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MEDIENKONSUM

Wieviel Fernsehen und Computer ist gut für Kinder?

In diesem Artikel:

Computer und Fernsehen: Grenzen sind wichtig

Hörkassetten können in Stressmomenten eine Alternative zum Fernsehen sein, die Kindern Spaß macht und Eltern entlastet. Aber auch Hörmedien haben positive und negative Inhalte und lenken unter Umständen durch exzessiven Gebrauch von anderem Spiel ab. Die richtige Auswahl ist entscheidend und täglich etwa 20 bis 40 Minuten Hörkassette sind schon viel. Kinderradiosendungen wie etwa der „Ohrenbär“ bieten täglich kurze kindgerechte Hörspiele (www.ohrenbaer.de).

Auch wenn Kinder ab dem späten Grundschulalter häufig die „Computer-Experten“ der Familie sind, sollten wir uns von diesen Fähigkeiten nicht täuschen lassen: Kinder brauchen ihre Eltern noch fast bis zum Ende der Schulzeit, um das richtige Maß und Orientierung zu finden - selbst wenn sie natürlich gelegentlich lautstark das Gegenteil behaupten. Grenzen aushandeln und einfordern ist auch im Umgang mit Computer und Fernsehen wichtige Erziehungsaufgabe.

Nach einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes besitzen 54 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland einen eigenen Kassettenrekorder, 51 Prozent eine Stereoanlage, 45 Prozent einen Gameboy, 38 Prozent einen Fernseher, 27 Prozent eine Spielkonsole, 24 Prozent haben ein eigenes Handy, 15 Prozent einen Computer, 14 Prozent einen Videorekorder, sechs Prozent einen Internetanschluss, fünf Prozent einen eigenen DVD-Spieler. Mit solch einem „Geräte-Fuhrpark“ ausgestattet, ist die Versuchung, den ganzen Tag zu chatten oder zu glotzen, ziemlich groß. Für Kinder oft zu groß.

Aktivität der Kinder statt Konsum

Und das ist verständlich: Lesen, Sport treiben oder sich selbst ein Spiel auszudenken ist im ersten Moment mühevoller und anstrengender als sich dem Sofort-Spaß der elektronischen Medien hinzugeben. Das geht Erwachsenen nicht anders. Man muss sich durchaus überwinden - aber dafür verschafft es einem hinterher ein größeres Erfolgsgefühl. Kindern, die diesen Zusammenhang von klein auf erleben, die gelernt haben, Langeweile hinzunehmen und zu überwinden, gelingt es leichter, sich für Malen, Basteln, Lesen oder Legospielen zu begeistern und weniger an Bildschirmen zu daddeln.

Experten wie Thomas Feibel oder Jan-Uwe Rogge raten aus diesem Grund von Computer und Fernseher im Kinderzimmer ab. „Das falsche Signal“, finden beide.

Keine Angst vor einer Kindheit ohne Computer

Globalisierung, virtuelle Arbeitsplätze, Medienzeitalter – solche Schlagworte wecken bei manchen Eltern die Angst, zu wenig Computer-Erfahrung verbaue ihren Kindern die Zukunft. Der Kindermedien-Experte Feibel sagt: „Die Tatsache, dass sich diese Sorge durchgesetzt hat, spricht vor allem für ein sehr gutes Marketing der Computer-Industrie. Die Angst ist aber unbegründet. Eine Kindheit ohne Computer ist immer noch möglich – und unschädlich. Sie kommt nur seltener vor.“

US-Präsident Bill Clinton sagte in seiner Antrittsrede zur zweiten Amtszeit: „Das Vertrautwerden mit Sprache und Schrift muss absoluten Vorrang haben vor der Einübung des Umgangs mit den elektronischen Medien. Jeder Achtjährige muss selbstständig lesen können, jeder Zwölfjährige muss in der Lage sein, sich ins Internet einzuloggen.“

Vier Jahre Differenz: Ein kluger Vorschlag, denn Medienkompetenz kann nur auf gesicherter Lesekompetenz aufbauen. Eltern, die ihre Kinder für die Herausforderung der neuen Medien fit machen wollen, fördern vor allem die klassischen Kulturtechniken Sprechen, Lesen und Schreiben, meint Ulrich Wechsler, Gründungsvorsitzender der Stiftung Lesen: „Der Führerschein für die Datenautobahn der Zukunft wird durch Lesen erworben.“ Computer, E-Mail, Internet, Fernsehen können super unterhalten und tolle Möglichkeiten und Chancen für unsere Kinder bieten – wenn wir ihnen dabei helfen, sie klug zu nutzen.

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