Weil auch das Auge mitisst, stecken in Kinderlebensmitteln meist mehr Farbstoffe als in gewöhnlichen Lebensmitteln. Oft werden Süßigkeiten heute zwar mit völlig unbedenklichen Fruchtzubereitungen gefärbt, aber leider nicht immer.
Nach einer neueren EU-Richtlinie ist jetzt zum Beispiel wieder der Farbstoff Tartrazin (E 102) zum Färben von Süßigkeiten und Limonade zugelassen, dessen Einsatz in Deutschland lange Zeit auf Spirituosen und Liköre beschränkt war. Tartrazin steht unter Verdacht, bei entsprechender Sensibilität Allergien auszulösen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte also die Zutatenlisten genau lesen (eine ausführliche E-Nummernliste gibt es beispielweise unter www.oekotest.de im Internet).
Gerade bei vielen bunten Softdrinks müssen Eltern auf der Hut sein. Welche Frucht könnte ein Getränk königsblau oder purpurrot färben? Auch Konservierungsstoffe finden sich in manchen Getränken, die nach einer aktuellen britischen Studie aggressiv machen können.
Etwa in der kleinen saftigen Schnitte aus dem Kühlregal? Die schrumpft bei genauem Hinsehen auf etwa einen Esslöffel Milch zusammen. Damit ein Kind seinen Tagesbedarf an Kalzium decken kann, müsste es 17 dieser Schnitten verdrücken. Damit hätte es dann aber auch etwa 40 Stücke Würfelzucker und ein halbes Paket Butter vertilgt. Da nehmen Kinder mit einem Glas fettarmer Milch wesentlich mehr Gutes zu sich.
Bei den zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen wird oft alles Mögliche in oft hohen Dosen in die Produkte gepackt, beispielsweise in Frühstücksflocken. Auch Eisen, was etwa in Schweden verboten ist. Dabei sind Kinder bei uns im Durchschnitt gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, hat das Forschungsinstitut Kinderernährung in einer Langzeitstudie festgestellt. Allenfalls vom B-Vitamin Folsäure könnte es durchaus mehr sein - wie bei Erwachsenen übrigens auch. Versorgungslücken lassen sich mit ganz normalen Lebensmitteln schließen.
Und niemand riskiert eine Überdosierung: Mit einer halben Packung vitaminisierter Fruchtgummis z.B. ist der Tagesbedarf von Kindern an manchen Vitaminen gedeckt. So kann es kommen, dass mit angereicherten Lebensmitteln die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum Vitaminbedarf um das Drei- bis Vierfache überschritten wird. Dabei scheidet der Körper eine Überdosis selbst von wasserlöslichen Vitaminen nicht einfach aus.
Zugegeben: Auch bei mir landen ab und zu Lieblings-Kinderlebensmittel im Einkaufswagen. Allerdings nur als das, was sie wirklich sind - als Süßigkeiten.

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