
Sollen Geschwister gemeinsam in die gleiche Kita gehen? Warum nicht - wenn die Voraussetzungen stimmen.
Bei vielen Kindern ist die Vorfreude groß, wenn es zum ersten Mal in den Kindergarten geht. Vor allem dann, wenn Schwester oder Bruder bereits dort sind. Mit der Mama an der Hand geht es los in Richtung Kita, die Kleider werden an den Haken gehängt und die neuen Hausschuhe wollen ausprobiert werden. Doch dann fällt der erste Abschied von Mama meist schwer. Viele wollen lieber wieder zurück nach Hause gehen, so wie sonst, die Situation ist fremd für die Kleinen. Wenn dann aber ein großer Bruder oder eine große Schwester zu Stelle sind, die ihr Geschwisterlein an die Hand nehmen, ist der erste Schmerz schnell verflogen.
Oft ist die neue Situation für die Eltern leichter als erwartet. Die Sorgen darüber, wie das eigene Kind in der ungewohnten Umgebung zurechtkommen wird erweisen sich in vielen Fällen als unbegründet. Mit Bruder oder Schwester an der Seite fällt der Einstieg in die Kita gar nicht so schwer und die ersten Kontakte sind bald geknüpft. Beim Mittagsschlaf kuschelt man sich an den großen Bruder und schläft beruhigt ein. Wenn Mutter und Vater die Erzieher bereits kennen, fällt es auch ihnen leichter sich zum erstem Mal von ihren Schützlingen zu verabschieden.
Eine erfolgreiche Methode der Kinderbetreuung ist die Organisation in altersgemischte, offene Gruppen. Offene Gruppe heißt, dass für Ausflüge oder bestimmte Spiele die Kinder nach Altersstufen getrennt werden, denn mit übermüdeten Einjährigen in den Zoo zu gehen, macht niemandem Spaß.
Von der Altersmischung in den Gruppen profitieren beide Seiten. Die Großen wirken als Vorbild und Ansporn für die Kleinen, zeigen ihnen zum Beispiel, wie man Schuhe richtig anzieht, Reißverschlüsse zumacht oder alleine schaukelt. Und die Kleinen bringen die Großen dazu, rücksichtsvoll zu sein und Verantwortung zu übernehmen. So ermahnt mancher vierjährige „Erzieher“ die Jüngeren, beim Essen nicht so rumzupanschen.
Eltern, die beide Geschwister in der gleichen Kita unterbringen sparen dabei nicht nur viel Zeit, sondern auch noch Geld, denn viele Tagesstätten bieten ab dem zweiten Kind ermäßigte Beitragssätze an.
Mit Geschwisterkindern hat der Berliner Kinderladen fast nur gute Erfahrungen gemacht. „Die Eingewöhnung der Jüngeren geht blitzschnell, da sie uns schon kennen“, sagt Katrin Fromel. „Wenn sie sich in die Gruppe integriert haben, suchen sich die meisten schnell gleichaltrige Freunde.“ Erst einmal habe sie Geschwister trennen müssen. „Da war die Große viereinhalb und hat ihre zehn Monate alte Schwester ständig mit sich herumgeschleppt, wie eine Puppe. Das war für beide nicht gut.“ Eine Tagesmutter habe die Kleine dann so lange betreut, bis die Große in die Vorschule kam.

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