut ausspricht, was es gelernt hat, sollten seine Noten besser werden.


Die Grundschulempfehlung akzeptieren?

Manche Eltern sind mit dem Gutachten der Grundschule nicht einverstanden und wollen ihr Kind in einer höheren oder niedrigeren Schulform anmelden.

In den meisten Bundesländern gilt das Elternrecht, d.h. Mütter und Väter können sich über die Empfehlung der Grundschule hinwegsetzen und ihr Kind in einer weiterführenden Schule ihrer Wahl anmelden - sofern diese zustimmt. In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen kann ein Kind ohne entsprechende Empfehlung nur auf dem Widerspruchsweg mit Nachprüfung bzw. Probeunterricht versuchsweise ein Gymnasium bzw. eine Realschule besuchen. Bedenken sollten Eltern, dass sich ein Drittel aller Empfehlungen nachträglich als falsch erweisen. Ein gut begründeter Einspruch gegen das Grundschulgutachten kann also durchaus sinnvoll sein, sofern sie mit dem Schulpsychologen bzw. Leiter der aufnehmenden Schule abgestimmt ist.

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