Familie & Werte


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Die zukünftige Familie

Foto: Thinkstock


Familie - Was sich liebt, das braucht sich

Was uns morgen erwartet: Oft liest man über das Ende der Familie und über den Abschied von der romantischen Liebe. Doch wenn man sich näher mit dem Thema befasst, stellt man schnell fest, dass das Modell „Familie“ ziemlich beständig ist. Corinna Langwieser bestätigt das: „Familie ist absolut kein Auslaufmodell. Im Gegenteil: Endlich wird all das als Familie verstanden, was Familie ist: Patchworkehen, Alleinerziehende mit Kind, gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Die Menschen werden toleranter und die Gesellschaft kann besser mit der Vielfalt leben.“ Schon heute bestätigt die Statistik dieses Modell: Ehen werden nach wie vor geschieden, doch die Tendenz zeigt, dass es meist nach wenigen Jahren geschieht oder nach sehr vielen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Das heißt: Paare trennen sich, nicht Familien. Auch Peter Wippermann sagt: „Familiäre Grundstrukturen bleiben auch in Zukunft erhalten. Ob wir uns lebenslang an nur einen Partner binden, sei mal dahingestellt, sicher ist jedoch, dass die Familienbande bestehen bleibt. Sehen Sie es doch mal so: Die Menschen werden immer älter, da ist es normal, sich mehrere Partner zu suchen. Auch wenn wir Menschen Individuen sind und nach persönlichem Glück streben, so bleibt doch der Wunsch nach Nähe und Zweisamkeit erhalten. Die Welt konkreter Bindungen wird kostbarer. Wenn das Leben komplexer wird, wird der Wunsch nach stabilen Beziehungen größer – und unsere Kinder werden das sogar noch besser machen als wir.“ Was das heute bedeutet: Fernbeziehungen, Jobs im Ausland, kurzzeitige Beschäftigungen, Geschäfte auf der ganzen Welt: Die Anforderungen der modernen Arbeitswelt wirken sich auf die Familie aus. Unsere Kinder werden lernen müssen, neue Formen des Zusammenlebens zu finden und letztlich daran festzuhalten, was wirklich wichtig ist: Die Beziehung zum Partner. In einer sich verändernden Welt werden Bindungen das wichtigste sein, was wir haben – etwas, das uns Stabilität gibt, die wir sonst nicht haben. Für unsere Kinder heißt das heute: Wir müssen ihnen beibringen, Toleranz und Offenheit gegenüber jeder Variante des Zusammenlebens zu entwickeln. Zudem gewinnt die Fähigkeit, Freundschaften und Beziehungen über lange Distanzen zu pflegen, an Bedeutung. Kinder müssen schon heute lernen, dass Freundschaften und Beziehungen Arbeit erfordern, damit sie blühen können – und ein hervorragendes soziales Netzwerk bilden. Werte - Darf man Handys anschreien?

Die zukünftigen Werte

Foto: Thinkstock


Was uns morgen erwartet: Natürlich hat all das auch Einfluss auf unser Werteverständnis. Wir werden wesentlich internationaler, allein das sorgt dafür, dass die Toleranz Anderen und Neuem gegenüber wächst; Fremdsprachen, andere Kulturen und Sitten werden als selbstverständlich wahrgenommen. In der Welt von morgen ist kein Platz mehr für eine engstirnige Denkweise – und das hat auch mit uns selbst zu tun: „Durch die Selbstverwirklichung des Einzelnen kommt mehr Vielfalt in die Gesellschaft“, erklärt Corinna Langwieser. Werte verändern sich aber auch auf eine andere Weise: „Wir müssen alte Werte in die neue Zeit übersetzen“, sagt Sven Jánszky. „Was heißt Kritikfähigkeit im SMS-Zeitalter? Ist es okay, seinen Badezimmerspiegel anzumotzen oder den Kühlschrank wütend auszustellen?“ Was das heute bedeutet: Die Familienwelt und das Werteverständnis ändert sich, Stabilität, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit gewinnen an Wert. Vertrauen muss nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch unter Kollegen und Nachbarn als Basis funktionieren. Fördern Sie die soziale Kompetenz Ihrer Kinder und vermitteln Sie Ihnen, wie man sich geschickt verhält. Werte wie Freundlichkeit und Zuvorkommenheit behalten ihre Gültigkeit, wir müssen nur ihre Entsprechung für die neue Lebenswelt lernen und vermitteln können: So müssen Kinder schon heute lernen, dass man nicht einfach das Handy ausschalten kann, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Das Leben unserer Kinder im Jahr 2030 Die Zukunft wird viele Probleme bringen, aber ebenso viele Lösungen bieten. Der Mensch wird besser informiert sein als jemals zuvor. Für unsere Kinder wird es als Erwachsene selbstverständlich sein, eigenständig für ihr Wohlergehen zu sorgen: sowohl durch freiwillige, lebenslange Weiterbildung im Job als auch durch gesunde Ernährung und sportliche Betätigung. Wir und unsere Kinder werden älter als all die Generationen vor uns, unsere Welt wird sich technisch rasant entwickeln und unser Leben wird so bunt und international sein wie nie zuvor – das prophezeien zumindest die Zukunftsforscher. All dies ändert aber nichts daran, dass Kinder vor allem eines brauchen: die Liebe und den Rückhalt ihrer Eltern – zu jeder Zeit.