Warum der erste Lehrer zur Schuleinführung wichtig ist

Kinder und Eltern sind gespannt auf den ersten Lehrer. Hier erfahren Sie, warum er zur Schuleinführung, für den Lernerfolg und die Entwicklung Ihres Kindes so wichtig ist und was Sie für eine gute Beziehung zwischen Ihrem Kind und dem Lehrer tun können.


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Die erste Lehrerin ist für die Entwicklung des Schulkindes wichtig


Der Einfluss des ersten Lehrers - egal ob Mann oder Frau - scheint grenzenlos: „Wenn der Lehrer sagt, der Ball sei eckig, dann haben andere mit ihrer Behauptung, der Ball sei rund, keine Chance mehr“, beschreibt der Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck die Bereitschaft der kleinen ABC-Schützen, ihrem Lehrer unbedingtes Vertrauen entgegenzubringen. Die Liebe und Begeisterung für ihn lässt Kinder anfänglich fast ausschließlich für „ihren“ Lehrer lernen - eine Motivation, die sich aus dem sehr gefühlsbetonten und persönlichen Verhältnis zwischen Schulanfängern und erstem Lehrer erklärt. Nahezu rückhaltlos akzeptieren sie ihn als unbestreitbare Autorität und lassen sich von ihm ins neue, unsichere Umfeld Schule einführen.
 
„Indem er das Interesse für Vorgänge in der Natur oder am Himmel weckt, kann der erste Lehrer nicht nur schullaufbahn-, sondern sogar berufsentscheidend sein“, so Struck über die Bedeutung des ersten Lehrers. „Wenn der Lehrer es schafft, Erfolge beim Lernen zu organisieren und diese Erfolge mit positiver Resonanz verstärkt, dann bekommt das Kind Lernmut und Motivation. Und dann bleibt der Spaß am Lernen meist auch über die gesamte Grundschulzeit erhalten“, Stuck weiter.
Lehrer sollten Spaß am Lernen vermitteln
Der erste Lehrer muss dem Kind auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermitteln, angstfreies Lernen ermöglichen und mehr das Bemühen als die Ergebnisse loben. „Zentral für den pädagogischen Erfolg von Lehrern ist ihr Umgang mit Fehlern“, betont Struck und weist auf Erkenntnisse von Psychologen und Hirnforschern hin. Die plädieren nämlich schon lange für die Methode „Lob des Fehlers“.


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Im Kern bedeutet das nichts anderes, als Kinder über Um- und Irrwege lernen zu lassen und sich mit ihnen über die aus Fehlern gewonnenen Einsichten zu freuen. Ein Beispiel: Sandro schreibt Reise statt Riese. Statt ihm den Fehler dick anzukreiden und dazu ein böses Gesicht zu machen: „Du hast alle Buchstaben richtig geschrieben, das ist fein; aber zwei Buchstaben hast du vertauscht.“

So bekommt Sandro den Fehler wahrscheinlich selbst oder mit Hilfe seiner Banknachbarin Katja heraus. Wichtig ist, dass er ohne Beschämung und Niederlage aus seinen Fehlern lernt und so Zutrauen in die eigene Lernfähigkeit gewinnt.

Was Sie für eine gute Beziehung tun können


Damit die Beziehung Ihres Kindes zu seinem Lehrer von Anfang an gelingt und Sie selbst ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihm aufbauen können, sollten Sie Folgendes beachten. Weisen Sie den Lehrer auf die Besonderheiten Ihres Kindes hin: zum Beispiel Ängste und Defizite, aber auch Vorlieben und Neigungen. Suchen Sie auch von Anfang an und in regelmäßigen Abständen das Gespräch. Bieten Sie dabei auch Ihre Mithilfe an, etwa wenn Feste oder Ausflüge anstehen. Auf jeden Fall sollten Sie den Elternabend wahr nehmen.

Gibt es einmal ernsthafte Probleme, sollten Sie nichts überstürzen. Fühlt sich Ihr Kind von seinem Lehrer ungerecht behandelt? Hören Sie sich die Klagen Ihres Kindes an und ergründen Sie die genauen Ursachen und Umstände des Konflikts. Das heißt, Sie sollten nicht sofort Partei für Ihr Kind ergreifen und vorschnelle Schuldzuweisungen vermeiden. Sprechen Sie außerdem stets respektvoll über Lehrer, damit Ihr Kind nicht die Achtung vor ihnen verliert. Lassen sich die Probleme nicht aus der Welt schaffen, dann suche Sie bei ernsten Schwierigkeiten das Dreiergespräch mit dem Lehrer und Ihrem Kind.



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