Trend geht zu Bio-Produkten

Auch bei Baby-Nahrung geht der Trend hin zu Bio-Produkten. Doch Bio ist nicht gleich Bio. Lesen Sie hier, woran Sie echte Bio-Qualität erkennen.


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Die meisten Hersteller von Babynahrung haben längst auf „Bio“ umgestellt. Sie tragen damit auch den strengen Grenzwerten Rechnung: Seit Mitte 2000 dürfen EU-weit in einem Kilogramm fertiger Babynahrung nicht mehr als 0,01 Milligramm an Pestizid-Rückständen enthalten sein - praktisch an der Nachweisgrenze. Strenge Richtlinien gelten auch bei Mykotoxinen (Schimmelpilzgiften) wie Aflatoxinen und Ochratoxin A: Hier hat die Europäische Kommission die Grenze im Jahr 2004 für Babynahrung auf null bzw. nahe null festgelegt. Beim Mykotoxin Patulin, das sich vor allem in angefaulten Äpfeln und Birnen bildet und sich beim Verarbeitungsprozess von Fruchtsäften nicht vollständig unterbinden lässt, senkte die EU im Jahr 2003 den Grenzwert für Kinderfruchtsäfte von 50 Mikrogramm je Kilogramm (entspricht der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation) auf 10 Mikrogramm je Kilogramm. Weitere Mykotoxine, die vor allem auf Getreide vorkommen (Deoxynivalenol, Zearalenom und Fumonisine), wurden 2006  für Baby-Getreidebeikost auf ein als unbedenklich geltendes Minimum zwischen 20 und 200 Mikrogramm je Kilogramm beschränkt. Bio-Siegel zeichnet Produkte aus
An diese verbindlichen Grenzwerte müssen sich alle Hersteller halten - und zwar nicht nur solche, die ganz auf Biokost eingeschwenkt sind. Dennoch spielt Biokost für immer mehr Verbraucher eine tragende Rolle - nicht ausschließlich, aber vor allem auch im Bereich der Baby- und Kleinkinderernährung. Nach Umfragen des Instituts Dialego AG kauften im Jahr 2006 bereits 22 Prozent aller Verbraucher in Deutschland ausschließlich Lebensmittel mit dem sechseckigen EU-Biosiegel. 2005 waren es noch 15 Prozent. Das Biosiegel ist staatlich geschützt und zeichnet Produkte aus, die nach den Vorschriften der EU-Öko-Verordnung hergestellt und verarbeitet wurden. Sie müssen zu mindestens 95 Prozent aus ökologischem Anbau stammen, gentechnikfrei sein und weitgehend ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auskommen. Mittlerweile gibt es EU-weit rund 35000 Produkte, die dieses Biosiegel tragen. Warnung vor schwarzen Schafen
Doch Vorsicht vor falschen Lockvögeln: Nur das Siegel garantiert Bioqualität, während Hinweise wie „aus kontrolliertem Anbau“ gar nichts über die Qualität aussagen. Das gilt auch für weidende Kühe und scharrende Hühner auf der Packung oder den Hinweis „unbehandelt“ bei Zitrusfrüchten. Letzteres sagt lediglich, dass die Früchte nach der Ernte nicht mit Pflanzenschutztmitteln behandelt wurden - möglicherweise aber beim Anbau. Es lohnt sich daher, beim Einkauf kritisch zu sein. Auch bei den Zutaten für den Kuchen, von dem der Junior ein Stück bekommen soll. Ähnlich in die Irre führt der Hinweis „kristallzuckerfrei“, denn zuckerfrei sind solche Produkte in aller Regel nicht. Sie enthalten nur andere Zuckerarten wie Glucosesirup oder Fructose.