Diese Tricks helfen Ihrem Kind, sich auf Klassenarbeiten vorzubereiten

Diese fünf Tipps von einer Lehrerin und Psychologin helfen Ihrem Kind, sich optimal auf Prüfungen in der Schule vorzubereiten: Diese Tricks sind weder besonders kompliziert, noch haben sie etwas mit anstrengendem Pauken zu tun - im Gegenteil. So machen Sie Ihr Kind fit für die nächste Klassenarbeit!


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Gute Noten sind kein Kinderspiel - oder doch?


Die Noten, die Ihr Kind auf Klassenarbeiten bekommt, sagen nichts darüber aus, wie erfolgreich es grundsätzlich im Leben ist - das sei schon einmal von Anfang an betont. Eine Note verrät nicht einmal unbedingt, ob Ihr Kind auf diese Arbeit gelernt hat! Häufig kommt es vor, dass sich Kinder gut vorbereiten, den Stoff lernen und zuhause alles wunderbar hinkriegen. In der Klassenarbeit macht das Kind dann plötzlich Fehler, die sich keiner erklären kann, weder das Kind, noch die Eltern.

Eine Prüfungssituation ist nicht zu unterschätzen und bereits in der Grundschule bedeutet eine benotete Leistungskontrolle Stress. Und dieser Stress kann Ihr Kind blockieren, was zu Leichtsinnsfehlern und dem Übersehen von Details führen kann.
Viele Eltern sind ratlos, wie sie ihre Kinder optimal bei den Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Klassenarbeiten unterstützen können. Und wenn trotz aller Anstrengungen die Noten nicht zufriedenstellend sind, sind Eltern und Kind frustriert. 

Diese Tricks helfen Ihrem Kind beim Lernen


© iStock
Die Lehrerin und Expertin für Schulpsychologie Angela Abaya-Garcia, selbst Mutter zweier Kinder, hat Methoden entwickelt, die ein Schulkind fit für die Extremsituation Klassenarbeit machen. Dabei hat sie auch miteinbezogen, dass viele Eltern - genau wie sie selbst als berufstätige Mutter - nicht immer genug Zeit haben, am Nachmittag mit ihrem Kind zu lernen. Ihre Tricks fördern die Selbstständigkeit Ihres Kindes, lockern das sture Auswendiglernen durch abwechslungsreiche Lerntechniken auf und sind vor allem eins: effektiv. Denn Lernen ist nicht gleich Lernen!
1. Lassen Sie Ihr Kind ein Video drehen
Wenn sich Ihr Kind das nächste Mal auf eine Klassenarbeit oder ein Referat vorbereitet, darf es ein Video von sich selbst drehen. Wie in einem Youtube-Tutorial soll es einem unsichtbaren Publikum die Thematik erklären. Das geht ganz einfach mit einem Smartphone und Kinder sind heutzutage sowieso fit, was das angeht. Danach darf sich Ihr Kind das Video ansehen und mit seinem Heft überprüfen, ob alle wichtigen Fakten in seinem Vortrag enthalten waren. Wenn nicht, wird gleich ein neues Video gedreht.

Den Lernstoff so zu wiederholen spricht gleich mehrere Ebenen an, da Ihr Kind die Fakten mündlich gliedern und ausdrücken muss und danach als sein eigener Kritiker auftritt. Sich selbst zu überprüfen, ist mindestens so effektiv wie Kritik durch eine außenstehende Person, da Ihr Kind seine Defizite so eigenständig (!) erkennen kann und diese Lücken ausgleicht. Fehler, die es im Video gemacht hat, macht es garantiert nicht mehr in der Klassenarbeit! 

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2. Lassen Sie Ihr Kind Arbeitsblätter erstellen

Eine sehr gute Methode zur Wiederholung des Lernstoffs ist, für Ihr Kind ein Arbeitsblatt oder eine Probe-Klassenarbeit zu schreiben. Formulieren Sie Fragen oder Aufgaben und lassen Sie Ihr Kind diese Aufgaben lösen. So wird nicht nur der Lernstoff wiederholt, sondern auch eine ähnliche Situation wie in der Klassenarbeit geschaffen. Und je öfter Ihr Kind diese Situation erlebt, desto weniger lässt es sich im Ernstfall von der Prüfungssituation irritieren. Es wird quasi nicht nur der inhaltliche Stoff erprobt, sondern auch die Situation: Ein Blatt mit Aufgaben, ein ruhiger Raum und ein begrenzter Zeitrahmen.

Eine Steigerung dieser Methode ist, wenn nicht Sie für Ihr Kind, sondern Ihr Kind für Sie ein Arbeitsblatt erstellt! Ihr Kind reflektiert so, welche Themenpunkte besonders wichtig sind, was für Fragen in der Klassenarbeit gestellt werden könnten und auf welche Weise ein Sachverhalt abgefragt werden könnte. Ihr Kind wechselt die Perspektive und darf jetzt selbst einmal Noten verteilen! Das Arbeitsblatt verrät Ihnen außerdem, ob Ihr Kind alles verstanden hat. Wenn Sie das Arbeitsblatt beantworten, können Sie auch absichtlich Fehler einbauen. Findet Ihr Kind alle Fehler?
3. Gestalten Sie Kunstwerke mit Ihrem Kind
Stures Auswendiglernen ist nicht nur langweilig, sondern bleibt meist auch nur im Kurzzeitgedächtnis haften. Bringen Sie etwas Abwechslung in die Vorbereitung auf eine Klassenarbeit und lassen Sie Ihr Kind künstlerisch aktiv werden. Sachthemen kann es zum Beispiel als Poster darstellen, in Form einer Mindmap oder einfach als Bild. Ist das Thema "Wiesenblumen", kann Ihr Kind die Blumen aufmalen und mit deren Eigenschaften versehen. Oder beim Thema "Bäume und Blätter" kann Ihr Kind ein Poster mit getrockneten Blättern gestalten. Das Poster kann zur Wiederholung des Schulstoffs oder als Lerninstrument genutzt werden. Das heißt, Ihr Kind darf ruhig das geöffnete Buch neben sich liegen haben - es geht hier vorrangig um die Visualisierung der Inhalte. Neben der bildhaften Darstellung ergibt sich ein weiterer Vorteil aus dieser Methode: Es hat sich gezeigt, dass wir uns Inhalte besser merken können, wenn sie mit Bewegung und Aktion verbunden werden. Malen, Kleben, Beschriften, Pinseln - all das verankert das Gelernte im Gedächtnis Ihres Kindes.
4. Machen Sie ein Spiel daraus!
Lernen ist nichts anderes als Üben und Üben kann auch spielerisch passieren! Überlegen Sie sich Spiele, die das Lernen etwas aufpeppen. Ganz einfach umzusetzen ist zum Beispiel das Quiz: Sie stellen Ihrem Kind und mindestens einem weiteren Kind Fragen und wer die Frage zuerst und korrekt beantwortet, kriegt einen Punkt. Das ist zum Beispiel eine gute Möglichkeit, um das Einmaleins zu trainieren. Eine weitere spielerische Möglichkeit ist das gute alte Memo-Spiel: Eine Karte zeigt einen Pilz, die zweite den dazugehörigen Namen des Pilzes. Um Zeit zu sparen, lassen sich im Internet viele passende Vorlagen finden. Der Ehrgeiz, ein Spiel zu gewinnen, motiviert meist mehr, als alleine in ein Heft zu gucken und sich Inhalte einzuprägen.
5. Beginnen Sie rechtzeitig mit der Lernvorbereitung
Auch wenn sich das Thema einer Klassenarbeit auch in ein oder zwei Tagen lernen lassen - planen Sie mehr Zeit und beginnen Sie früher mit der Vorbereitung. Auf den letzten Drücker möglichst viel zu lernen kann zwar funktionieren, der Inhalt bleibt aber maximal im Kurzzeitgedächtnis erhalten. Und die Gefahr, in der Prüfungssituation seine volle Leistung abrufen zu können, ist mit dem Kurzzeit-Lernen nicht nur unwahrscheinlich, sondern erhöht sogar die Wahrscheinlichkeit für Leichtsinnsfehler und Blackouts. Grund ist der Stress, der zunächst durch die tagelange Prokrastination, also dem Aufschieben des unangenehmen Büffelns, entsteht und durch das auf ein paar Stunden konzentrierte und durch viel Druck belastetete Lernen am Tag vor der Klassenarbeit. Es ist viel sinnvoller, bereits einige Tage vorher anzufangen, den Stoff zu lernen und ihn immer wieder zu wiederholen (zum Beispiel vor dem Einschlafen durchlesen), so dass die Inhalte wirklich im Gedächtnis verankert werden. In Summe ergibt sich am Ende die gleiche Anzahl an Stunden, die Ihr Kind für die Vorbereitung gebraucht hat.

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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