Der erste Liebeskummer: 10 Tipps für Eltern

Das erste Mal verliebt gleich gefolgt vom ersten Liebekummer. Das trifft jeden Teenager hart. Wie Sie als Mutter oder Vater Ihrem Kind zur Seite stehen, erfahren Sie hier.


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Die Liebe geht, der Schmerz bleibt: Für Teenager ist das Ende der ersten Beziehung oft emotional das Schlimmste, was sie in ihrem Leben bisher erlebt haben. Der wunderbare, warme Schleier, wenn man zum ersten Mal liebt und wiedergeliebt wird - plötzlich weggerissen und ersetzt durch unerträgliche Sehnsucht und den Seelenschmerz, weil die Liebe nicht erwidert wird.

Der erste Liebeskummer

Der erste Liebeskummer ist immer schrecklich - aber er geht vorbei.


© Thinkstock
Mia ist monatelang jeden Tag mit einem seligen Lächeln und verträumtem Blick durch die Welt gelaufen und alle pubertären Zickereien waren plötzlich vergessen. Es gab nur noch eines in ihrem Leben: Ben, Ben und nochmal Ben. Doch seit ein paar Tagen ist die 15-jährige wie verwandelt. Sie schließt sich nur noch in ihrem Zimmer ein und hört laute Musik, telefoniert stundenlang mit ihrer besten Freundin oder sitzt chattend vor dem Computer. Wie weggeblasen ist ihre Hochstimmung, als mit der ersten Liebe Ben noch alles in Ordnung war…

Für Mias Eltern ist die Situation schwierig, sie machen sich Sorgen. Ihre Tochter ist kaum ansprechbar, isst nichts mehr und bricht bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus. Sie würden Mia gern helfen, ihr Halt geben und sie trösten. Aber wie hilft man seinen Kindern am besten über den ersten Liebeskummer hinweg? Wie versetze ich mich in das Gefühlschaos einer 15-Jährigen, die zum ersten Mal in ihrem Leben zurückgewiesen wurde?

10 Eltern-Tipps bei Liebeskummer


1. Rechnen Sie mit Zurückweisung
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Stellen Sie sich darauf ein, dass ihr Kind die Hilfe nicht gleich mit offenen Armen annimmt. Nicht alle Kinder erzählen den Eltern gern von ihrem Herzschmerz, gleichaltrige Freunde sind dann meist der bevorzugte Gesprächspartner. Üben Sie sich in Geduld oder haken Sie sanft nach, signalisieren Sie: „Wir sind für dich da, wenn Du reden willst!“.

2. Geben Sie Ihrem Kind das verlorene Selbstbewusstsein zurück
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Zurückweisung, noch dazu in der Pubertät und vom anderen Geschlecht, ist Gift für das Selbstbewusstsein. Um das angeknackste Selbstwertgefühl Ihres Kindes wieder aufzupäppeln, sollten Sie ihm vermitteln, dass es attraktiv, intelligent und vor allen Dingen liebenswert ist.

3. Verwöhnen Sie Ihr Kind
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Auch wenn sich Pubertierende schon im Abnabelungsprozess befinden, noch ist Ihr Nachwuchs genug Kind, um sich über Aufmerksamkeit und Zuwendung zu freuen. Ohne dass Sie gleich übertreiben: Geben Sie Ihrem Kind in dieser Zeit ruhig etwas mehr Nestwärme und verwöhnen Sie es ein wenig.

4. Kramen Sie in Ihrer Erinnerung
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Wann und wie haben Sie eigentlich Ihren ersten Liebeskummer erlebt? Was hat Ihnen geholfen oder wie sind Sie über den Herzschmerz hinweg gekommen? Erzählen Sie Ihrem Kind von Ihren eigenen Erfahrungen, aber lassen Sie es auf keinen Fall in einen belehrenden Vortrag ausarten. Diese Geschichten zeigen, dass jeder Mensch in seinem Leben mit dieser Situation konfrontiert wird und solche Gefühle durchlebt. Außerdem beweist das Schildern des eigenen Kummers, dass der Liebeskummer nicht ewig andauert und dass die Zeit alle Wunden heilt.

5. Seien Sie tolerant
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Nehmen Sie die Launen oder Wutanfälle Ihres Kindes nicht persönlich. Geben Sie ihm Zeit, seine Trauer zu bewältigen und darüber hinweg zu kommen. Tolerieren Sie unkontrollierte Gefühlsausbrüche und übermäßige Empfindsamkeit. Genauso wie bei Erwachsenen gehört bei Teenie-Liebeskummer das Heulen, Türen schlagen und die Wut zum Prozess der seelischen Genesung dazu.

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6. Keine Verharmlosung oder Floskeln!
Bemerkungen wie „Auch andere Mütter haben hübsche Söhne“ und gut gemeinte Ratschläge wie „Das wird schon wieder“ oder „Denk nicht so viel drüber nach“ sind absolut fehl am Platz. Damit signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie seinen Kummer nicht ernst nehmen. Ihr Kind fühlt sich missverstanden und zieht sich noch mehr zurück. Hohle Phrasen helfen in dieser Situation nicht, sondern verstärken den Schmerz nur.

7. Ohne Worte trösten
Nehmen Sie Ihr Kind während seiner Trauerphase ruhig etwas öfter in den Arm als sonst. Die körperliche Wärme, nochmal ein wenig  „unter den Flügel schlüpfen“, tut auch Teenagern gut und hilft, die Seele zu heilen. Seien Sie auch ohne Gespräch für Ihr Kind da, streicheln Sie ihm den Kopf, wenn es weint. Sich bei jemandem „auszuheulen“ kann ungeheuer befreiend sein und gibt einem das Gefühl, nicht so allein zu sein.

8. Geben Sie Halt durch Beständigkeit

Tagelang das Essen zu verweigern oder nicht in die Schule zu gehen ist bei Liebeskummer eher kontraproduktiv. Das Schlimmste während einer seelischen Krise sind Lethargie und Selbstmitleid. Achten Sie also darauf, dass Ihr Kind seinen geregelten Alltag einhält und aktiv bleibt, weiterhin zum Sporttraining geht, seine Schulaufgaben erledigt und sich mit Freunden trifft.

9. Seien Sie ein guter Zuhörer

Indem Sie Ihrem Kind Ihr Ohr schenken, zeigen Sie ihm, dass Sie seine Probleme nicht nur als Teenie-Drama abtun. Genau wie bei Erwachsenen ist oft ein guter Zuhörer das beste Mittel gegen den Schmerz.

10. Achten Sie auf Warnsignale

Sollte der Kummer nach einigen Wochen noch nicht nachgelassen haben, wenn sich Ihr Kind immer mehr zurück zieht, nichts isst und nicht schläft oder sogar anfängt, sich selbst weh zu tun, dann sollten Sie therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Denn jeder Liebeskummer ist eine Art kleine Depression, die normalerweise nach einiger Zeit von selbst nachlässt. Ist das aber nicht der Fall oder wird der Kummer sogar schlimmer, könnte das ein Anzeichen für tiefergehende psychische Probleme sein.

von Evelyn Hosse




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