Wo die Grenzen von Kindern sein sollten
Kaum eine Mutter, kaum ein Vater ist nie von Kindern genervt. Und wir reden hier nicht von Kindern, die am Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) oder Hyperaktivität leiden. Sondern von ganz normalen, aufgeweckten Jungs und Mädchen, die also toben, schreien und lärmen, ohne sich darum zu kümmern, dass der Nachbar gern ausschlafen würde. Und die sehr launisch werden können, wenn sie müde sind oder Langeweile haben.
Die Frage, die man sich aber als Elternteil - oder Nachbar - hin und wieder stellt, lautet: Wo sollte man Kindern Grenzen aufzeigen? Wo hört „Lass sie doch, es sind eben Kinder!“ auf und fängt „Die ist eine Zumutung!“ an?
Seit der wilhelminische Leitsatz „Kinder soll man sehen und nicht hören“ abgeschafft wurde, gibt es keine klar definierte Regel mehr. „Wie Sie Kindern Grenzen setzen hängt davon ab, wie viel Sie - oder Ihre Nachbarn - aushalten“, sagt die Diplom-Psychologin Angelika Faas. „Was manche nervt, finden andere lustig.“ So machen den einen schon heftig baumelnde Kinderbeine im Bus wahnsinnig, während ein anderer wilde Tobegeräusche im Treppenhaus wunderbar lebendig findet.
„Ein gewisser Lärmpegel gehört aber zum Kindsein dazu“, stellt Faas klar. „Kinder brauchen das Erlebnis, verschiedene Lautstärken auszuprobieren, um die Resonanz zu spüren und zu sehen, was sie damit auslösen.“

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