Kinder müssen Flexibilität lernen


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Kinder müssen Flexibilität lernen

Denn was wir lernen müssen fürs Leben, das ist in erster Linie Anpassungsvermögen, Flexibilität - „Kontextsensitivität“, wie Experten sagen. „Wer das hat, der kann einen Vortrag in geschliffener Sprache halten - aber genausogut herumblödeln und sich unglaublich reduziert ausdrücken, zum Beispiel mit dem allerbesten Freund“, sagt Kotthoff. Es spricht also nichts dagegen, dass wir zu Hause nett zueinander sind und höflich. Und wir dürfen auch sehr genau erklären, wie man sich bei Tante Frieda benehmen sollte oder in der Kirche. Und es ist natürlich richtig, dass verschiedene Welten da draußen auch verschiedene Rollen und Regeln verlangen - von uns wie von unseren Kindern. Wenn der Lehrer also einmal genervt reagiert, weil er alle fünf Sekunden unterbrochen wird, dann heißt das nicht, dass ab morgen unser großes, traditionsreiches Abendessen-Palaver für immer abgeschafft wird. Sondern nur, dass unser geliebtes Durcheinanderschwätzen eben genau nach Hause gehört und nicht in die Klasse. Machen wir etwas Besonderes daraus: Wir haben das große Privileg, vier Leute gleichzeitig verstehen zu können, wir kennen uns ja so gut. Mit 28 Kindern kann das keiner schaffen. Das vermag jeder zu verstehen, auch ein Erstklässler.