Interessant: Eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Sprache spielt offenbar die Musik. Psychologe Jentschke und seine Kollegen haben getestet, ob Kinder im Alter von neun bis elf Jahren sprachlich fitter sind, wenn sie bisher ein Musikinstrument gespielt bzw. gesungen haben. Die Kinder hörten sich im Labor korrekte Sätze an (etwa: „Der Fisch wurde geangelt“), aber auch unvollständige wie „Der Fisch wurde im geangelt“, die einem geübten Hörer sofort auffallen. Elektroden am Kopf maßen die elektrischen Spannungsunterschiede, die beim Verarbeiten der Sätze entstehen. Verblüffendes Ergebnis: Bei den musizierenden Kindern zeigten sich deutlich höhere Ausschläge als bei den nicht musizierenden, sobald ein falscher Satz im Gehirn ankam.
„Kinder, die ein Instrument gelernt haben, reagierten sofort darauf, wenn Regeln im Satzbau verletzt wurden“, sagt Sebastian Jentschke. Musikalisch vorgebildete Kinder verstehen sich also nicht nur auf ihre Flöte oder auf ihr Klavier - oft können sie auch besser mit Sprache umgehen. Für Eltern heißt das, dass sie ihre Kinder beim Umgang mit Sprache unterstützen können, indem sie regelmäßig mit ihnen singen, Musik anhören oder sie im Instrumentalunterricht anmelden.

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