Einseitige Begabung in der Schule

Eine Einseitige Begabung in der Schule äußert sich oft in einer Kombination aus sehr guten und sehr schlechten Schulnoten. So klappt es auch im Problemfach.


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Schulnoten: Einseitige Begabung in der Schule


„Jetzt habe ich für den Rechen-Test so viel gebüffelt und trotzdem ist wieder nur eine 4 herausgekommen “, beklagt sich Frederik, als er nach Hause kommt. Was in Mathematik nicht so recht klappen will, gelingt ihm in Deutsch und Sachkunde nahezu mühelos: Dort kassiert der Viertklässler für seine Leistungen fast immer Schulnoten über dem Durchschnitt, also Zweien und Einsen. „Eine einfache Erklärung für anhaltend unterschiedliche Leistungen in einzelnen Fächern gibt es nicht“, sagt der Schulexperte Prof. Peter Struck - und verweist darauf, dass jedes Kind über eine „unebene Lernlandschaft“ verfügt. Die muss man sich wie ein Gebirgsprofil vorstellen, als ein bizarres Gebilde aus tiefen Einschnitten und spitzen Ausschlägen, jedes so einzigartig, dass nicht zwei von 14 Millionen deutschen Schülern über eine identische Lernlandschaft verfügen. Hinzu kommt, dass sich diese individuelle Lernlandschaft aus vier Faktoren speist, deren Zusammenspiel erst die Einzigartigkeit des Leistungsprofils eines jeden Schülers ausmacht: Begabung bzw. Intelligenz, Motivation, Elternerwartungen und Kompensation (die Fähigkeit, seinen Lerneifer von weniger erfolgreichen Bereichen auf vielversprechende Schulfächer zu verlagern). Dass Eltern unterschiedliche Schulnoten - klassisches Beispiel sind bessere Schulnoten in Deutsch und schlechtere in Mathematik bzw. umgekehrt - als etwas Unerwünschtes betrachten, ist zwar verständlich, widerspricht aber den Erkenntnissen der Pädagogik. Deren Maxime, so Peter Struck, lautet schlicht: „Normal ist das individuelle Leistungsprofil.“ Ausformuliert bedeutet dies also: Wenn ein Mädchen überall gut ist, nur in Mathe nicht, wenn ein Junge in jedem Schulfach gut ist, nur in Sport nicht, oder ein Kind überall passable Ergebnisse erzielt, aber völlig unmusikalisch ist, dann ist das im Rahmen der großen Bandbreite von Landschaften hinsichtlich Begabung und Leistung völlig normal. Peter Struck: „Es gibt eben angeborene Mathestärken und -schwächen beziehungsweise angeborene Sprachstärken und -schwächen.“




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