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KINDERERZIEHUNG

Kinder und Medien

Kinder und Medien

Wie Medien auf Kinder wirken und was Sie tun können, damit Ihr Kind einen sinnvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Medien lernt.

Kinder geraten immer mehr ins Visier der Medien. Und das verwundert nicht weiter: Die 6-13 jährigen in Deutschland verfügen über eine Kaufkraft von 5 Milliarden Euro jährlich - das entspricht dem Bruttosozialprodukt von Nepal. Jedes Kind hat im Schnitt pro Jahr durch Taschengeld und Geldgeschenke 800 Euro zur Verfügung. Die 14 bis 18 jährigen noch einmal genauso viel. Und damit nicht genug: Kinder beeinflussen massiv das Medien- und Kaufverhalten ihrer Eltern. Ergebnis: Kinder sind für Medien eine besonders spannende Zielgruppe.

Wie aber wirken die Massenmedien auf Kinder?

Zunächst gibt es eine beruhigende Antwort: Eine Studie der Universität Hamburg sagt: „Würden Kinder keine Massenmedien konsumieren, würde man ihnen die Möglichkeit nehmen, Erfahrungen damit zu sammeln und somit Medienkompetenz zu erwerben.“ 

Und immerhin haben Forscher bisher keine Beweise gefunden, dass Medien einen Einfluss auf das Wertesystem bzw. das materielle Denken von Kindern haben (z.B. in Bezug auf Geschlechterrollen oder Rasse und Gewalttätigkeit). Kinder werden auch heute noch stärker von ihren Spielkameraden und Eltern, als von den Massenmedien beeinflusst.  Und das, obwohl viele Kinder inzwischen mehr Zeit vor dem Fernseher als in der „Clique“ verbringen.

Auf zwei einhalb Stunden täglichen Fernsehkonsum kommen die 3-13 jährigen heute im Durchschnitt. Das klingt zwar auf den ersten Blick nach einer hohen Zahl, richtig ist aber auch, dass Kinder somit heute nicht mehr fern sehen, als noch vor 15 Jahren. Allerdings wird sich die Art verändern, wie das Fernsehen konsumiert wird.

Vor allem das Handy TV wird ganz neue Formen der Kommunikation bringen. Fernsehen wird immer und überall verfügbar sein - auch für Kinder. Allerdings: auf die fortschreitende Digitalisierung und Verbreitung von Filmen sind bisher weder der Gesetzgeber noch die Öffentlichkeit genügend vorbereitet. So erschütterte vor kurzem in Berlin ein Gewaltvideo die Öffentlichkeit - Jugendliche hatten ein Mädchen vergewaltigt, die Tat per Handykamera aufgenommen und an der Schule verbreitet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen für neue Medien also auf den Prüfstand.

Kinder und Medien: Eltern und Lehrer Hauptverantwortliche

Bei allem, was der Gesetzgeber bisher versäumt hat, bleiben aber Eltern und Lehrer die Hauptverantwortlichen für die Kinder. Nur wenn die Sprösslinge frühzeitig lernen, mit den neuen Medien umzugehen, werden sie „Werbe- und Inhalts-Fachleute.“ So muss in Schulen mehr über die Möglichkeiten und Chancen, aber auch die Gefahren von Medien- und Massenkommunikation gesprochen werden. Sehr simpel aber ebenso wirkungsvoll erscheint mir z.B. ein Projekt der Medienstelle Augsburg. Es nannte sich „in die Röhre gucken“. Lehrer haben eine Röhre genommen und die Kinder durchschauen lassen, um ihnen zu zeigen, dass sie nur Ausschnitte sehen.

Außerdem können Lehrer auch den Eltern bei der Medienerziehung ihrer Kinder weiterhelfen. Sinnvoll erscheinen z.B. Elternabende, in denen über das Thema Massenkommunikation informiert wird. Väter und Mütter könnten hier Hilfestellungen bei Fragen bekommen. Denn sie sind die wichtigsten Vorbilder für ihre Kinder. Was im Gegenzug auch heißt: Wenn Mama und Papa ihren eigenen Medienkonsum nicht im Griff haben, können sie auch von ihren Kindern kein besseres Verhalten erwarten. Die Erziehungsberechtigten müssen ihren Kindern außerdem möglichst früh beibringen, nicht alles zu glauben, was im Fernsehen gezeigt wird. Mit Schulkindern können Eltern z.B. Inhalte analysieren und kritisch hinterfragen.

Vorlesen und Leseförderung wichtig für Medienerziehung der Kinder

Bei kleineren Kindern ist dies jedoch noch nicht möglich. Kindergartenkinder können in der Regel noch nicht zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Eltern von Kindern im Kita- und Kindergartenalter kann ich daher nur empfehlen, ihren Kleinen möglichst häufig vorzulesen. Denn Vorlesen ist die Voraussetzung, damit Kinder später auch selber lesen und sich nicht nur vom Fernsehen berieseln lassen.

Leseförderung ist aus meiner Sicht auch heute noch ein wichtiger Teil der Medienerziehung. So findet sich auch nur derjenige im Internet zurecht, der auch gut lesen kann. Und gerade beim Internet empfehle ich, dass Eltern dieses Medium mit ihren Kindern zusammen erforschen. Gehen Sie mit ihren Liebsten gezielt auf Informationssuche, nutzen Sie das Internet für die Erledigung bestimmter Aufgaben - etwa das Buchen einer Urlaubsreise.

Fazit: Kinder müssen die Medien intensiv nutzen, um Medienkompetenz zu erlangen. Geschieht das nicht, stehen die Sprösslinge später als Erwachsene dumm da. Verbote bringen also nicht weiter, Eltern und Lehrer müssen nur darauf Einfluss nehmen, was Kinder sich ansehen. Auch Schulen müssen mehr über das Thema informieren (z.B. mit Kindern einen Werbespot ausdenken und produzieren).

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