Erziehung: Handeln statt Worte überzeugt Kinder von Werten


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Erziehung: Handeln statt Worte überzeugt Kinder von Werten

„Erziehung nützt nichts. Die Kinder machen einem sowieso alles nach“ - dieses Bonmot eines Scherzboldes fasst zusammen, was Hirnforschung und Entwicklungspsychologen wissenschaftlich bewiesen haben: Wir überschätzen in der Erziehung die Wirkung unserer Worte und unterschätzen den Einfluss unserer Taten, unseres Handels, unserer Mimik und Gestik. Kinder beobachten uns ganz genau. Sie registrieren genau, was zwischen den Worten mitschwingt. Und das beeinflusst sie mindestens genauso wie unsere „guten“ Worte. Das bedeutet: Wir können unseren Kindern nur die Werte vermitteln, an die wir wirklich glauben und die wir auch leben. Alles andere wird über kurz oder lang scheitern. Ein Beispiel: Ich finde etwa Lästern nicht schön. Ich lästere aber hin und wieder trotzdem. So ganz felsenfest scheint meine Überzeugung also nicht zu sein. Nun hörte ich neulich, wie meine sechsjährige Tochter über ein Nachbarskind nicht besonders nett sprach. Ich versuchte ihr zu erklären, dass man das nicht tun sollte. Aber im gleichen Moment war mir klar, dass ich etwas verlangte, was ich selbst nicht immer einhielt. So ist das eben. Wer seinen Kindern Ehrlichkeit predigt und sich selbst ständig mit Notlügen am Telefon aus der Affäre zieht, wird unglaubwürdig. Und Eltern, die Kaugummi und Papier mal eben ins nächste Gebüsch entsorgen, fördern nicht gerade das Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt. Kleinigkeiten, die aber ein großes Ganzes ergeben! Aber es heißt im Umkehrschluss auch - und das ist doch eine sehr gute Nachricht -, dass Eltern die Werte, die sie überzeugt leben, fast automatisch an ihre Kinder weitergeben. Allein durch ihr Vorbild. Wer zum Beispiel das Portemonnaie, das er im Einkaufswagen findet, selbstverständlich und ohne zu zögern an der Kasse abgibt, bringt seinen Kindern damit den besten Beweis, wie viel ihm Ehrlichkeit im Ernstfall wert ist.