Es lohnt ein Blick darauf, welche Tätigkeiten wir mit besonderer Vorliebe vor uns her schieben. Sind es die unangenehmen, etwas langweiligen Arbeiten, wie Geschirrabwaschen oder Staubsaugen? In der Regel nicht!
Die Erfahrung zeigt: Besonders häufig weichen Eltern und Kinder jenen Aufgaben aus, von denen sie sich unter Druck gesetzt fühlen - weil sie schwierig zu erledigen sind oder weil ihre erfolgreiche Umsetzung besonders wichtig genommen wird. Bei manchen Menschen ist die Angst vor Druck sogar derartig ausgeprägt, dass sie absichtlich Erfolge vermeiden - nur um in der Zukunft nicht von zu hohen Erwartungen in die Enge getrieben zu werden.
Das Vertagen der wichtigen Tätigkeiten befreit uns zunächst aus der Drucksituation: Die Gefahr zu versagen ist gebannt - zwar nur vorerst, aber immerhin. Mittel- und langfristig hat das Aufschieben fast immer negative Effekte auf die Psyche. Denn wer etwas wissentlich zu spät erledigt, läuft meist mit Schuldgefühlen herum und ist deshalb angespannt und unkonzentriert.
Oft leidet auch das Selbstwertgefühl: Man wirft sich vor, ein willensschwacher Mensch zu sein. Dazu kommt die unweigerliche Kritik von außen, falls wir einen Termin dann tatsächlich versäumt haben. Keine gute Voraussetzung, um die nächste wichtige Arbeit optimistischer anzugehen.

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