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KINDERKRANKHEITEN

Scharlach (Scarlatina)

Scharlach Kinderkrankheiten
Quelle: Thinkstock

Scharlach gehört zu den heftig verlaufenden Kinderkrankheiten. Wir zeigen die Scharlach-Symptome und den Verlauf der Kinderkrankheit.

In diesem Artikel:

Scharlach Kinderkrankheiten
Quelle: Thinkstock

Scharlach: Typische Symptome 

Die typischen Symptome von Scharlach sehen folgendermaßen aus:

  • Halsschmerzen, vor allem beim Schlucken,
  • Mundgeruch,
  • hochrot entzündeter Rachen,
  • rote, geschwollene Mandeln, im Verlauf mit gelblichen Belägen,
  • blasses Gesicht, vor allem um den Mund, schärfer gezeichnete Konturen,
  • weiche, geschwollene, bei Berührung schmerzhafte Lymphknoten unter dem Kieferwinkel seitlich am Hals,
  • rötlicher, feinfleckiger, samtartiger Ausschlag, Beginn in der Leisten- und Achselregion (Aussparung der Mundpartie),
  • weiß belegte Zunge, die im Verlauf der Krankheit himbeerrot wird ("Himbeerzunge" oder "Erdbeerzunge")
  • Fieber
  • in der Abheilungsphase Schuppung der Haut, besonders an Fingern und Zehen

Scharlach: Definition und Erreger

Scharlach ist eine Sonderform der durch so genannte hämolysierende Streptokokken der Gruppe A hervorgerufenen Infektionserkrankungen. A-Streptokokken gehören zu den häufigsten Erregern von ansteckenden bakteriellen Erkrankungen der oberen Luftwege, insbesondere der Gaumenmandeln und der Rachenhinterwand (Streptokokken-Tonsillitis). Die Ansteckung mit Scharlach erfolgt durch Schmier- und Tröpfcheninfektion. Die Scharlach-Erreger sind Bakterien, die selbst Giftstoffe bilden. Diese so genannten Toxine gelangen über die Lymphbahnen ins Blut, breiten sich dort aus und lösen eine Reaktion des Körpers dagegen aus.

In der Blutbahn entstehen beim Scharlach so genannte Immunkomplexe, die aus Giftstoffen und den gegen sie gerichteten Antikörpern bestehen. Wenn die Krankheit richtig verläuft und entsprechend unterstützt wird, fängt der Organismus die Giftstoffe ab und scheidet sie über den für Scharlach typischen Hautausschlag aus. Die ebenfalls typische Halsentzündung und der Hautausschlag zeigen also an, dass sich der Organismus gegen eine nach Innen vordringende Vergiftung wehrt.

Wenn die Ausscheidungstätigkeit des Organismus nicht angeregt wird oder nicht ungestört ablaufen kann, schlägt Scharlach in eine zerstörerische Krankheit um. Dann kann es durch die Scharlach-Gifte selbst oder durch einen Niederschlag der Immunkomplexe an "falscher Stelle" zu schweren Folgekrankheiten der Herzklappen sowie der Gelenke und der Nieren kommen.

Beim Scharlach gelangen die Bakterien über die Gaumenmandeln und Halslymphknoten in die Blutbahnen und rufen den typischen roten Ausschlag hervor, der von den Leisten und Achselhöhlen ausgeht. Scharlach tritt meist im Alter zwischen drei und acht Jahren auf. Da es unterschiedliche Untergruppen an Giftstoffen gibt, kann man mehrmals, auch kurz hintereinander, an Scharlach erkranken.

 

Lesen Sie weiter: Scharlach: Krankheitsverlauf

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