
Das hervorstechende Merkmal der Windpocken-Erkrankung ist der starke Juckreiz der Haut. Im Gegensatz zu Masern, Mumps oder Scharlach ergreift die seelisch-geistige Individualität des Kindes den eigenen Körper bei Windpocken vor allem an den Grenzflächen (Haut und Schleimhäute) und individualisiert damit auf leiblicher Ebene den wichtigen Übergang zwischen Äußerem und Innerem.
Es ist auch bemerkenswert, dass das Risiko für Diabetes, eine Erkrankung, die in den westlichen Ländern bei Kindern stark zunimmt, nach durchgemachten Windpocken geringer ist. Man weiß, dass eine Voraussetzung für die Entstehung eines Diabetes Typ 1 eine Regulationsstörung des Immunsystems ist, das in diesem Fall nicht sicher zwischen "selbst" und "fremd" unterscheiden kann. Offensichtlich fördern durchlebte Windpocken diese Unterscheidungsfähigkeit.
Lassen Sie die Diagnose "Windpocken" von einem Arzt sichern, denn nicht immer lassen sich die Bläschen eindeutig zuordnen. Rufen Sie mit Ihrem Verdacht aber vorher in der Praxis an, um die Ansteckung anderer mit Windpocken zu vermeiden (was bei Windpocken allerdings äußerst schwierig ist!).
© Dr. med Jan Vagedes, Georg Soldner: Das Kinder-Gesundheitsbuch, 416 S., 29,90 € (UVP), ISBN 9783833804168.

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