Jungen in der Pubertät: Wie Eltern mit der Situation umgehen können

Auch wenn männliche Vorbilder in der Pubertät eher gefragt sind als weibliche Fürsorge, bedeutet diese Phase eine Herausforderung für Väter und Mütter gleichermaßen. Denn wie halten Eltern die Waage zwischen Strenge und Verständnis, Konsequenz und Gesprächsbereitschaft?


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Mit diesen Tipps kommen Sie mit Ihrem pubertierenden Haustyrannen gut durch die Flegeljahre.

Trotz aller Widerstände nicht aufgeben


Auch wenn es nicht immer leicht ist, mit Ihrem Sohn umzugehen: Geben Sie nicht auf! Mit der Haltung „Das Kind macht ja sowieso, was es will“ kommen Sie nicht weit. Denn damit signalisieren Sie ihm, dass er die Oberhand über Sie gewonnen hat. Ihre Aufgabe besteht jetzt darin, Ihrem Sohn trotz Ablehnung von seiner Seite, Schutz und Geborgenheit zu bieten.
Bieten Sie immer ein offenes Ohr
Wenn junge Männer äußerlich Härte demonstrieren, sehnen sie sich innerlich nach Verständnis und Halt. Gerade wenn die Wogen des hormonellen Umschwungs wieder besonders hoch schlagen, signalisieren Sie Ihrem Sohn Gesprächsbereitschaft. Damit zeigen Sie ihm, dass Sie seine Ängste, Nöte und Sorgen ernst nehmen und ihn als jungen Erwachsenen akzeptieren. Zudem braucht Ihr Sohn Sie als Reibungsfläche, das ist wichtig für seine Entwicklung.
Regeln müssen sein
Kinder, die gerade erwachsen werden, brauchen einen festen Orientierungsrahmen. Regeln und Grenzen bieten diesen Rahmen. Daher sollten auch einmal aufgestellte Regeln und Konsequenzen nicht einfach über den Haufen geworfen werden. Achten Sie aber darauf, diese durch sachliche Argumente zu untermauern und bleiben Sie kompromissbereit. Grenzen müssen flexibel bleiben und bei Bedarf in einem Gespräch neu verhandelt werden können.

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Finden Sie eine vernünftige Balance

Nicht nur für Ihren Sohn ist diese Lebensphase ein schwieriger Drahtseilakt. Auch für Sie als Eltern gilt es, eine gute Balance zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen Kontrolle und Vertrauen zu finden. So sind die ewigen Diskussionen um Ausgehzeiten eine gute Möglichkeit, Ihrem Sohn Vertrauen zu beweisen. Hat er sich in Situationen bewährt und Vernunft gezeigt, darf er auch später nach Hause kommen. Zum Beispiel, wenn er wie vereinbart angerufen hat, falls er die Uhrzeit nicht einhalten konnte oder länger bleiben wollte. Mit Freiräumen zeigen Sie Ihrem Sohn auch, dass Sie ihn nicht kontrollieren wollen. Beobachten Sie einfach, was passiert. Sie werden sehen, Ihr Sohn wächst mit seiner Verantwortung.
Bleiben Sie stets konstruktiv
Bei der kleinsten Kritik geht Ihr Sohn in die Luft wie eine Rakete. Denn während der Pubertät begreift er jede noch so kleine Kritik als persönliches Versagen und sie löst in ihm ein Gefühl des Scheiterns aus. Dennoch ist ein familiäres  Zusammenleben ohne Kritik kaum möglich, daher stellen sich Eltern pubertierender Söhne wohl täglich die Frage: Wie übt man Kritik an einer Mimose? Warten Sie, bis die Rakete wieder gelandet ist, um ins Gespräch zu kommen. Bleiben Sie immer konstruktiv und vermeiden Sie moralisierende Vorträge. Verwenden Sie „Ich“-Botschaften wie „Ich mache mir Sorgen, wenn…“ und lassen Sie Ihren Sohn zu Wort kommen. Aber bleiben Sie dabei, Kritik zu üben, auch wenn es anstrengend ist. Noch ist das Selbstbewusstsein Ihres Sohnes nicht stabil genug, um die eigenen Stärken und Schwächen auszuloten. Doch mit Ihren Anmerkungen helfen Sie ihm, sich selbst besser einzuschätzen.
Extremes Verhalten ist normal
Jugendliche machen ihre ganze Pubertät hindurch nichts anderes, als ihre Grenzen auszuloten. Bei Jungen heißt das, sie zeigen ständig eine hohe Bereitschaft zum Risiko und experimentieren mit Drogen und Alkohol. Auch wenn Sie sich berechtigterweise Sorgen machen, zeigen Sie bei Grenzüberschreitungen keine unnötige Härte. Beispielsweise beim ersten richtigen Alkoholrausch. Dieser muss nicht zwingend mit einer harten Strafe geahndet werden. Oft sind das eigene Fehlverhalten und die Konsequenzen für Jugendliche schon Strafe genug. Lassen Sie Ihr Kind seine eigenen Erfahrungen machen und daraus lernen. Dennoch sollten Sie nicht tatenlos zusehen. Suchen Sie das Gespräch, erklären Sie Ihrem Sohn Ihre Sorgen und klären Sie ihn über die Gefahren von Alkohol und Drogen auf.

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