Nur geimpft in die Kita?

In Sachsen-Anhalt sind sich einige private Kitas einig, was die Impffrage betrifft: Sie nehmen nur Kinder auf, die einen Impfausweis vorlegen können.


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Impfpflicht Kita


© Thinkstock
Die Frage, ob man sein Kind impfen lassen soll oder nicht, führt unter Eltern immer wieder zu hitzigen Diskussionen. Letztendlich dürfen Eltern in Deutschland allein entscheiden, wie sie zu der Frage stehen und gegen welche Krankheiten sie ihr Kind impfen lassen. So lautet zumindest die Theorie. In Sachsen-Anhalt schaut es in der Praxis momentan anders aus: Hier haben die ersten Kitas eine Impfpflicht eingeführt. Wer beim zweitgrößten Kita-Träger in Halle keinen ausgefüllten Impfpass nachweisen kann, bekommt den Betreuungsplatz für sein Kind nicht. Impfpflicht auf indirektem Weg also.


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Was halten Sie davon, nur geimpfte Kinder in der Kita aufzunehmen? D.h. nicht geimpfte Kinder bekommen in dieser Kita keinen Betreuungsplatz.


Die rechtliche Seite der Impfpflicht


Eine gesetzliche Impfpflicht gibt es bislang nicht, freie Träger dürfen aber Impfungen zum Aufnahmekriterium für ihre Kitas machen, das ist rechtens. Die Stadt Halle selbst will diese Praxis für ihre eigenen Einrichtungen nicht umsetzen. Eltern, die wegen fehlender Impfungen ihres Kindes von der Kita abgewiesen werden, sollten sich an die Gemeinde oder den Landkreis wenden, ihnen muss ein anderer Platz angeboten werden.
Impfen - oder nicht?
Auf Eltern lastet die Verantwortung, über die Gesundheit ihres Kindes entscheiden zu dürfen – und zu müssen. Sie alleine müssen die Entscheidung treffen, ob sie ihr Kind impfen lassen. Und, wenn ja, gegen welche Krankheiten. Lässt man sein Kind durchimpfen, sind das bis zum Ende des 14. Lebensmonats 29 Impfungen. Als Leitlinie gelten hier die Empfehlungen der Impfkommission, nach denen sich auch unser Impfkalender richtet.

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Im Bundestag beschlossen: Bei einem Maserausbruch dürfen zukünftig nicht geimpfte Kinder ausgeschlossen werden.


Impfbefürworter sehen in den Impfungen einen wichtigen Schutz vor schweren Krankheiten, Impfgegner befürchten gesundheitliche Schäden durchs Impfen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert eine Impfpflicht für Kinder. „Die hohe Zahl von Masernerkrankungen in Deutschland zeigt, dass die bisherigen Impfkonzepte nicht genügend wirken“, so BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann. „Skandinavien und die USA haben die Masern praktisch ausgerottet. In Deutschland ist dies bisher nicht gelungen. Die aktuelle Masernwelle zeigt, dass wir nicht mehr nur auf Freiwilligkeit bei den Eltern setzen können, sondern dass wir endlich eine Impfpflicht brauchen.“
Impfquote in Deutschland
Gegen Diphterie und Tetanus sind in Deutschland 96 Prozent der Schulanfänger geimpft, bei Keuchhusten sind es 95,5 Prozent, die Impfquote bei Kinderlähmung liegt bei 95 Prozent. Gegen Masern (2. Impfung) sind nur 93 Prozent der Erstklässler geimpft, für eine Ausrottung der Masern reicht das nicht, zumal sich die Impfquoten regional unterscheiden.




(Quelle: Robert Koch Institut)




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Kommentare
  • Mam41

    gesunde Kinder sollten geimpft werden. Aber bei manchen Kindern mit Allergien oder Unverträglichkeiten ist die Impfung gefährlich. Meine Kinder hatten nie Probleme. Deshalb sind sie geimpft. Damit schützt man auch die Schwächeren!