
Mädchen lieben Prinzessinnen. Was daran so schön ist, sich als Prinzessin Lillifee zu verkleiden - und wieso wir ruhig mitspielen können.
Prinzessinnen haben alles - Schlösser, Diademe und prunkvolle Kutschen. Ein Leben voller wundervoller Erlebnisse, mit rauschenden Bällen und galantem Gefolge. Und: Pferde! Ein königlicher Reitstall voll prachtvoller Hengste und Stuten ziert jeden Schlosspark, klaro.
Prinzessinnen besitzen und erleben, was Mädchen sein, haben oder zumindest spielen wollen. Deshalb kommen Töchter-Eltern an königlichen Hoheiten nicht vorbei: Es schlägt die Stunde, an dem Mädchen in ihr Traumschloss einziehen - die meisten mit etwa drei Jahren. Und da bleiben sie ein paar Jahre.
Mädchen bis 7 Jahre finden die zartrosa Welt der Feen-Prinzessin Lillifee faszinierend. Lillifee ist lieb und fröhlich, löst Probleme mit Freundschaft und Treue und kann gar zaubern. Für ältere Mädchen fehlt es Lillifee eindeutig an Pferden, Prinzen und Romanzen. Also ziehen im Schulalter reitende und Ballsaal-feste Prinzessinnen ins Kinderzimmer ein. Und mit ihnen die Liebe zu Tüll- und Flitterkleidchen, Krönchen und natürlich einem Spieglein an der Wand.
Die Marktforschung des Disney-Konzerns, der die weltgrößte Sammlung populärer Prinzessinnen unterhält, hat zwei Phasen entdeckt: In der ersten träumen die Mädchen davon, ihre Lieblingsprinzessin zu sein, und spielen sie mit Hingabe, erklärt Daja Trujillo, Managerin bei den Disney-Erlebnisparks. Später - ein Zeichen der Reife - möchten Mädchen sie selbst sein, sich aber bewunderte Eigenschaften ihrer Traumprinzessin abgucken. Also schenken größere Grundschülerinnen intuitiv ihre Zuneigung jenen Prinzessinnen-Figuren, die ihnen von vornherein am ähnlichsten sind, sagt die Forschung. Weswegen Disney übrigens erstmals eine dunkelhäutige Prinzessin auflegen wird: Die schöne Tiana hat 2009 Debüt.
Manche Eltern finden den Prinzessinnen-Kult im Kinderzimmer kitschig und gar zu kommerzialisiert - das muss aber so nicht sein. Denn Rollenspiele sind bildsam und kindgerecht, egal ob als Prinzessin oder Superheld. Letztlich kommt es darauf an, wie viel Raum für Kreativität bleibt.
Und die Geschmäcker sind verschieden: Wie die Rolle „Prinzessin“ von Vorbild-Figuren ausgelebt wird und wie sie sich daheim nachspielen lässt, das variiert. Mädchen haben reiche Auswahl, welches gekrönte Haupt ihnen gefällt und zum spielerischen Nachleben taugt - wobei manche Prinzessin mit ihrer Karriere selbst ihre Schöpfer überrascht hat.
Lillifee wird mittlerweile von den französischen Mädchen als „La Fée Lili-Rose“, in Spanien als „Lily la Princesa Hada“, in der Türkei als „Prenses Lilliperi“ und in Japan als „Purinsesu Lili“ verehrt.
Es gibt zu ihr fünf Bücher, eine eigene Zeitschrift, CDs, Schmuck, mehrere Schönheits-Sets, Bettwäsche, Nintendo-Spiele, Gepäckstücke, Trinkflaschen und Schneekugeln, Puzzlespiele, Besteck-Sets, Kleidungsstücke, Abfalleimer und ein „Eau de Toilette Prinzessin Lillifee“: Wer möchte, könnte seine Wohnung vollständig lillifizieren. Ach ja: Seit vergangenem Jahr hat Lillifee auch ein eigenes Musical.

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