
Nach der Inkubationszeit von einem bis fünf Tagen treten beim Scharlach hohes Fieber und starke Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden auf. Das Kind ist in seinem Allgemeinzustand deutlich beeinträchtigt, das Gesicht wirkt blass und ernst. Gaumen, Zäpfchen und Mandeln sind hochrot. Auf den Mandeln treten allmählich gelbliche Beläge (Stippchen) in Erscheinung, die anfangs auch fehlen können.
Die Kieferwinkellymphknoten sind schmerzhaft geschwollen. Von der Leistengegend und dem Achselbereich ausgehend tritt ein samtiger, feinfleckiger Ausschlag auf, der sich auf den ganzen Körper ausbreitet – nur die Region um den Mund ist auffallend blass.
Die Zunge wird nach zwei bis drei Tagen himbeerrot. Ein wichtiges "Reservoir" für die Scharlach-Erreger bilden die hinteren Nasengänge, die Nase ist oft von einem eitrigen Schnupfen mitbetroffen. Bei schweren Verläufen kann es zusätzlich zu einer Mittelohrentzündung oder Nebenhöhlenentzündung kommen, die ebenfalls eher schwer verlaufen.
Nach den ersten Scharlach-Krankheitstagen weicht der Hautausschlag einer auffälligen Blässe – mit Ausnahme der Himbeerzunge und des hochroten Rachens. Das Kind erholt sich im weiteren Verlauf, bevor etwa 14 Tage nach Krankheitsbeginn des Scharlachs eine erneute Krankheitsphase mit blasser Haut, Abgeschlagenheit und Ruhebedürftigkeit eintritt.
Die früher typischen Folgeerkrankungen von Scharlach wie rheumatisches Fieber, Nierenentzündung oder Herzmuskelentzündung, die vor allem in der dritten Krankheitswoche auftraten, sind heute extrem selten geworden. Dies hängt nicht in erster Linie mit der Gabe von Antibiotika zusammen, sondern mit verbesserten Lebensbedingungen und einem besseren Ernährungszustand der Kinder.
Es gibt keine Studien, die zeigen, wie häufig diese Komplikationen bei Scharlach heute bei nicht antibiotisch behandelten Kindern sind. Andererseits kommt es auch bei antibiotisch behandelten Kindern zu Nachkrankheiten vor allem der Nieren, was deutlich macht, dass ausreichende Ruhe beim Scharlach für alle betroffenen Kinder wichtig ist.
Scharlach ist ohne antibiotische Therapie erst nach drei Wochen ausgestanden. Dann schuppt sich auch die gesamte Haut und es treten lamellenartige Schuppen an den Fußsohlen und den Handinnenflächen auf. Erst nach vier Wochen ist das Kind wieder normal belastbar, Sport darf es nach einer Scharlach-Erkrankung erst nach sechs Wochen treiben.
Wenn die Ausscheidungstätigkeit des Organismus nicht angeregt wird oder nicht ungestört ablaufen kann, schlägt die Kinderkrankheit in eine zerstörerische Krankheit um. Dann kann es durch die Scharlach-Gifte selbst oder durch einen Niederschlag der Immunkomplexe an "falscher Stelle" zu schweren Folgekrankheiten der Herzklappen sowie der Gelenke und der Nieren kommen.
Eine Infektion durch Scharlach-Erreger kann sich rein auf die Gaumenmandeln beschränken: Man spricht dann von einer "Streptokokken-Angina". Diese kann ebenso zu den genannten, lebensbedrohlichen "Nachkrankheiten" an Herz und Nieren führen wie der Scharlach, verläuft aber meist milder und weniger auslaugend und bedarf von daher keiner so langen Erholungsphase.
Allerdings besteht gerade in der Pubertät die Gefahr, dass eine solche Angina unentdeckt bleibt und zu Komplikationen führt, weil die Jugendlichen nicht zugeben, Halsweh zu haben, um einem Ausgehverbot zu entgehen und abends noch Freunde besuchen zu können. Denn es gilt grundsätzlich bei Infektionen mit Scharlacherregern: Wenn nicht Ruhe eingehalten wird, bis der Scharlach-Erreger und seine Gifte überwunden sind, ist der Organismus in Gefahr.

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