Der große Auftritt der Zahnfee

Er wackelt und wackelt und – plötzlich ist der erste Milchzahn draußen. Ein ganz großer Tag für alle Kleinen und ein ganz großer Auftritt für die Zahnfee! Woher der Brauch mit der zahnverrückten Fee kommt und süße Ideen für kleine Geschenke.


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Achtung, die Zahnfee kommt

Die Zahnfee kommt nachts und tauscht den ausgefallenen Milchzahn gegen eine Überraschung. Aber: Sie kommt nur, wenn die Kinder auch ganz fest schlafen


© iStock
Fällt der erste Milchzahn aus, ist das ein großes Event für jedes Kind, schließlich stellt der Verlust der Kinderzähne einen großen Meilenstein dar – die Kleinen fühlen sich mit dem Zahnwechsel plötzlich ganz groß und erwachsen. Ganz stolz präsentieren Kinder ihre Zahnlücke und den ausgefallenen Zahn – bis sie ihn abends unter dem Kissen verstecken. Denn mitten in der Nacht kommt die kleine Zahnfee, nimmt den Zahn mit und lässt eine kleine Überraschung zurück. Doch woher kommt dieser Brauch überhaupt?

Die Geschichte der Zahnfee


Einst war die Zahnfee in Großbritannien und Amerika heimisch – dort ist sie nämlich ein altes Fabelwesen – jetzt fühlt sie sich aber auch bei uns in Deutschland wohl.

Wahrscheinlich ist es, dass die Gestalt der Zahnfee auf ein altes magisches Ritual zurückgeht, welches im Mittelalter den Übergang vom Kind zum Jugendlichen begleitet hatte. Sogar in den Edda-Dichtungen  – skandinavische Götter- und Heldensagen aus dem 13. Jahrhundert – wurde ein solches Ritual schon erwähnt. Damals, als man noch sehr abergläubisch war, wurden Haare und Zähne verbrannt bzw. sogar an Tiere verfüttert, damit Hexen diese Dinge nicht verwenden können, um jemanden zu verhexen. Also eigentlich eher das Gegenteil der heutigen lieben Zahnfee, die niemanden verhexen möchte und sogar Geschenke dabei hat.

Die Entwicklung von der bösen Hexe zur guten Fee, der man seine Zähne sogar freiwillig gibt, fand vor allem im 19. und 20. Jahrhundert statt. Immer öfter war von guten Feenfiguren zu hören, die ausgefallene Zähne gegen Goldmünzen tauschen. Richtig verbreitet hat sich der Mythos der lieben Zahnfee dann 1949 als die Geschichte „The Tooth Fairy“ in Amerika erschienen ist. Plötzlich war die Zahnfee ein Superstar – erst im angloamerikanischen Raum, dann auch bei uns hier in Europa und auf der ganzen Welt. Überall ist das Ritual, das mit dem Besuch der kleinen Fee verbunden ist, ein bisschen anders.
Zahnfee-Traditionen

Kein Wunder, dass sich die Geschichte der Zahnfee so verbreitet hat. Denn die kleine Figur hilft, Kindern die Angst vor dem Verlust der Zähne zu nehmen. Wenn die Zahnfee kommt, denken die Kleinen gar nicht mehr an den Verlust, sondern viel mehr an den Tausch und die kleine Überraschung, die sie für ihren ausgefallenen Zahn bekommen. Deswegen ist das Ritual mit der Zahnfee auch so weit verbreitet – und überall sind die Bräuche ein bisschen anders. Wir haben ein paar unserer Favoriten zusammengestellt:

➤ Frankreich

Bei unseren französischen Nachbarn vollzieht nicht etwa eine hübsche Fee das Tauschgeschäft, sondern eine kleine Maus. Das geht auf ein Märchen aus dem 17. Jahrhundert zurück: „Die gute kleine Maus“.
Übrigens: Auch die Spanier haben eine Maus als Zahnfee: El Ratón oder El Ratoncito Pérez.

Schweiz
Sie fanden eine Maus schon eine komische Gestalt für eine Zahnfee? Dann wird Sie die Tradition der Eidgenossen noch mehr ermuntern. Bei den Schweizern ist es nämlich eine Ameise, die nachts den Zahn holt und eine Goldmünze zurücklässt.

Polen
In Polen kommt keine kleine Zahnfee vorbei, die den ausgefallenen Zahn mitnimmt. Stattdessen vergraben Kinder ihren Milchzahn im Garten. Das soll dabei helfen, dass die neuen Zähne gut wachsen.
Die Zahnfee lässt Geschenke da
Es ist übrigens völlig in Ordnung, wenn die Kinder beim Zahnwechsel ein bisschen nachhelfen, indem sie mit der Zunge oder dem Finger am lockeren Zahn wackeln. Es sollte nur nicht zu gewaltsam werden. Ist der Zahn dann draußen, findet ein Tauschgeschäft mit der lieben Zahnfee statt, denn weil sie sich so freut, dass sie den Zahn mitnehmen darf, lässt sie eine kleine Überraschung da. Was das ist, dass dürfen Sie, als fleißige Helfer der Zahnfee, natürlich selbst entscheiden. Viele folgen der Tradition und legen statt eines Goldtalers ein 1-Euro-Stück unters Kopfkissen. Vor allem jüngere Kinder können mit Geld allerdings noch nicht so viel anfangen und freuen sich eher über ein kleines Geschenk. Da die klitzekleine Zahnfee das Geschenk ja transportieren muss und es unter das Kopfkissen passen muss, reichen wirklich nur kleine Aufmerksamkeiten, die Ihren Kleinen ein Lächeln (inklusive Zahnlücke) ins Gesicht zaubern. Unsere Vorschläge:

• Haarspangen
• Spielfiguren
• Kleine Autos
• eine besonders hübsche Zahnbürste oder die erste „Erwachsenen-Zahnbürste“
• Pixi-Bücher

Auch eine schöne Idee: etwas Selbstgebasteltes.

Sehr süß und fix gemacht ist zum Beispiel diese kleine Zahntasche aus Filtz. Darin ist sogar noch Platz für eine kleine Überraschung:



Richtig niedlich finden wir auch dieses kleine Zahn-Kuscheltier aus Wolle:



Süß und nützlich gleichzeitig ist dieser Zahnputzbecher, der im Nu mit wenig Material gemacht ist:



Nachricht von der Zahnfee

Kinder freuen sich besonders, wenn die gute Fee noch eine kleine Nachricht hinterlässt, bevor sie mit dem Zahn verschwindet. Dazu können Sie einfach ein kleines Briefchen schreiben:

Lieber xxx,
ich freue mich riesig über deinen Zahn. Den kann ich wirklich gut gebrauchen. Danke, dass du immer so schön deine Zähne geputzt hast. Denn weiße, glänzende Zähne find ich besonders toll! Putz also kräftig weiter und kümmer dich gut um deine neuen Zähne. Zum Tausch für deinen tollen Zahn, habe ich dir eine kleine Überraschung dagelassen. Ich hoffe, sie gefällt dir.
Deine Zahnfee
P.S.: Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Ich finde, dass dir die Zahnlücke super steht!



Urkunde von der Zahnfee


© vision net ag
Statt eines Briefes ist auch eine offizielle Urkunde von der Zahnfee eine schöne Idee, dieses feierliche Ereignis gebührend zu ehren.

Hier findest du eine Urkunde von der Zahnfee als pdf zum Ausdrucken.

„Was macht die Zahnfee mit den Zähnen, Mama?“

Eine Frage, die neugierige Kids bestimmt stellen werden. Was fängt die Zahnfee überhaut mit den Zähnen an, die sie so einsammelt? Bei der Antwort sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt - wir haben ein paar Vorschläge, aus denen sich eine schöne Geschichte um die Zahnfee spinnen lässt:

•  Die Zahnfee sammelt die Zähne für die neugeborenen Babys ein, die ganz dringend welche brauchen.
• Im Zahnfeeland bestehen die Gebäude aus funkelnden Zähnen, der ausgefallene Zahn des Kleinen wird also gebraucht, um das wunderschöne Schloss der Zahnfee zu bauen.
• Die Zahnfee nimmt die Zähne gar nicht mit, sondern schaut nur, ob die Kinder gut zähnegeputzt haben. Ist sie zufrieden, lässt sie ein Geschenk da und Eltern und Kind können den ausgefallenen Zahn in einem kleinen Döschen aufbewahren.
• Aus all den ausgefallenen Zähnen basteln die Zahnfee und ihre fleißigen Helfer Gebisse für alte Leute, die selber keine Zähne mehr haben.

Damit zusammenhängend noch eine letzte Frage: Wie oft kommt die Zahnfee denn eigentlich? Und auch hier wird Ihnen als Eltern die freie Wahl überlassen. Bei manchen kommt die Zahnfee bei jedem ausgefallenen Zahn, bei manchen nur beim ersten, bei manchen kommt sie auf Bedarf, wenn sie gerade wieder Zähne braucht. Jede Familie kann da ihre eigenen Regeln festlegen.

Übrigens: Es gibt sogar einen speziellen Tag zu Ehren der Zahnfee: der 22. August. Dieser wird seit 1980 der kleinen Fee gewidmet.

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von Nicole Metz




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