Auswärts schlafen bei Kindern von 3-12 Jahren


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Auswärts schlafen bei Kindern von 3 bis 12 Jahren

3-5 Jahre:
Das ist die Zeit, in der Kinder anfangen, nachmittags allein Freunde zu besuchen. Meist kommt dann ganz von selbst der Wunsch, bei dem anderen zu übernachten, einfach weil das Spielen gerade so schön ist. Trotzdem kommt es selbst bei Zweitklässlern noch oft vor, dass nachts das Heimweh dann doch noch zu groß ist und sie nach Hause wollen. „Das ist ganz normal“, sagt Michael Thiel. „Wichtig ist, sich nicht darüber lustig zu machen, die Situation aber auch nicht unnötig aufzubauschen.“ Denn obwohl die Kinder einerseits erleichtert sind, wieder bei Mama und Papa zu sein, ärgern sie sich auch über sich selbst, weil sie der Mut verlassen hat und sie Heimweh bekommen. Gut ist daher, wenn die Gastgeber in der Nähe wohnen. Der gute Freund eine Straße weiter, bei dem das Kind schon oft zu Besuch war, ist oft die bessere Wahl als eine weit weg wohnende Oma. Am besten stehen die Chancen für einen Erfolg, wenn Sie den Gastgebern genau erklären, welches Schlafritual es bei Ihnen zu Hause gibt. Und die Eltern sollten auf jeden Fall erreichbar sein. Aber bitte nicht anrufen, um „Gute Nacht“ zu sagen! Das könnte das Heimweh erst wecken.
  • Heimweh vermeiden - das muss mit:
    Natürlich das Lieblingskuscheltier - am besten mit der mütterlichen Anweisung, gut auf das Kind aufzupassen. Wunderbar gegen Heimweh sind auch zwei Schnuffeltücher mit Mamas und Papas vertrautem Parfüm.
6-9 Jahre:
Die ersten Klassenreisen stehen an, und den meisten Kindern wird bei dem Gedanken, fast eine Woche von den Eltern getrennt zu sein, schon mal mulmig. „Meistens hilft es, wenn die Eltern erzählen, wie es ihnen früher ging“, sagt Michael Thiel. „Wichtig ist auch, das Kind zu fragen, worum es sich Sorgen macht.“ Manchmal sind die Ängste nämlich ganz konkret, wie etwa ein Streit mit einem Klassenkameraden oder die Angst, ins Bett zu machen. Dann können Sie gemeinsam Strategien entwickeln, wie es trotzdem klappen könnte, ohne dass Ihr Kind Heimweh bekommt. Hat das Kind noch nicht so viel Erfahrung mit dem Auswärts-Schlafen, vorher unbedingt ein paar Übungsnächte bei Freunden oder Verwandten einplanen. Bleiben trotzdem noch Zweifel, sollten die Eltern den Klassenlehrer beiseitenehmen und ihm - ohne dass die Klassenkameraden es merken - die Sorgen des Kindes mitteilen.
  • Heimweh vermeiden - das muss mit:
    Auch wenn Ihr Kind es uncool findet, sollte das Kuscheltier mit - es kann ja im Koffer bleiben. Schön sind auch ein Brief, der bei der Ankunft geöffnet werden kann, ein schicker Schlafanzug, eine Taschenlampe und ein Foto der Eltern. Gameboy und MP3-Player sollten zu Hause bleiben. Viele Eltern geben ihren Kindern ein Handy mit. „Bitte nicht!“, sagt die Berliner Grundschullehrerin Silvia Menge. „Die Versuchung, fix anzurufen, wenn das Essen nicht geschmeckt hat oder die beste Freundin doof war, ist für die Kinder einfach zu groß.“ Wenn es gar nicht klappt, und das Kind zu sehr das Heimweh plagt, so die Pädagogin, würden die Betreuer die Eltern schon anrufen.
10-12 Jahre:
Jetzt werden Ferienlager, Ponyhöfe, Jugendreisen und Sprachkurse interessant. Diese meist etwas längeren Reisen (eine bis drei Wochen) bedeuten einen riesengroßen Sprung in Richtung Unabhängigkeit. Obwohl es tolle Angebote gibt - von Segeln in der Türkei bis zum Sprachkurs auf einer Burg in Wales -, sollte man besser mit einer Inlandsreise anfangen. So kann das Kind ausprobieren, ob ihm diese Art Urlaub Spaß macht, rät Jens Kosmale, Geschäftsführer des Bundesforums Kinder- und Jugendreisen e.V. „Je jünger das Kind ist, desto kürzer sollte die Reise sein“, sagt Kosmale. „Wir haben eine Liste mit Qualitätskriterien aufgestellt, anhand derer Eltern prüfen können, ob der Anbieter vertrauenswürdig ist. Aber letztlich steht und fällt alles mit den Betreuern.“ Da meistens die Gruppen bunt zusammengewürfelt werden, sei es gut, zunächst ein paar Schulfreunde zusammen loszuschicken oder das Kind mit der Jugendgruppe der Kirchengemeinde fahren zu lassen. Schlägt das Heimweh zu, sollten die Eltern mit dem Kind telefonieren, rät der Diplom-Psychologe Thiel. „Am besten genau analysieren, was los ist. Dann sollten alle drüber schlafen und schauen, ob es nicht besser wird.“ Abholen sollte man Kinder nur, wenn es nicht anders geht und das Heimweh zu groß wird. Thiel: „Große Kinder sollten auch die Chance bekommen, Probleme selbst zu klären. Umso größer ist der Gewinn, wenn sie es schaffen.“
  • Heimweh vermeiden - das muss mit:
    Fotos der Eltern, ein netter Brief im Koffer und ein Care-Paket helfen, Heimweh zu bekämpfen. Auch in diesem Alter sollte oft noch das Kuscheltier in den Koffer wandern. Keine Sorge - Ihr cooler Zwölfjähriger wird nicht der einzige sein, der einen Teddy dabei hat!