Geheimnisse wahren, um sich der elterlichen Kontrolle zu entziehen


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Geheimnisse wahren, um sich der elterlichen Kontrolle zu entziehen - Bedeutung von Geheimnissen bei älteren Grundschulkindern

Dennoch versuchen auch kleine Kinder, nach und nach immer mehr für sich zu behalten. „Sie beginnen, sich gegen ihre Geständnisbereitschaft zu wehren. Ausplaudern oder ,petzen' bedeutet dann, nicht genügend Kontrolle über sich selbst zu haben“, erklärt die Psychologin. Nach und nach entwickelt sich diese Selbstkontrolle - was gerade bei älteren Grundschulkindern immer wichtiger wird, denn nun gilt das eherne Gesetz: Gepetzt wird nicht - sonst droht „Freundschaftsentzug“! „Freundschaft, Sanktionen der Gleichaltrigen und Vertrauen schaffen einen sozialen Raum, der sich vor erwachsener Kontrolle abschirmen kann“, erklärt die Erziehungswissenschaftlerin Valtin. Das bedeutet aber nicht, dass das Vertrauensverhältnis zu den Eltern zerstört wäre und ihnen kein „schlimmes Geheimnis“ mehr anvertraut würde. Aber: Muss ein Kind mit einer eher harten Strafe rechnen, wenn es zum Beispiel etwas kaputt gemacht hat, wird es solche Dinge künftig lieber verschweigen. „Die Straferwartung spielt eine große Rolle dabei, ob ein Kind sich seinen Eltern anvertraut oder nicht“, erläutert Michael Schnabel. Er empfiehlt, nicht zu streng zu sein, wenn das Kind einen Fehler gesteht. „Hören die Eltern generell gut zu und sind geduldig, wird das Kind auch über Geheimnisse sprechen, die es bedrücken.“ Und das ist sehr wichtig, zum Beispiel bei Mobbing in der Schule oder wenn ein „komischer Mann“ öfter auf dem Spielplatz auftaucht.