
Einschlafprobleme und Schlafstörungen werden oft durch den Konsum elektronischer Medien am späten Abend verursacht. Was man gegen Schlafstörungen tun kann.
Wichtig für einen guten Schlaf ist auch die Umgebung. In dem Zimmer der neunjährigen Selina thront seit ihrem Geburtstag vor einem Monat ein nagelneuer kleiner Fernseher auf einer Kommode. Die passende Playstation gab es gleich von den Großeltern dazu. Selina widmet sich seither diesen Geräten in jeder freien Minute. Bei der abendlichen Zubettgeh-Zeremonie läuft nebenher noch der Fernseher. Den schaltet Mama erst aus, wenn Selina endlich eingeschlafen ist.
Die Medienflut im Kinderzimmer beobachten Schlafmediziner mit Sorge. Denn Fernsehen und Videospiele können die kindliche Traumwelt beeinflussen, ja sogar Albträume hervorrufen. Vor allem, wenn der Konsum unkontrolliert und bis in den Abend hinein erfolgt. Dann werden die geliebten Geräte zu empfindlichen Schlafstörern. Am besten brechen Grundschulkinder den Kontakt mit Fernseher&Co. ein bis zwei Stunden vorm Schlafengehen ab.
Gerade die Neunjährigen sind es, die Einschlafprobleme haben. Das wurde bei einer groß angelegten Eltern-Kind-Befragung in den Jahren 2002 bis 2005 deutlich. Geleitet wurde diese Studie zum Thema Kinderschlaf von dem Kölner Kinderpsychiatrieprofessor Gerd Lehmkuhl und dem Kölner Kinderarzt und Schlafmediziner Dr. Alfred Wiater.
Warum gerade diese Altersgruppe? „Mit neun Jahren werden Einschlafprobleme noch häufiger wahrgenommen“, sagt Wiater. Später, bei den Jugendlichen, seien 30 Prozent recht häufig tagsüber müde. Der Grund: Sie stört das späte Einschlafen nicht (mehr), haben sie so doch mehr Zeit, sich mit Fernsehen, Videos oder PC-Spielen zu beschäftigen.
Es gibt jedoch auch Schlafstörungen bei Kindern, die fachlicher Hilfe bedürfen. Die Tagesmüdigkeit gehört dazu, die auf Narkolepsie oder Schlafapnoe hinweisen kann.
Ein Anzeichen: Kinder, die an Narkolepsie leiden, können aus dem Stand plötzlich einschlafen, während des Essens oder beim Sprechen, für Sekunden, manchmal gar für eine halbe Stunde.
Es ist wichtig, Narkolepsie früh zu erkennen, da sie in der Schule als Lustlosigkeit oder Faulheit falsch gedeutet werden kann.
Schlafapnoe erkennen Eltern daran, dass ihr Kind im Schlaf laut schnarcht, zwischendurch längere Atempausen macht (Apnoe heißt „nicht atmen“) und den ganzen Tag über müde oder überdreht ist.
Die Ursache können Übergewicht sein, Fehlbildungen im Kiefer, vor allem aber vergrößerte Mandeln und Polypen.

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