
Mittlerweile wissen wir: Mit vielem hatten unsere Eltern und Großeltern Recht. Doch etliche ihrer Weisheiten sind in puncto Gesundheit überholt und manche sogar falsch.
1. „Dreck reinigt den Magen“
Stimmt. Im Kern zumindest, nur sollte man das Prinzip nicht überstrapazieren. Gemeint ist: In Schmutz enthaltene Keime können locker durch das kindliche Abwehrsystem niedergerungen werden und so den Immunschutz trainieren. Erwiesen ist auch: Kinder, die in einer blitzsauberen Umgebung aufwachsen, sind viel anfälliger für Infektionen und Allergien.
2. „Wer zu lang im Wasser bleibt, erkältet sich“
Stimmt nicht. Kleine Wasserfreunde finden beim Plantschen zwar kein Ende. „Kind, bleib nicht zu lang drin, sonst erkältest du dich!“, rufen deshalb oft besorgte Mütter vom Beckenrand. Aber Erkältungen sind nicht zu befürchten. Zwischendurch sollten hingegen kleine Aufwärmphasen eingelegt werden, weil sonst Unterkühlung droht. Spätestens wenn sich die Lippen bläulich verfärben, locken Sie den Nachwuchs aus dem Nass und rein ins kuschelige Badehandtuch. Wichtig: die klammen Badesachen gegen trockene tauschen.
3. „Senf macht dumm“
Stimmt nicht. Ich erinnere mich gut, dass mein Vater sich zu Schweinebacke und Bratwurst löffelweise aus dem Senftopf bediente - und ein ganz schlauer Typ war. Während man uns Kleinen die scharfe braune Tunke mit dieser Drohung madig machen wollte. Wahrscheinlich haben die Alten sogar in bester Absicht gehandelt, denn: Es gibt so genannte cyanogene Senföle, die der Körper zu gehirnschädigender Blausäure abbaut. Dieses „Gift“ ist aber - anders als der Name vermuten lässt - nicht etwa in Senf, sondern in Bittermandeln und Bambussprossen enthalten. Was den Senf so schön würzig macht, sind die Senföle. Die sind aber in so geringen Mengen vorhanden, dass sie eher eine positive gesundheitliche Wirkung erzielen (zum Beispiel bei Harnwegsinfekten).
4. „Mit den Fingern knacken ist gar nicht gesund“
Stimmt. Wenn Kids an den Gelenken ziehen, geht uns Erwachsenen das dabei entstehende laute Knacken durch und durch. Sprechen Sie ruhig ein Machtwort, gern auch gegenüber älteren „Knackern“, denn in diesem Fall hatten unsere Ahnen in der Tat Recht: Das Überdehnen beim Durchdrücken der Finger oder auch das Zippeln an den einzelnen Fingergelenken kann wirklich zu Verschleißerscheinungen führen, weil die Gelenke und Bänder ausleiern und so an Stabilität verlieren.
5. „Pilze darf man nicht aufwärmen“
Stimmt nicht (mehr). Denn Pilze bestehen hauptsächlich aus einer leicht verderblichen Kombination aus Wasser und viel Eiweiß. Aus Eiweiß können sich zudem giftige Abbauprodukte bilden. Dank moderner Kühlgelegenheiten kann dieser Abbauprozess so verlangsamt werden, dass keine Gesundheitsschäden zu erwarten sind. Allerdings sollten Reste von Pilzgerichten baldmöglichst in den Kühlschrank wandern und spätestens am nächsten Tag verputzt werden.

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