
Viele Kinder erledigen unangenehme Aufgaben lieber später. Ab wann der Hang zum Aufschieben bedenklich wird und was dagegen hilft
Schnelles Einschreiten bei Aufschieberitis ist in jedem Fall empfehlenswert, meint der Psychologe und Buchautor Hans-Werner Rückert. Er hat das Aufschiebeverhalten von Kindern und Erwachsenen untersucht und weiß: Ungeliebte Aufgaben liegen zu lassen, ist ein Muster, das man sich regelrecht antrainieren - und leider nur schwer wieder abgewöhnen kann. Doch natürlich ist deshalb nicht immer gleich Sorge angebracht. So ziemlich jeder könnte Tätigkeiten aufzählen, die er stets erst erledigt, wenn Druck von außen ihn dazu zwingt, sei es nun das Abgeben der Steuererklärung oder die Erledigung lästiger Haushaltsarbeiten. Nicht weiter schlimm - solange wir rechtzeitig und ohne allzu großen Leidensdruck die Kurve kriegen.
Aufmerken sollte man, wenn die Aufschieberei den Alltag ins Schlingern bringt. Wenn Wichtiges nicht mehr in letzter Minute, sondern gar nicht mehr erledigt wird, oder wenn die Qualität der Arbeit unter dem knappen Zeitmanagement leidet. Und wenn wir selbst uns schlecht und schuldig fühlen - so wie der neunjährige Leon, der über die „vergessenen“ Hausaufgaben mindestens ebenso unglücklich ist wie seine Mutter. Doch warum hat er sie dann nicht einfach rechtzeitig gemacht?

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