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ERZIEHUNG

Fehler bei der Kinder-Erziehung

Kinder-Erziehung

Unklare Botschaften, undurchführbare Strafen, zu häufig gemachte Ausnahmen - es gibt eine Menge klassischer Kinder-Erziehungsfehler. Aber auch Methoden, ihnen zu entkommen

In diesem Artikel:

Ausnahmen bei Regeln in der Kinder-Erziehung

Sie erkaufen sich mit Ausnahmen vielleicht einen kurzen Moment Ruhe. Aber schon mittelfristig machen Sie sich damit das Leben schwer - und berauben ihre Kinder um Halt und Verbindlichkeit. Daher: Entweder gilt eine Regel, oder man streicht sie ganz. Die Einhaltung fällt leichter, wenn es nur wenige Regeln gibt. „Fünf oder sechs sollten reichen“, rät Angelika Faas. Zum Beispiel: „Nein heißt nein“ oder „Nach dem Zähneputzen wird nichts mehr gegessen“ und „Alle fangen beim Essen gemeinsam an“. Wenn man seinen Alltag „überreguliert“, wird man unflexibel und verheddert sich in „Gesetzestexten“.

Wenn Kinder unzufrieden sind oder unbedingt etwas haben möchten, verfallen sie in eine Stimmlage, die für Eltern schwer zu ertragen ist: Sie quengeln. Warum Eltern ganz besonders empfindlich auf diesen Tonfall reagieren, weiß die Logopädin und Psycholinguistin Dr. Ulla Beushausen:

„Eltern entwickeln in der Babyphase eine besondere Sensibilität für Stimme und Töne ihres Kindes. Jammern löst bei ihnen einen automatisierten Helferreflex aus, und der bleibt noch eine ganze Weile erhalten. Die Folge: Auch bei Kindern, die schon sprechen können, geht uns Jammern durch Mark und Bein.“ Aber deshalb dem Quengeln nachzugeben, ist keine Lösung. Denn dann lernen Kinder: Mit diesem Verhalten erreiche ich etwas. Besser: Das „unerwünschte“ Verhalten freundlich ignorieren oder nur mit einem kurzen Satz kommentieren: „Ich möchte nicht, dass du quengelst.“ Das erfordert zwar etwas Durchhaltevermögen. Aber über kurz oder lang begreift jedes Kind, dass es mit freundlichen Worten und einem höflichen Tonfall weiter kommt. Versprochen!


Unangemessene Strafen bei Kinder-Erziehung vermeiden

„Wenn jetzt nicht Schluss ist, darfst du morgen nicht auf den Kindergeburtstag.“ Wenn man richtig sauer ist, rutscht einem so ein Satz vielleicht raus. Aber dann sollte man so klug sein, umgehend zurückzurudern: „Da habe ich jetzt Blödsinn gesagt. Aber ich möchte, dass du aufhörst, im Wohnzimmer rumzutoben. Und wenn das nicht klappt, ist für heute das Fernsehen gestrichen.“ Strafen und Konsequenzen müssen stets angemessen und durchführbar sein. Sonst verfehlen sie ihr Ziel.
 
Der Familien- und Kommunikationsberater Dr. Jan-Uwe Rogge nennt es das „Drama der guten Worte“. Ohne sich dessen bewusst zu sein, verhalten wir uns unseren Kindern gegenüber oft unklar: Wir verpacken zum Beispiel unseren Auftrag „Deck den Tisch!“ in eine Frage: „Könntest du bitte den Tisch decken?“ Kinder kennen aber keine rhetorischen Fragen. Für sie gilt: Wenn man mich fragt, kann ich Ja oder Nein sagen. Der Konflikt ist programmiert. Außerdem überschätzen Eltern die Wirksamkeit von Worten und unterschätzen die Wirkung von Vorbild und Körpersprache.

Kommunikationspsychologen gehen davon aus, dass 55 Prozent der Kommunikation über Körpersprache, Mimik und Gestik abläuft, 38 Prozent über die Stimme oder die Art des Sprechens und lediglich 7 Prozent über den Sinn der Worte. Was Kinder brauchen: eine ganz direkte Ansprache mit eindeutigen Botschaften. 

Lesen Sie weiter: Kommunikation, Versprechen und Erziehungsstile

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jmbb222603 09.02.12 - 15:17 Uhr
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