Grundregeln für die Nutzung sozialer Netzwerke

Gerade in der Pubertät spielen Soziale Netzwerke für Jugendliche eine wichtige Rolle. Hier wird die eigene Identität präsentiert und inszeniert. Klar, dass dabei auch viele private Daten preisgegeben werden. Das bereitet Eltern - zum Teil berechtigt - große Sorgen.


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Grundregeln für Nutzung sozialer Netzwerke


Deshalb versuchen Initiativen und Medienratgeber wie SCHAU HIN! umfassend über das Thema zu informieren, um Eltern eine erste Orientierung für den Umgang mit persönlichen Daten im Netz zu geben.

Auf jeden Fall sollten Eltern genau hischauen, welche Netzerke ihre Kinder nutzen. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es zum Beispiel spezielle Netzwerke, die sehr genau auf den Datenschutz achten und besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Meist werden die Chats auch von Experten betreut. Hier können Sie sich also sicher sein, dass Sie Ihr Kind keinen Gefahren aussetzen. Zu solchen kindgerechten Netzwerken gehören:





➤ mein-kika.de vom KiKa: für Kinder bis maximal 15 Jahren
➤ der tivitreff von ZDFtivi: für Kinder ab 8 Jahren
➤ Netztreff, Comunity von kindernetz.de (SWR): für Kinder ab 8 Jahren
➤ die Fotocomunity knipsclub.de von dem JFF - Institut für Medienpädagogik: ab 8 Jahren



Wenn Ihre Kinder älter werden, kommen Sie aber um die großen Netzwerke wie Facebook, Instagram, Tumblr und Co. nicht mehr herum. Da hier der Datenschutz jedoch deutlich lockerer gesehen wird, sind auch Sie als Eltern gefragt. Das soll jedoch kein Aufruf sein, seine Kinder digaital zu überwachen. Viel wichtiger ist es, über die Risiken aufzuklären. Um Eltern dabei zu unterstützen, gibt es Initiativen wie SCHAU HIN!. Diese basteln kontinuierlich an einem Leitfaden für die Internetnutzung von Kindern. Wir haben ein paar nützliche Tipps gesammelt, die sich speziell auf soziale Netzwerke konzentrieren.

Grundregeln für das Verhalten in sozialen Netzwerken:


Ein grundsätzliches Verbot sozialer Netzwerke ist falsch.
Erfahrungsgemäß machen Kinder oft aus Trotz genau das Gegenteil. Deshalb sollten Sie das Gespräch mit Ihren Kindern suchen und gemeinsam Regeln für die Nutzung sozialer Netzwerke aufstellen. Zum Beispiel wie viele Stunden am Tag sie genutzt werden dürfen.

Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein Profil. Kinder sollten dabei ihr tatsächliches Alter angeben, da in den Profilen Minderjähriger andere Einstellungen gelten. So können Nutzer unter 18 Jahren zum Beispiel nicht von Fremden über Suchmaschinen gefunden oder kontaktiert werden. Außerdem können Informationen und Posts nicht komplett öffentlich gemacht werden.

Sicherheitseinstellungen verbessern! Die automatischen Voreinstellungen des eigenen Profils in den sozialen Netzwerken bieten keinen ausreichenden Schutz vor Datenmissbrauch. Ändern Sie direkt nach der Registrierung die Sicherheitseinstellungen. SCHAU HIN! hat für Facebook dazu eine Anleitung zusammengestellt.

Sparsam bei Profilinformationen sein! Private Dinge verrät man nicht jedem, auch nicht in sozialen Netzwerken. Geben Sie persönliche Daten nur Freunden frei. Das gilt vor allem für eigene Fotos. Hier ist bei Facebook Vorsicht geboten. Mit der Einrichtung eines Profils erklärt sich der Nutzer in der Regel einverstanden, dem Anbieter weitgehende Rechte an allen eingestellten Inhalten wie Informationen, Fotos oder Videos zu erteilen. Die Weiternutzung kann so nicht mehr kontrolliert werden.

Geheimnisse für sich behalten! „Bin jetzt drei Wochen im Urlaub“ oder „Sturmfreie Bude heute“ – diese aktuellen Statusinformationen haben schon so manchen Einbrecher in Versuchung geführt. Solche Details gehören nicht ins Internet. Sie hängen ja auch keinen Zettel an Ihre Haustür, wenn Sie in den Urlaub fahren. Gerade bei Kindern sollte man darauf achten, dass sie nicht unbedacht verraten, wo sie sich gerade aufhalten oder ob sie irgendwo alleine sind. Diese Informationen können schnell in die falschen Hände geraten!

Vorsicht bei Spielen und Umfragen! Bei Facebook sind vor allem die vielen Spiele, Umfragen und Ratespiele beliebt. Doch nutzt man solche Anwendungen, können diese auch auf das eigene Profil zugreifen. Klären Sie Ihre Kinder also darüber auf und entscheiden gemeinsam, welche Spiele in Ordnung sind. Dafür ist es ratsam, auch immer das Kleingedruckte zu lesen. Häufig sind die Spiele nur auf den ersten Blick kostenlos. Zusatz­funktionen kosten in vielen Fällen Geld.

Misstrauisch sein! Klären Sie Ihre Kinder auf, dass sie bei Freundschaftsanfragen von Unbekannten misstrauisch sein sollen: Verbrecher gibt es eben auch im Netz. Das schließt ein, dass Sie erklären, warum sie sich nicht mit Leuten verabreden sollen, die sie nur aus dem Internet kennen.
 
Auffälligkeiten und Verstöße melden. Sollte Ihr Kind mit problematischen Inhalten konfrontiert werden oder von Fremden belästigt werden, dann sichern Sie Beweise und wenden Sie sich damit an Betreiber, Polizei oder eine Meldestelle, wie z.B. hotline@jugendschutz.net

Gutes Vorbild! Haben Sie selbst ein Profil in einem sozialen Netzwerk? Dann seien Sie selbst sparsam mit persönlichen Informationen auf Ihrem Profil und schützen Sie es so gut wie möglich. So zeigen Sie Ihrem Kind, wie es richtig geht.

Auch das digitale Kleingedruckte ist wichtig

Leider werden die Risiken für Kinder im Internet nach wie vor unterschätzt. Meist liegt das auch an einer allgemeinen Ratlosigkeit. Schon die Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von sozialen Netzwerken sind eigentlich kaum verständlich und wie das Internet als Ganzes funktioniert, bleibt eines dieser urbanen Mysterien. Und so schleicht sich nach und nach eine gewisse Gleichgültigkeit ein, nach dem Motto "Wird schon nichts passieren".

Doch tatsächlich liest oder hört man oft genug von eskalierten Facebook-Partys, von Cybermobbing oder von Einbrüchen: alles verursacht durch achtlos bei Facebook eingestellte Informationen. Nehmen Sie sich daher die Zeit - nicht nur für Ihre Kinder, sondern auch für sich selbst - sich durch den Dschungel des Kleingedruckten zu wühlen. Und machen Sie sich bewusst: Was einmal in Internet war, ist kaum mehr heraus zu bekommen.



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