Kinder und ihre Kuscheltiere

Kuscheltiere sind für Kinder Tröster, Vertraute und Beschützer zugleich. Was Sie beim Kauf beachten sollten und was Kindern über den Verlust eines geliebten Stofftiers hinweg hilft.


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Kuscheltiere trösten, passen nachts auf, dass keine Monster kommen, und haben nie schlechte Laune. Keine Frage, Kinder und Kuscheltiere gehören zusammen. Die plüschigen Gefährten sind immer da, widersprechen nicht und sind auch nicht beleidigt, wenn sie mal in der Ecke liegen.

Kinder und ihre Kuscheltiere


© Thinkstock
„Sie sind die Partner in der ersten wirklich selbstbestimmten Beziehung der Kinder“, sagt die US-Psychologin Prof. Marjorie Taylor von der University of Oregon. Kuscheltiere haben Zeit, wenn Mama oder Papa mal nicht da sein können, und vermitteln durch diese Beständigkeit Sicherheit und Geborgenheit. „Übergangsobjekt“ nennen die Psychologen das.

Kuscheltiere sind echte Freunde


Kuscheltiere aber nur als Lückenbüßer zu sehen, wäre zu kurz gegriffen. „Viele Kinder erzählen dem Kuscheltier noch bis ins Grundschulalter hinein ihre Erlebnisse, besprechen mit ihm ihre Sorgen und beraten Vorhaben. Sie beklagen sich bei ihm über das Unverständnis der Erwachsenen, sie weihen ihn ein in ihre Ängste und bejubeln mit ihm ihre Erfolge“, sagt Michael Schnabel vom Staatsinstitut für Frühpädagogik. Da Kinder noch ein magisches Weltbild haben, sind für sie ihre Kuscheltiere oft „echte“ Freunde. Sie sind daher auch die idealen Partner für Rollenspiele. „Kinder erfinden für sie detaillierte Persönlichkeiten, geben ihnen Aufgaben und schimpfen mit ihnen, wenn sie Unsinn machen“, sagt Marjorie Taylor.



Zuviele Plüschtiere, wohin damit?
Leider haben Plüschtiere die Tendenz, sich unkontrolliert zu vermehren. Sind sie doch beliebte Geschenke zu allen Gelegenheiten. Wie viele Schmusetiere dann zu viel sind, hängt vom Alter der Kinder und der Geduld der Eltern ab. Wenn Sie z.B. Schwierigkeiten haben, Ihr Kind morgens zwischen all den Plüschgestalten im Bett zu finden, ist das ein deutliches Zeichen für eine Überbevölkerung.

Es gibt einige Möglichkeiten, der Flut Herr zu werden. Wegschmeißen? Das bringt doch keiner übers Herz! Einige Eltern lösen das Problem so: Für jeden Neuankömmling, der bleiben soll, muss ein alteingesessenes und nicht so gern beschmustes Tier nach „auswandern“. Das beudetet, es wird einer sozialen Einrichtung gespendet, verschenkt oder verkauft. Für Kinder ist es einfacher, sich zu trennen, wenn sie wissen, dass sich irgendwo ein anderes Kind über das Kuscheltier freut. Diese Regel sollte allerdings nur für die bunt gemischte Plüschherde gelten. Wenn ältere Kinder eine bestimmte Art von Plüschtieren sammeln, wäre es ungerecht, von ihnen zu verlangen, ihre Kollektion ständig wieder zu reduzieren. Aber keine Sorge, bei den meisten Kindern gibt sich nach einer Weile der Kuscheltier-Sammeltrieb von ganz allein und wird durch etwas anderes ersetzt.  

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Kuscheltiere für Babys

Bei Babys sollten Eltern die Plüschtiere jedoch streng begrenzen. Ein, höchstens zwei Kuscheltiere reichen völlig. Zum einen, weil noch genügend dazukommen werden, und zum anderen, weil Kuscheltiere im Bett ein Risiko für die Atmung darstellen (Stichwort: Plötzlicher Kindstod). Da ist es besser, nur wenige aber dafür hochwertige, altersgerechte Kuscheltiere anzuschaffen. Darauf sollten Sie achten:

Frottee statt Plüsch: Für Babys ist Frottee besser geeigneter als Langhaar oder Plüsch. Das kitzelt beim Drauf-Herumkauen nicht so im Gesicht, es können keine Fasern verschluckt werden und es lässt sich leichter reinigen.
Qualität: Bei der Auswahl der Kuscheltiere sollten Eltern nicht zimperlich sein, rät Michael Schnabel vom Staatsinstitut für Frühpädagogik. „Versuchen Sie mit etwas Kraft an den einzelnen Teilen zu reißen. Hände weg, wenn die sofort locker werden! Ihr Kind wird das Plüschtier nicht schonen, sondern daran zerren und ziehen.“ GS-Zeichen, TÜV-Siegel und Toxproof zeigen, ob die Hersteller die Richtlinien eingehalten und unabhängige Prüfer die Plüschtiere auf Haltbarkeit und Schadstoffe getestet haben. Riecht ein Stofftier penetrant oder gar chemisch, sofort zurück ins Regal damit.
Größe: Kuscheltiere fürs Baby sollten nicht zu groß sein, denn sonst wird das Schmusen schwierig. Außerdem lassen sich die Riesen nur schwer überallhin mitnehmen. Haben die ersten Kuscheltiere aber die richtige „Unter den Arm klemm“-Größe, begleiten sie Kinder oft jahrelang. 

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Verlust des liebsten Kuscheltiers ist für Kinder ein Drama!

Verständlich, dass der Verlust der Kuscheltiere ein Drama ist, ganz gleich, ob das Kind vier oder vierzehn ist. Eine Möglichkeit, die Situation zu retten, ist es, rechtzeitig eine Zweitversion anzuschaffen. Doch selbst ganz kleine Kinder merken oft recht schnell, wenn ihr Liebling plötzlich anders riecht und kaum Kuschelspuren aufweist. Eine Geschichte kann helfen, den Tausch leichter zu machen. 

Manche Plüschtiere lassen sich aber nicht einfach ersetzen, sei es, weil sie vom Grabbeltisch sind, Geschenke oder Urlaubsmitbringsel. Dann müssen Kinder lernen, mit dem wahrscheinlich ersten großen Verlust in ihrem Leben umzugehen. „Eltern sollten die Trauer ihrer Kinder auf keinen Fall verharmlosen oder gar belächeln“, sagt Diplom-Psychologin Angelika Faas. Da hilft dann nur viel trösten und kuscheln.  

Kuscheltiere richtig reinigen
  • 1 / 6
    Zuerst: Prüfen!

    Dürfen Kuscheltiere überhaupt gewaschen werden? Wenn nicht, fragen Sie in der Reinigung um Rat.

  • 2 / 6
    Per Handwäsche

    Einfach lauwarmes Wasser und Shampoo verwenden. Danach die Plüschtiere gut ausspülen.

  • 3 / 6
    In der Waschmaschine

    Schonwaschgang wählen. Als Schutz taugt ein Kopfkissenbezug. Zum Schluss nur kurz anschleudern, damit die Füllung der Plüschtiere nicht klumpt.

  • 4 / 6
    Trocknen

    Die Kuscheltiere auf ein Handtuch legen - nicht in die Sonne oder direkt auf die Heizung - und regelmäßig wenden.

  • 5 / 6
    Bei Läusen

    Um Kuscheltiere von Kopfläusen zu befreien, reicht es, die Plüschtiere für einige Tage in eine fest verschlossene Plastiktüte zu packen. Soll es schneller gehen, einfach für sechs Stunden ins Gefrierfach legen. Danach geht's in die Waschmaschine.

  • 6 / 6
    Bei Milben

    Der Tiefkühltruhen-Trick hilft hier nicht. Die meisten Milben fallen nur in Kältestarre und wachen putzmunter wieder auf. Eltern von Allergiker-Kindern sollten die Plüschtiere alle sechs Monate mit Niembaumöl behandeln und dann bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen.



Wann muss Schluss sein mit Kuscheltieren?
Anders als etwa beim Schnuller gibt es keinen Zeitpunkt, an dem Kinder „Kuscheltier-entwöhnt“ werden sollten. Das erledigt sich meist von ganz allein - aber es kann dauern! Oft schlafen die Kuscheltiere noch während der Pubertät mit im Bett, selbst wenn es dann schamhaft unter die Bettdecke gestopft wird, damit die Freunde es nicht sehen.



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