Förderungsmöglichkeiten für hochbegabte Kinder


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Förderungsmöglichkeiten für hochbegabte Kinder

Im Hinblick auf die weitere schulische Förderung bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an: Der Besuch einer Bildungseinrichtung, die speziell auf die Bedürfnisse von hochgebabten Kindern zugeschnitten ist, oder die Förderung durch besondere Angebote innerhalb der Regelschule. Da es nur wenige Spezialeinrichtungen für hochbegabte Grundschüler gibt (z.B. Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig), rückt in dieser Altersgruppe die  integrative Förderung in Regelschulen in den Mittelpunkt. Zwei Unterstützungsformen haben sich bewährt:
  • Akzelerations-Modell: Unter „Akzeleration“, übersetzt „Beschleunigung“, versteht man alle Fördermaßnahmen, die zu einem schnelleren Durchlaufen der Schule führen. Dazu gehört die frühzeitige Einschulung, der frühere Übergang in die weiterführende Schule und das Überspringen einer oder mehrerer Klassen.Auch sogenannte D-Zug-Klassen, in denen Grundschüler in drei Schuljahren das Pensum von vier absolvieren, werden erprobt. Dabei muss nicht zwangsläufig eine ganze Jahrgangsstufe übersprungen werden: Das „Fachspringen“ ermöglicht Schülern, die in einzelnen Bereichen sehr begabt sind, den Besuch des entsprechenden Unterrichts in einer höheren Klasse.
  • Enrichment-Modell: Beim sogenannten Anreicherungsmodell geht es darum, den üblichen Lernstoff durch qualitativ hochwertige Zusatzangebote zu erweitern. Dabei werden die Art und der Schwierigkeitsgrad des Lehrstoffs dem individuellen Leistungsvermögen des Schülers angepasst. Ist ein hochbegabtes Kind zum Beispiel im Matheunterricht mit seinem Pensum fertig, während die anderen noch rechnen, erhält es vom Lehrer Extra-Aufgaben, die es besonders herausfordern.
Gerade der Grundschulunterricht mit den Elementen Wochenplanarbeit, Freiarbeit und Projektarbeit eignet sich hervorragend dazu, das bei Hochbegabten ausgeprägte aktiv-entdeckende Lernen zu fördern. Indes sollten Eltern und Lehrer bei ihrem Engagement für die kleinen Schlauberger eins nicht vergessen: Begabte Kinder brauchen - wie alle anderen auch - Zuwendung, Liebe, Geborgenheit, Lob, Verständnis und Wärme. Daher muss in jedem einzelnen Fall geprüft werden, welche Form der Unterstützung im Hinblick auf das Wohlbefinden und die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes die günstigste ist.
Wie sagte der hochbegabte Henrik (10) so schön: „Was würde mir die ganze Lernerei nützen, wenn ich keine Freunde hätte, mit denen ich Fußball spielen und Quatsch machen kann.“