FAQs rund um das Thema Hausaufgaben

Hausaufgaben sind Aufgaben für zu Hause. So viel ist klar. Aber wie lange dürfen die Hausaufgaben bei Grundschülern dauern? Dürfen die Eltern helfen? Sollen sie die Aufgaben korrigieren? In unseren FAQs sind wir den wichtigsten Fragen auf der Spur.


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In welcher Arbeitsumgebung lernt es sich am leichtesten?
Ein ruhiger Platz, an dem das Kind ungestört lernen kann, ist wichtig für die Hausaufgaben. Die beste Lösung: ein Schreibtisch im Kinderzimmer. Wenn der Platz dafür nicht reicht oder das Kind lieber in der Nähe von Mama oder Papa seine Hausaufgaben erledigen möchte, ist natürlich auch der Küchentisch okay. Wichtig ist aber eine ruhige Lernumgebung, alle anderen Familienmitglieder müssen Rücksicht nehmen und dürfen nicht stören.
Ein höhenverstellbarer Stuhl ist wichtig, damit das Kind die Füße auf dem Boden abstellen kann. Nicht vergessen: Gut lüften, frische Luft ist gut fürs Gehirn. Wie beim Schlafen gilt: Achten Sie darauf, dass es im Zimmer nicht zu warm ist.

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Hilfe zur Selbsthilfe, das sollte das Motto sein, wenn Sie Ihr Kind bei den Hausaufgaben unterstützen möchten.


Wann ist die beste Zeit für die Hausaufgaben?

Generell lautet die Empfehlung: 90 Minuten nach dem Essen funktioniert das Konzentrieren am besten.Aber wann für Ihr Kind die beste Hausaufgabenzeit ist, ist unterschiedlich. Das hängt vom individuellen Biorhythmus Ihres Kindes ab – und natürlich vom Betreuungssystem. Kinder, die erst um 14 Uhr aus der Mittagsbetreuung kommen, machen ihre Hausaufgaben vielleicht lieber erst nach einer ausgiebigen Runde Spielen und Toben.
Was tun, wenn die anfängliche Begeisterung abflaut?
"Schule ist doof!" Egal wie groß anfangs die Begeisterung ist, irgendwann wird dieser Satz fallen. Und das ist auch okay. Denn irgendwann setzt die Ernüchterung ein, dass Lernen doch ganz schön anstrengend ist. Und dass es im Kindergarten eigentlich auch ganz lustig war. Jetzt sind Sie als Eltern gefragt: Gehen Sie mit Ihrem Kind ins Gespräch und versuchen Sie herauszufinden, was das Kind genau "doof" findet. In vielen Fällen handelt es sich um Kleinigkeiten, die sich beheben lassen. Nehmen Sie Ihr Kind ernst – und vereinbaren Sie auch ohne zu lange zu zögern einen Termin mit der Lehrerin. Oft hilft es schon, wenn die Lehrerin weiß, dass das Kind gerade eine kleine Schulkrise durchleidet und ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, Lob und Motivation benötigt. Legen sich die Probleme nicht, sollten Sie mit dem Schulpsychologen sprechen. Den gibt es an jeder Schule und ihm sind die Alltagsprobleme von Grundschülern bestens vertraut. Das Angebot ist kostenlos und anonym.
Dürfen Eltern bei den Hausaufgaben helfen?
Klar, Hausaufgaben sind für die Kinder – und nicht für die Eltern. Und auch wenn man als Eltern manchmal das Gefühl hat, dass die 20. Wiederholung nicht wirklich nötig wäre und man dem Kind gerne etwas abnehmen würde: Überlassen Sie Ihrem Kind seine Hausaufgaben.  Bei Erst- und Zweitklässlern macht es aber Sinn,  dass Sie bei den Hausaufgaben in der Nähe bleiben und Fragen beantworten können. Umgekehrt gilt aber auch: Verlangen Sie Ihrem Kind nicht zu viel ab. Wenn die Hausaufgaben mal wirklich zu viel oder zu schwer sind: Vermerken Sie das im Aufgabenheft als Vermerk für die Lehrerin. Ansonsten gilt: Hier lernen Kinder Selbständigkeit – und die ist gut fürs Selbstbewusstsein.
Sollen Eltern die Hausaufgaben verbessern?
Die Versuchung ist groß: Das Kind soll am nächsten Tag fehlerfreie Hausaufgaben in der Schule vorlegen. Da helfen die Eltern gerne mal ordentlich nach. Der Rat von Pädagogen und Psychologen lautet aber: Seien Sie hier nicht zu perfektionistisch! Geben Sie Ihren Kindern ruhig einen Hinweis, wenn Ihnen ein Fehler auffällt – der muss aber nicht zwingend korrigiert werden. Die Lehrerin muss schließlich ein Gefühl dafür bekommen, wo die Kinder stehen, welche Aufgaben ihnen Probleme bereiten – und was sie schon spielend bewältigen können. Sprechen Sie die Lehrerin beim Elternabend ruhig auf dieses Thema an – vielleicht können Sie Ihrem Kind dann beruhigt vertrauen, dass es die Hausaufgaben auch in der ersten Klasse schon selbständig schafft. Und ist das Heft unordentlich und die Schrift unleserlich, lassen Sie das ruhigen Gewissens die Lehrer mit Ihrem Kind klären. Das ist wirkungsvoller – und besser für die Stimmung zu Hause.
Wie lange sollten Hausaufgaben in der Grundschule dauern?
Jede Lehrkraft hat hier ihre eigene Meinung, die Richtlinie der Schulministerien lautet: Für Erst- und Zweitklässler sollten es durchschnittlich nicht mehr als 30 Minuten täglich sein, in der dritten und vierten Klasse nicht mehr als 45 Minuten. Voraussetzung ist natürlich, dass das Kind konzentriert arbeitet und nicht träumend aus dem Fenster schaut. Wenn Ihr Kind regelmäßig deutlich länger benötigt, sollten Sie sich bei anderen Eltern umhören – und dann gegebenenfalls mit der Lehrerin sprechen.
Sollen wir gute Noten belohnen?
Ein Glück: In der ersten Klasse gibt es noch keine Noten – da stellt sich die Frage also erst, wenn es Zeugnisse gibt. Generell gilt: Belohnungen sind eine gute Sache, wenn sie nicht übertrieben ausfallen und zielgerichtet eingesetzt werden. Belohnungen nach einem bestimmten Schema (z.B. für jede 1 gibt es 50 Cent) sind im Grundschulalter völlig unangebracht. Gegen eine kleine Belohnung zum Schuljahresende, wenn der Junior stolz mit dem Zeugnis nach Hause kommt, spricht aber nichts. Aber besser als Geld ist hier ein schöner Ausflug, der neue Band aus der Lieblingsserie oder ein großes Eis in der Eisdiele. Am wichtigsten:  Lassen Sie Ihr Kind spüren, wie stolz Sie auf seine Leistungen sind – auch wenn diese nicht ganz optimal ausgefallen sind. Machen Sie ihm aber klar, dass es für sich selbst und nicht für die Eltern, die Großeltern oder die Lehrerin lernt.

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