Emotionale Intelligenz fördern und verstehen

Emotionale Intelligenz ist ein wichtiger Bereich in der Entwicklung Ihres Kindes. Schon ganz früh lernen Kinder, Emotionen zu erkennen. Was sich außerdem hinter dem Begriff verbirgt und wie Sie Ihr Kind in Emotionaler Kompetenz fördern können, haben wir für Sie zusammengefasst.


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Warum soziale emotionale Intelligenz so wichtig ist


Die Emotionale Intelligenz eines Menschen ist dafür verantwortlich, wie wir Beziehungen zu anderen gestalten und selbst erleben. Den Grundstein hierfür legen Eltern bereits in der frühen Kindheit, deswegen ist die Emotionale Intelligenz in der Entwicklungspsychologie ein großes Thema. Mit wachsender emotionaler Kompetenz gewinnt Ihr Kind an Mitgefühl, lernt zu kommunizieren und vor allem mit seinen eigenen Gefühlen umzugehen. Was Ihr Kind in den ersten Jahren lernt, beeinflusst sein ganzes Leben: Wie es mit Kritik umgehen kann, ob es sich in andere hineinversetzen und angemessen auf die Emotionen anderer reagieren kann und es lernt, seine eigenen Gefühle zu verstehen, einzuordnen und zu regulieren.

Emotionale Intelligenz bei Kindern


© iStock
Babys und Kinder lernen dies zunächst durch Gesten, Mimik, Körperhaltung  und den Tonfall, weswegen ein Baby z.B. zurücklächelt, wenn seine Mutter es liebevoll anlächelt. Erst ab dem vierten Lebensjahr können Kinder die inneren Vorgänge eines anderen verstehen und in ihr Handeln einbeziehen. Zu diesem großen Schritt trägt die immense Sprachentwicklung in der Kindergartenzeit bei, denn was Ihr Kind benennen kann, kann es verstehen und das macht die Gefühlswahrnehmung differenzierter.
Emotionale Intelligenz bei Kindern fördern
Ihr Kind erweitert seine Emotionale Kompetenz jeden Tag, wenn es sieht, was sein Verhalten auslöst beziehungsweise wie die Mutter, der Vater oder eine andere Bezugsperson reagiert. Als Eltern können Sie Ihr Kind in dieser Entwicklung unterstützen, wenn Sie es bewusst loben, wenn es besonders fleißig oder höflich war oder es auf eine Person aufmerksam machen, die sich gut verhalten hat. So lernt Ihr Kind durch die Spiegelung zum Beispiel Ausdauer und Durchhaltevermögen ("Da hast du richtig toll gewartet, bis wir an der Kasse dran waren. Super!"), Selbstvertrauen und Empathie. Außerdem hilft es Ihrem Kind sehr, wenn sie es bewusst ermutigen, seine Gefühle zu benennen. Sie können es nach einem Kindergartentag fragen, ob es ihm gefallen hat, was besonders schön war usw. Streitet Ihr Kind mit einem Gleichaltrigen, fragen Sie es gezielt, was es wütend oder traurig macht, damit es lernt, seine Empfindungen zu benennen. Denn Kleinkinder lernen Sozialkompetenz zu einem großen Teil von seinen Altersgenossen. Sehr wichtig ist, dass Sie seine Beschreibungen ernst nehmen. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass Sie es verstehen. Mitgefühl bedarf keiner großen Worte, was Sie Ihrem Kind vorleben ist entscheidend.
Auch Bilderbücher bieten viel Anlass, die Emotionale Intelligenz zu fördern. Lassen Sie Ihr Kind beschreiben, was es sieht, wie sich die Person/ das Tier/… auf dem Bild fühlt, warum es weint/ lacht/ grimmig ist.
Aktuelle Entwicklungen sind beunruhigend
Die frühen Jahre sind entscheidend dafür, wie ein Kind und später ein Erwachsener mit Gefühlen und Konflikten umgeht. Umso problematischer ist es, dass Kinder heutzutage viele Stunden alleine vor dem Computer verbringen und sich die Interaktion mit Bezugspersonen und anderen Kindern verringert. Es zeigt sich, dass Kinder im Verlauf der letzten 30 Jahre schwieriger mit ihren Emotionen und den Gefühlen anderer umgehen können. Emotionale Intelligenz ist nicht nur ein Plus, sondern Voraussetzung für Erfolg, Zufriedenheit und eine gute Beziehung untereinander.

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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