Feste Regeln haben noch Zeit


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Feste Regeln haben noch Zeit Beim Essen kann man von Babys keine Rücksicht oder „Disziplin“ im engeren Sinne erwarten. Weder müssen sie aufessen, noch müssen sie sitzen bleiben, bis alle fertig sind. Solcherlei Regeln sind erst ab dem Kindergartenalter sinnvoll. Eine „Extrawurst“ muss aber trotzdem nicht sein, denn zu Tisch sollten Sie Ihren „kleinen König“ oder Ihre „kleine Prinzessin“ nicht als solche behandeln: Der Kinderstuhl ist kein Thron, sondern einfach ein Platz, der den anderen weder über- noch untergeordnet ist. Gelassenheit zeigen, wenn das Baby Erfahrungen sammelt, ist dabei besser als ständiges Beobachten: „Auch liebevolle Kontrollen können dem Kind den Appetit verderben“, sagt der dänische Familientherapeut Jesper Juul. Sein Credo lautet: Babys müssen beobachten und experimentieren dürfen, dann fügen sie sich durch Nachahmung von ganz allein in die familiäre Kultur ein.

Ausprobieren sollte dem Baby erlaubt sein

Und das Besteck? Klar: Babys und Kleinkinder können nicht von Anfang an perfekt mit Gabel und Löffel hantieren. Ihr wichtigstes Werkzeug sind die Hände, und das ist auch gut so. Alles, was man verstehen soll, muss man auch be-greifen dürfen. Dabei geht natürlich erst mal einiges daneben - aber das gehört dazu. Richten Sie den Esstisch entsprechend „unfallsicher“ ein, damit keine Flecken zurückbleiben. Übrigens: So wichtig die Hände für sie sind - schon knapp Einjährige machen sich eifrig an die Arbeit, wenn sie erstmals im Kreis der Familie mit Babylöffel, Kindergabel und Lerntasse hantieren dürfen! Ihr Baby will Ihnen nacheifern, auch mit Besteck und Becher. Stichwort Familie: Das bedeutet auch, dass das schöne Ritual zu Tisch der gemeinsamen Kommunikation dient. „Spielzeug hat dabei ebenso wenig zu suchen wie Gameboy oder Handy. Oder gar die Zeitung der Eltern!“, stellt Franziska von Au klar. Und erst recht der Fernseher: Alles, was von den Tischgenossen und dem Nahrungsangebot ablenkt, trübt die Wertschätzung der Babys für ein harmonisches Miteinander.