Naturwissenschaftliche Experimente im Kindergarten

Spannende Experimente im Kindergarten wecken das Interesse kleiner Forscher an den Naturwissenschaften.


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Experimente im Kindergrten


Warum fällt ein Stein schneller zu Boden als eine Vogelfeder? Wieso brennt Zucker, sobald man etwas Asche darauf streut? Weshalb schwimmt Eis auf dem Wasser? Im Kindergarten St. Andreas im niedersächsischen Wallenhorst nimmt man solche Fragen ernst - und räumt naturwissenschaftlichen Experimenten im Kindergarten-Alltag breiten Raum ein.

Kinder spielerisch für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern, ist das Ziel des gemeinsam von Unternehmern, Verbänden und Hochschulen entwickelten Modellprojekts „Sandkasten-Ingenieure“. Mädchen und Jungen dürfen hier - unterstützt durch fachkundige Erzieherinnen und Studenten - ihrem Forscherdrang freien Lauf lassen.

Einfache Experimente verdeutlichen den Knirpsen Zusammenhänge aus Natur und Technik und regen sie an, ihre Umwelt noch neugieriger und bewusster wahrzunehmen. „Dabei dürfen Spaß und spielerisches Lernen natürlich nicht zu kurz kommen“, sagt Britta Finke, die Leiterin des St. Andreas Kindergartens - und tritt damit Befürchtungen entgegen, ein Kindergarten wie ihrer könnten zu sehr verschult werden.

Richtiger Zeitpunkt: Experimente im Kindergarten



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Ihre Beobachtung: „Die Kinder sind von sich aus neugierig und wissensdurstig und wollen die Welt um sich herum erfahren und begreifen. Das machen sie auch jeden Tag zu Hause, indem sie zum Beispiel einen Stuhl so lange kippen, bis er umfällt. Im Unterschied zu solch spontanen Experimenten bekommen die Kinder im Kindergarten allerdings eine Erklärung dafür, warum etwas so und nicht anders geschieht.“ Wichtig ist auch, dass die Versuche möglichst einfach aufgebaut sind und vorwiegend solche Materialien erfordern, die sowieso in jedem Haushalt vorhanden sind.

Unterstützung für ihr Vorhaben, Kinder schon sehr früh mit Natur und Technik in Berührung zu bringen, bekommen experimentierfreudige Kindergärten von Fachleuten wie Gisela Lück, Professorin für Chemiedidaktik an der Universität Bielefeld und Autorin zahlreicher Elternratgeber zum Thema Experimentieren mit Kindern. Für sie kommen Physik- und Chemie-Experimente im Kindergarten keinesfalls zu früh: „Kinder haben schon im Vorschulalter großes Interesse an ihrer Umwelt und naturwissenschaftlichen Phänomenen. Ihre Wissbegierde ist einfach unersättlich und ihre Faszination fürs Experimentieren riesengroß“.
Kindern fällt durch Experimente im Kindergarten Lernen leichter
Ähnlich sieht das Prof. Elsbeth Stern, die sich an der Technischen Hochschule Zürich mit der Lernentwicklung und der frühen Förderung von Kindern befasst: „Menschen lernen von Geburt an. So wundert es nicht, dass schon kleine Kinder versuchen, sich ein Bild von der Welt zu machen - das sie stetig korrigieren und weiterentwickeln. Kinder leisten in diesem Bereich viel mehr, als man bislang vermuten konnte. Und wenn man sie rechtzeitig und in möglichst vielen Bereichen beim Aufbau dieses Wissens unterstützt, fällt ihnen auch später, zum Beispiel in der Schule, das Lernen leichter.“
Ein Beispiel für Experimente im Kindergarten
Was ist in dem Glas?“, fragt Linus die um ihn versammelten Kinder. „Na, nix!“, meldet sich Jannik zu Wort. Linus zögert einen Augenblick - dann taucht er das Glas kopfüber in die mit Wasser gefüllte Schüssel. Konzentriert und mucksmäuschenstill beobachten die Mädchen und Jungen, wie der Fünfjährige das Glas langsam immer tiefer ins Wasser taucht - und staunen nicht schlecht, dass es sich dabei keineswegs mit Flüssigkeit füllt.

Wie beim Lernen eins zum anderen kommt, führt Linus vor, indem er sein Experiment um eine Variante erweitert. Diesmal nämlich stülpt er das Trinkglas über eine auf dem Wasser schwimmende Nussschale, in der zwei Gumibärchen sitzen. Und wieder taucht er das Glas immer tiefer ins Wasser - ohne dass die Bärchen deshalb nass würden. „Warum werden die Gummibärchen nicht nass?“, fragt er in die Runde der gespannt zuschauenden Kinder. Wieder meldet sich Jannik zu Wort: „Weil Luft im Glas ist, da kann das Wasser gar nicht eindringen“, sagt er - und gibt damit zu erkennen, dass er begriffen hat, dass in dem Glas keineswegs „nichts“ ist, sondern Luft - die eben auch unter Wasser einen bestimmten Raum beansprucht, wenn sie nicht entweichen kann.




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