Erkältung bei Kindern: Patiententyp "Tiger"
„Nee, Mama, mir fehlt nichts!“ Verdrängen, ordentlich was wegstecken, alles halb so wild - das ist das Credo kleiner „Tiger“. „Diesen Patiententypus findet man vor allem bei kleinen Jungs, für die ihr Papa der Allergrößte ist“, weiß Peter Franke. Doch auch Mädchen orientieren sich häufig an einem klassisch männlichen Umgang mit jeder Art von Schwäche, ob es nun eine Schürfwunde am Knie ist oder ein hartnäckiger Husten. „Tiger“ verabscheuen es, wenn Aufhebens um ihre Erkältung gemacht wird. Sie brauchen nur wenig Schlaf, verfolgen alles, was um sie herum geschieht, mit wachem Verstand. Sie lassen sich von nichts und niemand unterkriegen - und schon gar nicht von einem bisschen Fieber ins Bett zwingen.
Das hilft dem Tiger:
Am liebsten sind dem „Tiger“ in allen Lebenslagen schnelle Lösungen, die ihn nicht in seinem Freiheitsdrang beschneiden. Wenn's sein muss, schluckt er sogar bittere Medizin, sollte der Husten stark werden. Hohes Fieber?
Der „Tiger“ beißt eisern die Zähne zusammen und lässt sich ohne zu murren ein Zäpfchen geben. Aber bitte keine aufwendigen Kälteumschläge, bei denen er sich hinlegen muss! Bei hartnäckigem Schnupfen lässt er sich anstandslos Nasentropfen einträufeln, die beißend die Kehle herunterrinnen. Ältere Kinder lassen sich sogar zu einer Nasendusche überreden, aber kaum zu Bettruhe. Fieber, das es ans Bett fesselt, ist das Schlimmste, was dem tapferen Kind passieren kann.
Wichtig: „Tiger“ neigen dazu, zu wenig zu trinken. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist aber gerade bei Erkältungen wichtig, um die Schleimhäute feucht zu halten. Verfestigt sich der Schleim, drohen Folgeinfekte wie Nasennebenhöhlenentzündungen. Halten Sie Ihren Sprössling immer wieder zum Trinken an: „Am besten zimmerwarmen, verdünnten Apfelsaft“, rät Dr. Franke. Hat sich das Sekret jedoch schon festgesetzt, kann man es mit Wirkstoffen wie Acetylcystein (ACC) oder Myrtol wieder lösen und den Abtransport des Erkältungsschleims beschleunigen. Naturheilkundliche Alternative: Extrakte aus Efeu oder Thymian.
Kleiner Rat: „Tiger“ zeigen sich gern unverwundbar, sind schon deshalb selten Kuschelkinder. Zuwendung brauchen aber auch sie. Nutzen Sie jede Möglichkeit, Ihr Kind zu berühren, auch wenn die „Behandlung“ das nicht erforderlich macht. Ein Streichen über die Stirn, bevor Sie die Nasentropfen geben, eine Beinmassage vor dem Zäpfchen geben oder die Hand streicheln beim Schlucken der Pillen - das alles verleiht kleinen „Tigern“ Bärenkräfte!

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