
Eine Welt ohne Computer und Fernsehen können sich heute die meisten Kinder nicht mehr vorstellen. Wieviel Medienkonsum für Ihr Kind gut ist.
Der Satz von Ken Olson, Präsident der Digital Equipment Corporation, klingt heute wie ein Witz. Er sagte 1977: „Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus wollen sollte.“ Kinder wachsen heute von klein auf mit Computern auf, für Kinder gehören Computer zum Alltag wie das Telefonieren.
Das Telefon mit dem wir aufgewachsen sind, kennen Kinder, die nach der Jahrtausendwende geboren sind gar nicht. Diese Kinder haben nur Handys und schnurlose Telefone kennen gelernt. Kinder der jungen Generation, wachsen in der Vorstellung auf, dass es das Selbstverständlichste der Welt ist, dass man alle Leute ständig und überall erreichen kann.
Als wir Kinder waren, gab es drei Fernsehprogramme, heute jonglieren Kinder mit DVDs und Videokassetten herum und schalten mit der Fernbedienung manchmal zwischen bis zu hundert Kanälen hin und her.
Nie zuvor ist die technische und mediale Entwicklung so schnell vorangeschritten wie in den vergangenen Jahrzehnten. Während die jungen Eltern von heute die letzte Generation sein werden, die den Umgang mit Computern erst als Teenies oder Erwachsene gelernt hat, werden ihre Kinder längst in diese Welt hineingeboren.
Zehnjährige können besser DVD-Spieler bedienen als ihre Väter und sie haben gute Ratschläge für ihre Mütter parat, wie man Sonderzeichen in eine SMS zaubert. Sie lernen eigenständig an elektronischen Geräten, oft gemeinsam mit Gleichaltrigen, aber abseits von Kindergarten, Schule und elterlicher Anleitung. Der amerikanische Medienforscher Lewis Perelman nennt das „Hyperlearning“.
Und das Tempo ist ungeheuerlich. Das weiß jeder, der einer Elfjährigen beim SMS-Tippen zugesehen hat. Oder beobachtet, mit welcher Geschwindigkeit Kind er oder Teenies am Computer spielen oder problemlos schnell geschnittene Videoclips verfolgen. Das ist eine Kompetenz, aber keine ohne Nebenwirkungen: Die jungen Medienkonsumenten können diese Eindrücke oft nicht so schnell verarbeiten.
Im Gedächtnis bleiben oft nur diffuse emotionale Eindrücke. „Es findet in solchen Abläufen keine Selbstreflexion statt“, sagt der Medienpsychologe Wolfgang Bergmann („Die Welt der neuen Kinder - Erziehen im Informationszeitalter“, dtv, 9,50 Euro). Medienkompetenz heißt nicht, am schnellsten mit der Maus zu sein. „Medienkompetenz bedeutet, kritisch denken zu können. Und die Voraussetzung dafür ist eine hohe Sprachkompetenz“, sagt der Computerwissenschaftler Joseph Weizenbaum.

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