Was tun, wenn das Kind kein Gemüse mag?
Gerade bei kleinen Kindern sind Ess-Vorlieben und Abneigungen natürlich nicht in Stein gemeißelt. Da kann und wird sich noch jede Menge tun. Wer mit vier Jahren Muscheln und Matjes heiß und innig liebt, kann beides mit acht womöglich gar nicht mehr ausstehen. Oder umgekehrt. Alles ist möglich.
Gesunde Ernährung nicht erzwingen
Eltern sollten deshalb ihrem kleinen Gourmet entspannt und ohne Zwang ein möglichst breites und gesundes Spektrum an Nahrungsmitteln anbieten. Was, wie viel und in welcher Geschwindigkeit es davon essen möchte, sollte das Kind selbst entscheiden. „Psychologen und Pädagogen empfehlen Eltern, die Vorlieben und Abneigungen ihrer Kinder bezüglich des Essens zu respektieren - auch wenn ihnen das einiges abverlangt“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler.
Vor allem beim Gemüse machen Eltern sich oft Sorgen. Schließlich gehört diese Lebensmittelgruppe zur gesündesten überhaupt. Doch selbst bei hartnäckigen Gemüsemuffeln sollten Sie Ruhe bewahren. „Für gewöhnlich lieben Kinder eher rohes Gemüse, eher süße Sorten wie Karotten, rote und gelbe Paprika und Mais, eher Püriertes und eher einzeln statt im Verbund zubereitete Gemüsesorten“, sagt Hanni Rützler. Nutzen Sie dieses Wissen!
Weitere Tipps, wie Sie Kindern Gemüse schmackhaft machen können
Und wenn auch das nichts hilft? Kein Drama. Dann isst das Kind eben eine Zeit lang mehr Obst und Kartoffeln. Es gibt jedenfalls keinen Grund für einen Machtkampf, der sowieso nichts bringt. Besser ist es, Sie servieren in schöner und gelöster Atmosphäre regelmäßig gesundes Essen, greifen selbst kräftig zu und verzichten auf ernährungswissenschaftliche Fachvorträge. Denn Kinder interessiert ohnehin nur, ob das, was da vor ihnen auf dem Teller liegt, auch schmeckt.
Diese Vorgehensweise erweist sich langfristig als die erfolgreichste Strategie. Aber auch hier gilt: Bei manchen klappt es schneller mit der gesunden Ernährung, bei anderen dauert es eben etwas länger. Eine gute Möglichkeit, die kindliche Neugierde zu wecken und Lebensmittel spannend zu machen, ist übrigens das gemeinsame Kochen.
Dabei gibt es jede Menge Gelegenheiten zum Probieren: Wie schmecken Nudeln roh? Wie schmecken sie nach vier Minuten Kochzeit? Wie al dente? Wie weich gekocht? Kindern den puren Geschmack von Lebensmitteln zu zeigen, ist immer eine gute Idee. Denn nur der schult die Sinne. Fertigprodukte, künstliche Aromen und Geschmacksverstärker machen dagegen die Zunge regelrecht platt und verderben den Geschmack.
Ab und zu ist das kein Problem, auf Dauer wird es dann aber nichts mit dem feinen, vielseitigen Geschmacksempfinden. Und das wäre schade, denn wie sollte man dann herausfinden, ob griechischer Joghurt mit Waldhonig tatsächlich nach Wolke sieben schmeckt?

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